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Metaller engagieren sich für Flüchtlinge, Foto: IG Metall, Bianka Huber

Metaller engagieren sich für Flüchtlinge

Sichtbare Zeichen der Solidarität

10.09.2015 Ι Metaller und Metallerinnen engagieren sich auf vielfältige Weise für Flüchtlinge. Sie helfen beim Bau von Notunterkünften, geben Deutschunterricht, sortieren Kleiderspenden. Allen gemeinsam ist der Wunsch, ein sichtbares Zeichen der Solidarität zu setzen.

Bereits seit eineinhalb Jahren finden in den Räumen der IG Metall in Frankfurt Deutschkurse für Flüchtlinge statt. Montag bis Freitag werden abends in einem großen Raum unter fachkundiger Anleitung Vokabeln und Grammatik gepaukt. Derzeit kommen täglich zwischen 60 und 100 Asylsuchende in die Räumlichkeiten der IG Metall am Main. Manchmal ist der Andrang so groß, dass die Stühle nicht reichen. Durchgeführt wird der Unterricht von sechs bis acht Lehrern der Organisation "teachers on the road". Die ehrenamtlichen Deutschlehrer unterstützen seit 2013 in vielen Orten Hessens und Rheinland-Pfalz Flüchtlinge unentgeltlich beim Deutschlernen.

Aus der Isolation holen

"Jeder kann etwas tun, um zu helfen", sagt Bianka Huber von der IG Metall, die das Projekt mit aus der Taufe gehoben hat. Angefangen hatte es im Frühjahr 2014 mit acht Flüchtlingen. Mit der Zeit sprach sich das Sprachangebot herum, so dass immer mehr kamen. Ziel der Kurse es, den Menschen die sprachlichen Basics beizubringen, damit sie den Alltag hier besser bewältigen und aus ihrer Isolation heraus kommen. Manche konnten schon in deutsche Familien vermittelt werden, wo sie jetzt dauerhaft leben.


Seit eineinhalb Jahren finden in der IG Metall Vorstandsverwaltung in Frankfurt Deutschkurse für Flüchtlinge statt. Foto: Bianka Huber


Auch in anderen Gliederungen der IG Metall  gibt es schon seit längerem Projekte, um den Neuankömmlingen eine Chance zu geben. Im IG Metall-Bildungszentrum Sprockhövel in Nordrhein-Westfalen startet am 14. September die Wanderausstellung "Asyl ist Menschenrecht". Die Ausstellung zeigt Kriegs- und Krisengebiete, informiert über Fluchtursachen und Fluchtwege, berichtet über die Situation der Flüchtlinge in Deutschland und an den Außengrenzen der EU. Gleichzeitig startet die nordrhein-westfälische IG Metall Jugend ihre Aktion "Willkommen - Flüchtlinge in Ausbildung". Die jungen Gewerkschafter bitten alle Arbeitgeber, einen Ausbildungsplatz an einen jungen Flüchtling zu vergeben. 

Organisieren, was gebraucht wird

Die IG Metall Küste hat die Initiative #IGMetallhilft gestartet und ruft dazu auf, Flüchtlingen vor Ort zu helfen. Metaller helfen etwa bei Behördengängen, beim Deutsch lernen oder mit Kleidung und Essen. Sie organisieren, was gebraucht wird: zum Beispiel Fahrräder, Kinderspielzeug oder Hygieneartikel. Metaller packen mit an in den Flüchtlingsunterkünften, in der Kleiderkammer oder bei der Essensausgabe. 

Bei allen Aktionen geht es im Kern darum, Menschen zusammenzubringen, denn nur so wächst das Verständnis für die jeweilige Situation der Betroffenen. Als Zeichen des Willkommens und Respekts veranstaltet etwa die IG Metall Unterelbe am 26. September ein Fußballturnier in Elmshorn. Zum Turnier eingeladen sind auch Teams von Flüchtlingen. Es geht darum, den Flüchtlingen zu zeigen, dass sie willkommen sind. 

Vorurteile gegenüber Flüchtlingen abbauen

Das ist auch der Ansatz von Ludwig Trapp, der in Großenhain bei Dresden Skateboardkurse für Kinder und Jugendliche anbietet. Trapp ist Metaller und Vorsitzender der Jugend- und Auszubildendenvertretung bei den Elbe-Flugzeugwerken. In seiner Freizeit engagiert er sich bei einem gemeinnützigen Verein, der eine Skateboardanlage betreibt. Vergangenes Wochenende wurden erstmals Flüchtlinge aus der Unterkunft in Großenhain eingeladen, das Skaten auszuprobieren.

"Viele waren froh, der Enge und der Atmosphäre des Flüchtlingsheims für ein paar Stunden zu entkommen", sagt Trapp. Nun soll das Angebot regelmäßig stattfinden. Auch in seinem Betrieb setzt sich Trapp für die Integration von Flüchtlingen ein. "Im Gespräch mit den Kollegen geht es uns als Jugend- und Auszubildendenvertretung darum, die Vorurteile gegen Asylbewerber abzubauen", sagt Trapp. "Außerdem fordern wir, dass Asylsuchende bei den Elbe-Flugzeugwerken einen Ausbildungsplatz bekommen." 

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