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Migration und Integration. Foto: flickr.com

Migration und Integration

Sichtbar und stark machen

12.11.2010 Ι Integration gelingt dort am besten, wo Menschen mit Migrationshintergrund Arbeit finden und erfolgreich am Erwerbsleben teilnehmen. Diese schlichte Wahrheit ist in den Integrationsdebatten der letzten Wochen und Monate oft zu kurz gekommen. Stattdessen begnügte man sich pauschal, über die Integrationsprobleme "der Ausländer" zu sprechen.

Die IG Metall steht für eine solidarische und gerechte Gesellschaft, in der Frauen wie Männer die gleichen Rechte haben - egal welcher Herkunft. Sie ist eine der Gewerkschaften, die für eingewanderte Menschen unverzichtbare Integrationsleistungen erbracht hat und erbringt. Über 7000 Vertrauensleute und Betriebsräte mit Migrationshintergrund engagieren sich für die IG Metall und setzen sich für die Rechte von Belegschaften ein - unabhängig von Herkunft und Staatsan­gehörigkeit.

Individualität anerkennen
"Anders" sein war oft gleichbedeutend damit, "Defizite" zu haben. Von diesem alten Denk- und Handlungsmuster müssen sich vor allem global tätige Unternehmen verabschieden. Dass Arbeitnehmer unterschiedlich sind, ist offensichtlich und muss keineswegs ein Defizit bedeuten. Auch Arbeitgeber erkennen das immer mehr. Denn: Je vielfältiger eine Belegschaft zusammengesetzt ist, desto besser kann sie sich zum Beispiel auf die Wünsche und Bedürfnisse ihrer internationalen Kunden einstellen.

Mitgestalten
Mit engagierter Betriebsratsarbeit lassen sich die Bedingungen für Beschäftigte mit Migrationshintergrund positiv verändern. Etwa wie bei den Hüttenwerken Krupp Mannesmann in Duisburg und seinem Ausschuss "Integration und Gleichstellung" - zurzeit einmalig im Organisationsbereich der IG Metall.

Gute Integration im Betrieb
Ob über Betriebvereinbarungen, Tarifverträge oder die Anwendung von Gesetzen: Betriebsräte und Vertrauensleute können sich für eine zukunftsorientierte und integrative Personalpolitik einsetzen. Etwa bei der strategischen Personalplanung oder bei der Erweiterung von Ausbildungsinhalten. Bei all dem unterstützt sie die IG Metall.

Klar ist: Beschäftigte sind unterschiedlich und vielfältig. Betriebsräte erzählen, wie gute Integration im Betrieb aussehen kann.



Irina Vavitsa"Wer sich hier umschaut merkt: Die Belegschaft spiegelt ein global tätiges Unternehmen wieder. Hier findet man Frauen und Männer mit und ohne Migrationshintergrund. Auch bei den 260 Azubis. 15 Prozent stammen aus Europa, 20 Prozent sind sogenannte Spätaussiedler. Ausländisch klingende Bewerber selektiert man auch nicht aus. Vielmehr wünscht und fördert man vor allem die Mehrsprachigkeit."

Francescantonio Garippo"Gerade weil bei VW Integration schon 'gelebt' wird, können wir uns auch vor den Werktoren aktiv einbringen. So haben wir mit der SPD im Ausländerausschuss der Stadt Wolfsburg durchgesetzt, einen lokalen Integrationsplan zu entwickeln. Jetzt arbeite ich in der Gruppe 'Wirtschaft und berufliche Ausbildung' mit. Pläne für's Papier gibt es schon genug. Wir brauchen Ideen, die umsetzbar sind. Etwa, wie man Junge ohne Ausbildungsplatz unterstützten kann."

Athanassios Krikis"Hier arbeiten über 7200 Menschen, davon haben 23 Prozent einen Migrationshintergrund und stammen aus 60 verschiedenen Ländern. Diese bunte Mischung spiegelt sich natürlich auch im Betriebsrat wider. Von 34 Mitgliedern haben 16 einen Migrationshintergrund. Für viele ausländische Kollegen ist die IG Metall ihr zu Hause, ihre Familie. Hier werden sie verstanden und unterstützt. Für mich ein besonders positives Zeichen bei der Integration."

Mirze Edis"Betriebsrat und Arbeitgeber haben einen achtköpfigen Ausschuss 'Integration und Gleichstellung' gegründet, der mehr oder weniger nach den Grundsätzen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz arbeitet. Wir stehen noch am Anfang, das Ziel ist aber klar: die Chancengleichheit bei den Themen Migration, Integration und Gleichstellung von Frauen und Männern, Schwerbehinderten und älteren Beschäftigten fördern, und zwar mit dem Arbeitgeber."


Migranten, die in Deutschland eine Ausbildung machen oder einer Beschäftigung nachgehen wollen, stehen häufig vor dem Problem, dass die in ihren Herkunftsländern erworbenen Bildungs- oder Berufsabschlüsse hierzulande nicht anerkannt werden. Adewale Selere berichtet, wie schwierig es für ihn in Deutschland ist, ein Studium zu beginnen oder eine geeignete Ausbildungsstelle zu finden.

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