Kaum sind sie da, sind sie auch schon wieder weg. Mit billigen Textilien wie Kinderjeans, Regenjacken oder Sportkleidung machen die Discounter Aldi, Lidl und Kik viel Umsatz.
Bereits vor fünf Jahren machte die Kampagne für saubere Kleidung auf die üblen Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben aufmerksam. Daran hat sich nichts geändert, wie eine neue Studie zeigt.
Sie sind billig und begehrt, die Textilschnäppchen bei Aldi, Lidl und Kik. Für die Discounter ein gutes Geschäft. Den Preis zahlen die Näherinnen in den Zulieferfabriken. Daran hat sich nach einer neuen Befragung der Kampagne für saubere Kleidung auch in den letzten Jahren nichts geändert. Seit etwa fünf Jahren konfrontiert die Kampagne die Unternehmen mit den Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. Während Aldi nichts unternahm, führten Lidl und Kik Sozialstandardtraininigs bei ihren Zulieferern ein. Nicht viel mehr als ein soziales Mäntelchen, zu diesem Schluss kommt eine neue Untersuchung.
Ende 2011 hatte ein Team in Bangladesch 162 Arbeiterinnen in zehn Zulieferbetrieben von Aldi, Lidl und Kik befragt. Was die Frauen über ihre Arbeit berichten, nennt Sandra Dusch von der Christlichen Initiative Romero ein skandalöses Sündenregister. Dieses reiche von fehlenden Arbeitsverträgen über mangelhaft entlohnte Überstunden bis hin zu verbalen Drohungen und sexuellen Misshandlungen. Auch das Recht, sich gewerkschaftlich zu organisieren, werde den Frauen häufig verwehrt.
Wie sehr die Beschäftigten unter Druck stehen, erlebten die Befrager in einer Fabrik selbst. Arbeiterinnen, die über ihre Arbeitsbedingungen sprachen, habe die Geschäftsleitung mit Rauswurf gedroht. Daraufhin brach das Team die Befragung in diesem Betrieb ab.
Die Kampagne für saubere Kleidung wirft den Discountern vor, ihrer Sorgfaltspflicht nicht nach zu kommen. Sie müssten sicherstellen, dass ihre Lieferanten die Gesetze einhalten. Auch die Politik stehe in der Verantwortung. Die Kampagne fordert die Bundesregierung auf, Unternehmen zu verpflichten, Informationen regelmäßig zu veröffentlichen.
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