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Griechenland zu retten ist nicht selbstlos, sondern dringend geboten. Foto: fotolia.com

Griechenland zu retten ist nicht selbstlos, sondern dringend geboten

Die Banken nicht aus der Verantwortung entlassen

05.05.2010 Ι Die griechischen Gewerkschaften haben zu einem Generalstreik aufgerufen, um gegen die harten Sparmaßnahmen des griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou zu protestieren. Allein in Athen gingen nach ihren Einschätzungen etwa 200 000 Menschen auf die Straße. Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall, fordert, dass Europa Griechenland beistehe.

"Wir reagieren auf die Erpressungen der Spekulanten und der Märkte, wir streiken für unsere sozialen Rechte, damit nicht die Arbeiter die Krise bezahlen", heißt es in dem Protestaufruf der griechischen Gewerkschaften. Nach ihren Einschätzungen gingen allein in Athen etwa 200 000 Menschen auf die Straße. Die meisten demonstrierten friedlich, allerdings kam es auch zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Bei einem Brandanschlag auf eine Bank starben bedauerlicherweise drei Menschen.

DGB bei der Demonstration dabei
DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki unterstützte in Athen die Proteste. In einer Ansprache zu Beginn der Demonstration machte er deutlich, dass die deutschen Gewerkschaften solidarisch zu ihren Kolleginnen und Kollegen in Griechenland stehen und forderte statt einer einseitigen Belastung von Beschäftigten, Rentnern und Arbeitslosen eine solidarische Verteilung der Lasten der Krise. Insbesondere kritisierte er die hohen Zinssätze, die der griechische Staat für Staatsanleihen zu zahlen habe, während die EZB von den privaten Banken während der Krise nur ein Prozent forderte.

Griechenland sofort helfen
In einer Resolution fordert der DGB-Bundesvorstand die politisch Verantwortlichen in Deutschland und Europa auf, Griechenland sofort mit umfassenden Finanzhilfen zu unterstützen. "Finanzielle Soforthilfen dürfen nicht an ein rigides Sparprogramm geknüpft werden, das zu Lasten der sozial Schwachen geht." Das am Wochenende beschlossene Hilfspaket für Griechenland beinhalte harte und nicht hinnehmbare Auflagen. Wieder müssen Arbeitnehmer, Arbeitslose und Rentner mit Lohnkürzungen, Einschnitten bei Renten und Sozialleistungen sowie einer Anhebung der Mehrwertsteuer die Zeche für die Krise zahlen, heißt es in der Resolution.

Auch für Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall, ist Griechenland das "Paradebeispiel eines Finanzkapitalismus, der nur den eigenen Vorteil sieht". Er fordert, dass Europa Griechenland beistehe: "Aber man darf die Banken nicht aus der Verantwortung entlassen."

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