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Gewerkschaften gegen Betreuungsgeld

Gewerkschaften gegen Betreuungsgeld

Nein zum Betreuungsgeld - ja zu echter Wahlfreiheit

06.06.2012 Ι Heute entscheidet das Bundeskabinett über das Betreuungsgeld. Die IG Metall fordert die Regierung auf, dieses abzulehnen. Stattdessen soll sie mehr Geld in den Kita-Ausbau investieren. In einem gewerkschafts- und parteiübergreifenden Bündnis macht sich die IG Metall für eine echte Wahlfreiheit stark. Die gibt es nur mit guten und ausreichenden Kindertagesplätzen.
Ab dem Jahr 2013 haben Kinder unter drei Jahren einen gesetzlichen Anspruch auf einen Krippenplatz. Dumm ist nur, dass bundesweit noch immer 230 000 Kitaplätze fehlen. Nun will die Regierung ein weiteres Gesetz auf den Weg bringen: Das Betreuungsgeld. Das sollen Eltern bekommen, wenn sie ihre Jüngsten zu Hause betreuen.

Das Bundeskabinett will heute darüber entscheiden. Mittlerweile hat sich parteiübergreifend Widerstand gegen das Betreuungsgeld formiert. In einem gemeinsamen Aufruf fordert die IG Metall mit anderen Gewerkschaften und Parteien, dem Gesetz im Bundestag nicht zuzustimmen.

Parteiübergreifener Appell gegen das Betreuungsgeld

Über Parteigrenzen hinweg machen sie sich dafür stark, dass Eltern ein gutes und verlässliches Betreuungsangebot für Kinder haben. Damit alle Kinder in ihrer Entwicklung gefördert werden. Damit Mütter und Väter ihr Leben, Familie und Beruf so organisieren können, wie sie es für richtig halten. Das gibt es nicht umsonst. Dafür werden die Milliarden gebraucht, die für das Betreuungsgeld vorgesehen sind.

Mutter zu Hause bei den Kindern, Vater im Beruf

Dieses Familienmodell war vor 50 Jahren normal. Kindergärten gab es nicht überall und sowieso erst ab dem vierten oder fünften Lebensjahr. Für Kinder ist es gut, so früh wie möglich mit Gleichaltrigen zusammen zu sein. Sie werden nicht nur schneller selbstständig, sie haben es auch in der Schule leichter. Besonders der Nachwuchs aus Migranten- und bildungsfernen Familien profitiert vom Besuch der Kitas. Das Betreuungsgeld - auch "Herdprämie" genannt -schafft einen Anreiz, Kinder von der Kinderkrippe fern zu halten.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Frauen müssen eine gleichberechtigte Chance auf dem Arbeitsmarkt haben. Das geht nur, wenn es genügend qualifizierte Kinderbetreuungsplätze gibt - entweder in den Unternehmen selbst oder öffentlich finanziert. Dann können pausierende Eltern nach der Babypause auch schneller in den Job zurückkehren. Kontraproduktiv wirkt es dagegen, den Ausstieg aus dem Arbeitsleben auch noch finanziell zu fördern. Fehlende Betreuungsplätze sind das größte Hindernis, im Beruf den Anschluss zu halten.

Im Alter von Armut bedroht

Noch immer sind es die Frauen, die in Deutschland für gleichwertige Arbeit schlechter bezahlt werden und die aus dem Job aussteigen, wenn es um Kinderbetreuung oder Pflege geht. Dafür zahlen sie einen hohen Preis: Ein Großteil der erwerbstätigen Frauen sind prekär beschäftigt. Nach Kinderbetreuungszeiten und Teilzeit haben sie oft keine Chance auf einen Vollzeitarbeitsplatz. Im Alter bedeutet das für viele Arbeitnehmerinnen Armut. Der Zugang zu eigenständigem Erwerbseinkommen ist der beste Schutz vor Armut. Ohne eine verlässliche öffentliche Betreuungsinfrastruktur ist dieser aber gerade für Familien mit mittleren oder geringeren Einkommen und für Alleinerziehende, die sich keine private Betreuung leisten können, nicht möglich.

Schädlich und teuer

Die IG Metall will niemandem ein Lebensmodell aufzwingen. Sie will aber, dass alle Frauen und Männer selbst wählen können, ob sie beruflich tätig sein wollen oder nicht. Mit fehlenden Krippenplätzen und einem Betreuungsgeld ist diese Wahlfreiheit nicht gegeben.

Das Betreuungsgeld ist schädlich. Das Betreuungsgeld ist teuer. Das Betreuungsgeld will niemand - außer der CSU.

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