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© Frank Rumpenhorst

Fragen an Jörg Hofmann zur Zusammenarbeit von Autoherstellern und Zulieferern

Betriebe brauchen Verlässlichkeit

16.06.2015 Ι Die IG Metall hat mit der Hans Böckler Stiftung die Betriebsräte der Autohersteller und Zulieferer ab morgen zu einer zweitägigen Konferenz nach Leipzig eingeladen. Jörg Hofmann, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, zu den Herausforderungen der Branche und warum sie nur gemeinsam bewältigt werden können.

Die IG Metall lädt die Betriebsräte der Automobilbranche im Juni zu einer gemeinsamen Konferenz ein. Was ist das Ziel?
Jörg Hofmann:
Die Branche ist im Umbruch. Nur wenn Hersteller und Zulieferer partnerschaftlich zusammenarbeiten, haben sie eine Chance, den Strukturwandel zu schaffen. Es geht um viel. Die Branche beschäftigt rund 800 000 Menschen. Die Unternehmen auf beiden Seiten brauchen Sicherheit und Verlässlichkeit. Das schafft auch Sicherheit für die Beschäftigten und ihre Familien.

Welche Umbrüche sind das?
Steigende Umweltbelastungen verlangen eine Abkehr vom Verbrennungsmotor. Die Unternehmen müssen in alternative Antriebe wie Hybrid- oder Elektromotor und Leichtbau investieren. Autos sollen in Zukunft auch selbst fahren können, Daten sammeln und austauschen. Dadurch kommen neue Akteure ins Spiel, die bisher mit der Branche nichts oder wenig zu tun hatten. Die Märkte verschieben sich. Das Wachstum findet heute vor allem in Asien statt. Über Preisdruck bei Zulieferern wird die Autobranche den Wandel nicht schaffen.

Was muss sie tun, um den Wandel erfolgreich mitzugehen?
Die Unternehmen der Autobranche müssen den Wandel selbst mit neuen Ideen und Innovationen vorantreiben. Sie dürfen sich nicht von Veränderungen treiben lassen. Und: Wir brauchen Sicherheit für die Beschäftigten. Sicherheit heißt auch, sich für neue Aufgaben qualifizieren zu können. Mit unserem Tarifvertrag zur Bildungsteilzeit haben wir dafür eine wichtige Grundlage geschaffen.

Tun die Unternehmen da schon genug?
Einigen ist schon bewusst, dass sie etwas machen müssen. Aber nicht allen. Wir brauchen Mitbestimmung, die das fordert und darauf drängt. Viele Betriebsräte kennen die Schwachstellen und wissen, wohin sich ihr Unternehmen entwickeln kann. Sie müssen ihre Ideen und Forderungen einbringen.

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Automobilbranche in Zahlen

Die Hersteller:
Bei den Autobauern beträgt die durch-schnittliche Rendite 5,6 Prozent. Deutlich besser sieht es bei deutschen Herstellern aus: Ihre Rendite liegt im Schnitt bei 7,8 Prozent.

Die Kleinen und die Großen:
Die Rendite kleiner Zulieferer mit einem Umsatz von weniger als 500 Millionen Euro beträgt laut IMU Institut 5,4 Prozent. Bei den Größten beträgt sie 7,9 Prozent.

Das bringt Rendite:
Reifenhersteller liegen mit einer durch-schnittlichen Rendite von 9,4 Prozent laut IMU Institut weit vorn. Autoelektrik
kommt dagegen auf eine durchschnitt-liche Rendite von 5,5 Prozent.

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