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Hannover Messe: IG Metall fordert ökologischen Umbau der Industriegesellschaft. Foto: metallzeitung

Hannover Messe: IG Metall fordert ökologischen Umbau der Industriegesellschaft

Wie Industrie ökologisch wird

08.04.2011 Ι In welche Richtung sollen sich die Industrie-Gesellschaften entwickeln? Diese Frage stellt sich nach der Atom-Katastrophe in Japan erneut. Und zwar nicht nur unter rein ökologischen Gesichtspunkten. Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall, hat auf der Hannover Messe gemeinsam mit Experten mögliche Szenarien vorgestellt und diskutiert.

"Nachhaltig umsteuern! Auf dem Weg zur ökologischen Industriegesellschaft", so lautete der Titel der IG Metall-Fachtagung auf der Hannover Messe am 8. April in Hannover. Dort diskutierten Berthold Huber und Ernst Ulrich von Weizsäcker mit Interessierten und Experten, wie das Verhältnis von Ökonomie, Politik, Markt und Gesellschaft neu ausgerichtet werden kann. Dass das dringend notwendig ist, zeigen Entwicklungen der jüngsten Vergangenheit: so zum Beispiel die Finanzkrise und auch die Atomkatastrophe in Japan.

Der Unterschied zwischen grünem Anstrich und Nachhaltigkeit
Huber erklärte, dass Nachhaltigkeit etwas anderes ist, den bisherigen Strategien einen grünen Anstrich zu verpassen: "Vielmehr geht es um die Frage, welche Wachstumsziele wir einschlagen wollen und wie wir wirtschaftlichen Erfolg bewerten. Vorrangig an der Rendite, oder vor allem an dem, was den Menschen und dieser Gesellschaft nützt." Die Orientierung auf eine moderne, ökologisch nachhaltige Industrie gehört zum von der IG Metall geforderten Kurswechsel. Allein deshalb, weil die Kosten für Rohstoffe, Energie und Umweltbelastungen weiter steigen werden. "Öko-Effizienz wird im zukünftigen Innovationswettbewerb der Industrieländer eine immer größere Rolle spielen", betonte Huber.
Für Huber gibt es drei grundlegende Herausforderungen für die Wirtschaft:

  • Ein nachhaltiges Mobilitätssystem muss entwickelt werden.
  • Bei der Energieversorgung muss auf erneuerbare Energien umgestiegen werden.
  • Produkte und Prozesse müssen energie- und materialeffizienter werden.


Der Strukturwandel muss jedoch auch sozial tragfähig sein. "Die Interessen der Beschäftigten sind ebenso maßgebend, wie die ökologischen Herausforderungen," betonte Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt im Rahmen einer Expertentagung. Das geht nur über Beteiligung und Mitbestimmung in den Unternehmen.

Der Staat muss auch umbauen
Professor Ernst Ulrich von Weizsäcker, International Panel for Sustainable Ressource Management, hob die besondere Rolle des Staates im Rahmen eines ökologischen Umbaus der Industriegesellschaft hervor:
"Eine Erholung der Natur, ein Schutz der Biodiversität und des Klimas ist ohne staatliche Leitplanken, ohne einen starken Staat nicht realistisch. Wenn wir wirklich Wohlstand, Sicherheit und eine gesunde Umwelt wollen, dann muss der Markt neue Leitplanken bekommen. Ein demokratisch legitimierter Staat muss der Spekulation und dem ökologischen Raubbau Grenzen setzen."

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