Ein Lohnplus von 5,5 Prozent für zwölf Monate. Diese Forderung haben die ersten regionalen IG Metall-Tarifkommissionen für die anstehende Kfz-Tarifrunde beschlossen. Die Tarifrunde startet am 25. April mit den ersten Verhandlungen in Bayern und in Berlin-Brandenburg-Sachsen.
Seit Anfang April diskutierten die Kfz-Handwerker in ihren Werkstätten, Autohäusern und in der IG Metall vor Ort darüber, wie viel sie in der anstehenden Tarifrunde fordern wollen.
Tarifrunde startet mit klarem Votum
Die Debatten sind jetzt abgeschlossen und die ersten regionalen Tarifkommissionen haben ihre Forderung beschlossen: 5,5 Prozent mehr Geld für zwölf Monate. In einigen Tarifgebieten soll die Ausbildungsvergütung überproportional steigen. Die Beschlüsse betreffen die Regionen Berlin, Brandenburg, Sachsen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen, Pfalz, Saarland, Thüringen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Nächste Woche stehen weitere Beschlüsse an. Es zeichnet sich ab, dass auch die anderen Kommissionen dem Votum nach 5,5 Prozent Plus folgen werden.
Die Kfz-Tarifverträge sind mittlerweile zum 30. April oder 31. Mai gekündigt. Dann endet jeweils die Friedenspflicht. Nahezu zeitgleich könnten also in der Kfz-Branche wie auch in der Metall- und Elektroindustrie Warnstreiks beginnen.
Unterschiedliche Tarifstrukturen
Wie in der Metall- und Elektrobranche gibt es auch im Handwerk Betriebe, denen es wirtschaftlich gut geht und anderen eher bescheiden. Hinzu kommt, dass die Kfz-Tarifstruktur bundesweit zersplittert ist. Nur noch im Bezirk Mitte (Hessen, Pfalz, Saarland, Thüringen) gibt es noch eine klassische Tarifbindung über die Handwerksinnungen. In den anderen Tarifgebieten haben sich Tarifgemeinschaften gebildet mit regional unterschiedlichen Strukturen. Dann gibt es noch Handwerksbetriebe, die mit der IG Metall Firmentarifverträge abgeschlossen haben. Kein einfaches Unterfangen für eine koordinierte Tarifrunde.
Trotzdem: „Alle Handwerker haben ebenso steigende Verbraucherpreise und tragen zum gesamtgesellschaftlichen Produktivitätszuwachs bei wie die Beschäftigten in der Industrie“, betonte Helga Schwitzer, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, am 11. April beim Tarifrunden-Auftakt in Frankfurt. Dort waren sich die Verhandlungskommissionen einig, dass die IG Metall mit einer koordinierten und einheitlichen Forderung in allen 16 Tarifgebieten antreten soll. „Autos kaufen keine Autos – das spürt Ihr im täglichen Geschäft. Mehr Geld in den Taschen der Beschäftigten bedeutet mehr Kaufkraft, mehr privaten Konsum und stärkt so das Wachstum auch in unserer Branche“, so Helga Schwitzer.
Drei gute Gründe für 5,5 Prozent Plus
Deshalb haben auch die Handwerker ein gutes Plus verdient: Erstens, weil höhere Löhne und Gehälter die Preissteigerungen ausgleichen. 2012 stiegen die Verbraucherpreise um zwei Prozent und auch für 2013 werden gut zwei Prozent vorhergesagt. Zweitens, weil auch im Kfz-Handwerk die Produktivität immer weiter steigt und auch die Arbeitnehmer etwas davon haben sollen – und nicht nur die Arbeitgeber. Drittens, weil höhere Einkommen für mehr Konsum sorgen und die Konjunktur stützen. Damit tragen die Beschäftigten entscheidend dazu bei, dass sich der Wohlstand weiterentwickelt und Arbeitsplätze sicherer werden.
Am 25. April startet die Kfz-Tarifrunde mit den ersten Verhandlungen in Bayern und in Berlin-Brandenburg-Sachsen.
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