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Metall-Tarifrunde 2015: IG Metall-Vorstand empfiehlt qualitative Forderungen

Metall-Tarifrunde 2015: IG Metall-Vorstand empfiehlt qualitative Forderungen

Beruflicher Aufstieg, flexibler Ausstieg

08.07.2014 Ι Ein Hauptanliegen der Beschäftigten ist die Arbeitszeit. Das ergab die große Umfrage der IG Metall, bei der über eine halbe Million Menschen mitmachten. Jetzt will die IG Metall das Thema anpacken. Erste Schritte geht sie in der Metall-Tarifrunde 2015. Der IG Metall-Vorstand hat den Tarifkommissionen empfohlen, Modelle der Bildungs- und Altersteilzeit als qualitative Forderungen zu diskutieren.
Für die Ende 2014 anstehende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie hat der IG Metall-Vorstand den regionalen Tarifkommissionen eine neue Bildungs- und Altersteilzeit als qualitative Forderung zur Diskussion empfohlen.

"Wir streben in der Arbeitszeitpolitik neue Regelungen für eine Bildungs- und Altersteilzeit an", sagt der Erste IG Metall-Vorsitzende Detlef Wetzel. Dabei geht es in erster Linie darum, Älteren einen fairen und flexiblen Ausstieg aus dem Berufsleben zu ermöglichen und den Jungen eine Chance zu eröffnen, durch Bildung beruflich aufzusteigen.

Erste Schritte zu einer anderen Arbeitszeit

Die Arbeitnehmer wünschen sich mehr Zeitsouveränität. Das ist ein zentrales Anliegen - wie die große Umfrage der IG Metall ergab, an der sich über 500 000 Menschen beteiligten. "Flexibilität darf keine Einbahnstraße sein", fordert folglich Detlef Wetzel. Die Menschen erwarteten als Gegenleistung und Wertschätzung für ihre Arbeit und Flexibilität gleichermaßen individuelle Gestaltungsspielräume. "Nur so können sie Arbeit und Leben miteinander vereinbaren", konstatiert Wetzel.

Für die IG Metall ist das ein klarer Auftrag, den sie ernst nimmt und jetzt sowohl betriebs- als auch tarifpolitisch in ihren Branchen angehen will. Erste Schritte dazu geht sie in der anstehenden Tarifrunde für die Metall- und Elektrobranche.

Mit der gesetzlichen neuen Regelung zur Rente mit 63 zum 1. Juli 2014 sind IG Metall und Arbeitgeber verpflichtet, den Tarifvertrag zur Altersteilzeit (TV FlexÜ) anzupassen. Gleichzeitig besteht ein Handlungsspielraum, den die IG Metall nutzen will, um die Arbeitszeit im Sinne der Beschäftigten weiter zu entwickeln. Flexible Altersübergänge seien auch in Zukunft unverzichtbar, betont Jörg Hofmann, Zweiter IG Metall-Vorsitzender. Vor allem dürfe die Option auf Altersteilzeit nicht am Geld scheitern. Schon gar nicht für diejenigen, die unter belastenden Bedingungen arbeiten wie Schichtarbeiter oder Außenmonteure. Deshalb wird die IG Metall auf Verbesserungen der Altersteilzeitregelung drängen.

Für mehr Bildung fehlen Zeit und Geld

Für die jungen Arbeitnehmer ist Bildung ein drängendes Thema. Dafür brauchen sie Zeit und Geld. Wer kann es sich schon leisten, ein Jahr auszusteigen, um einen Berufsabschluss nachzuholen, den Techniker oder Master zu erwerben? Dafür will die IG Metall die Chance auf eine Bildungsteilzeit verankern.

Jörg Hofmann betont dazu: "Fehlende Zeit und fehlendes Geld für berufliche Entwicklung sind das größte Hemmnis. Mit einer Bildungsteilzeit wollen wir die Aufstiegschancen für alle eröffnen. Die Beschäftigten brauchen sowohl eine finanziell als auch eine zeitlich gesicherte Möglichkeit zur qualifizierten beruflichen Weiterbildung." Ein Schwerpunkt sieht Hofmann in verbesserten beruflichen Entwicklungschancen für an- und ungelernte Arbeitnehmer. Aber auch für Beschäftigte mit dualer Ausbildung brauche es belastbare Wege für eine berufliche Entwicklung.

Nach der Sommerpause wollen IG Metall und der Arbeitgeberverband Gesamtmetall Gespräche aufnehmen, um möglichst bis November Eckpunkte zu erarbeiten. Im Herbst startet ergänzend zu den qualitativen Forderungen die Diskussion über die Forderung der Entgelt- und Ausbildungsvergütungen. Am 27. November 2014 wird sich der Vorstand mit den Beschlüssen der regionalen Tarifkommissionen befassen und dann die Forderungen für die Metall-Tarifrunde 2015 beschließen. Die Entgelttarifverträge laufen am 31. Dezember 2014 aus.

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In der Metall- und Elektroindustrie gilt der "Tarifvertrag zum flexiblen Übergang in die Rente" (TV FlexÜ). Wer mindestens zwölf Jahre in einem Betrieb arbeitet, kann die tarifliche Altersteilzeit im Block-modell nutzen. Beschäftigte erhalten zwischen 85 und 89 Prozent ihres bishe-rigen Nettoentgelts.

Mit dem ansteigenden Renteneintrittsalter verschiebt sich auch der mögliche Beginn der Altersteilzeit. Besonders Belastete wie Schichtarbeiter können statt vier bis zu sechs Jahre Altersteilzeit in Anspruch nehmen. Doch es gibt eine betriebliche Höchstgrenze: Insgesamt können nur vier Prozent der Beschäftigten eines Betriebes das nutzen.

Mit der gesetzlichen Regelung zur Rente mit 63 sind IG Metall und Arbeitgeber jetzt verpflichtet, den TV FlexÜ anzupassen.
Wozu sind Tarifverträge gut?

Tarifverträge regeln Löhne, Gehälter und Vergütungen für Auszubildende - aber auch, wie lange Arbeitnehmer arbeiten müssen und wieviel Urlaubstage, Urlaubs- und Weihnachtsgeld ihnen zusteht. Gäbe es keine Tarifverträge, wären die Arbeitszeiten länger und der Urlaub kürzer - laut Gesetz nur 20 Arbeitstage. Meist gelten die Tarifverträge für ein Jahr oder auch länger. Wenn sie ablaufen, wird über neue verhandelt.

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