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Internationaler Frauentag 2013

Zukunftsperspektiven für Frauen schaffen

08.03.2013 Ι Auch für Nichtfeministinnen und Männer gibt es gute Gründe, sich an den Aktionen anlässlich des Internationalen Frauentages zu beteiligen. Denn auch im Jahr 2013 fehlt noch viel zu einer wirklichen Gleichstellung der Frauen. Profitieren würden davon Männer und Frauen. Dafür macht sich die IG Metall stark. Und sie setzt Zeichen für ein gleichberechtigtes Morgen.

Alle Jahre wieder: Anlässlich des 8. März, dem Internationalen Frauentag, wird auf die Defizite bei der Gleichstellung von Frauen und Männern hingewiesen. Nach mehr als hundert Jahren stellt sich die Frage, ob dieses Thema immer noch aktuell ist. Leider ist es so. Männer verdienen mehr als Frauen, haben die besseren Entwicklungsmöglichkeiten und ziehen auf der Karriereleiter nach oben meist an ihren Kolleginnen vorbei. Tatsächlich geht es beim Thema Gleichstellung nur im Schneckentempo voran.

Die IG Metall hat die Defizite bei der Gleichstellung von Frauen ausgemacht. Christiane Benner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall und für Gleichstellungsfragen zuständig, sagt: "Frauen brauchen im Betrieb bessere Chancen, sich zu qualifizieren und aufzusteigen". Sie fordert, dass die Firmen stärker darauf achten, Frauen zu fördern und ihnen Weiterbildungsmöglichkeiten zu bieten".


Gerechte Bezahlung

Frauen bekommen in Deutschland im Durchschnitt 22 Prozent weniger Geld als Männer. In Euro und Cent ausgedrückt: Wenn er einen Euro verdient, erhält sie nur 78 Cent. Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern schneidet Deutschland schlecht ab. Die Gründe für die Entgeltlücke sind vielfältig: Frauen arbeiten häufig in Teilzeit oder Minijobs, oft in Betrieben oder Branchen, in denen weniger bezahlt wird und die keine guten Perspektiven bieten. Sie unterbrechen häufiger als Männer ihre Erwerbstätigkeit, um Kinder oder pflegebedürftige Familienangehörige zu betreuen.  Alle diese Gründe führen zu den Differenzen bei der Bezahlung der Geschlechter. Und: In vielen Fällen führen solche Frauenerwerbsbiografien zu Altersarmut. Die entscheidenden Stellschrauben für den Aufbau armutsvermeidender Rentenansprüche liegen im Erwerbssystem.


Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Um Chancengleichheit im Arbeitsleben zu erreichen, müssen Männer und Frauen Möglichkeiten haben, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Dazu gehören familienfreundliche Bedingungen in den Unternehmen und eine Familienpolitik der Bundesregierung, die diesen Namen auch verdient. Mit der Entscheidung für ein Betreuungsgeld hat die Politik den Frauen keinen Dienst erwiesen. Besser wären die Gelder in guten Kitas und anderen öffentlichen Betreuungseinrichtungen investiert worden. "Solange viele Frauen ihre Berufswünsche nicht umsetzen können, weil sie keine Betreuungsplätze für ihre Kinder finden, kann von Wahlfreiheit nicht die Rede sein und erst recht nicht von Chancengleichheit im Erwerbsleben", stellt Benner fest. 


Verbindliche Frauenquote

Die IG Metall fordert eine Frauenquote für Führungspositionen. Wenn mehr Frauen Spitzenjobs besetzen, wird das auch die Frauen auf den unteren Hierarchieebenen dazu ermutigen, sich weiterzuentwickeln. Dafür sind familienfreundliche Bedingungen und eine flexible Arbeitszeit eine wichtige Voraussetzung. Dann wäre die Tür für eine wirkliche Gleichstellung zumindest einen Spalt weiter geöffnet. Eine Flexiquote und unverbindliche Appelle, wie sie die schwarz-gelbe Koalition verabschieden will, sind nicht wirkungsvoll.

Dass nun die Bundesregierung sogar die abgeschwächte Initiative der EU für eine Frauenquote in Europa blockieren will, kritisiert die IG Metall. "Ohne einen gesetzlichen Zwang bewegt sich nichts", erläutert Benner. Für sie ist klar, wohin die derzeitige Blockade der Regierung gegenüber der Initiative der EU-Kommissarin Viviane Reding und das Beharren auf freiwilligen Selbstverpflichtungen der Unternehmen führt: "Es wird sich weiterhin nichts tun", kritisiert die Gewerkschafterin. "Freiwillige Selbstverpflichtungen reichen nicht aus, das hat die Vergangenheit gezeigt. Was wir brauchen ist eine gesetzliche Frauenquote für Vorstände und Aufsichtsräte", sagt sie.


Wie es besser geht

Die IG Metall setzt sich dafür ein, dass

  • Frauen bei gleichwertiger Arbeit auch gleich bezahlt werden und ein Entgeltgleichheitsgesetz verabschiedet wird, 
  • Frauen gezielt gefördert und ihnen mehr Chancen auf eine Karriere eröffnet werden,
  • eine verbindliche Frauenquote für Vorstände und Aufsichtsräte eingeführt wird,
  • Arbeitszeiten gesundheits- und vereinbarkeitsfreundlich werden und ein Wechsel zwischen Teil- und Vollarbeitszeit erleichtert wird,  
  • die Betreuungsangebote für Kinder ausgebaut und das Betreuungsgeld abgeschafft werden,
  • die Rückkehr auf einen gleichwertigen Arbeitsplatz nach der Elternzeit möglich wird.

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Links und Zusatzinformationen
Geschichte_Frauentag
Geschichte
8. März: Internationaler Frauentag

Der Internationale Frauentag geht auf die Arbeiterinnenbewegung Mitte des 19. bis 20. Jahrhunderts zurück. Damals demonstrierten und streikten in den USA die Textilarbeiterinnen. Der erste Internationale Frauentag fand am 19. März 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA statt. Für das Wahlrecht für Frauen gingen über eine Million Frauen  auf die Straße - eine bis dahin beispielslose Massenbewegung.

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