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Familie und Beruf: schlechte Rechtslage für Schwangere in befristeten Jobs

Schwanger und befristet

30.05.2012 Ι Das Gesetz schützt schwangere Arbeitnehmerinnenin besonderem Maße. Das gilt bei befristeten Jobs allerdings nur bedingt. Sie können auch bei Schwangeren einfach auslaufen.

Wer schwanger wird, kann nicht gekündigt werden. Das muss doch auch für Frauen gelten, die einen befristeten Arbeitsvertrag haben. Mit dieser festen Überzeugung melden sich bei Isaf Gün regelmäßig Frauen am Telefon.


Die Juristin, die beim Vorstand der IG Metall für Frauen und Gleichstellung zuständig ist, muss die Anruferinnen immer wieder enttäuschen. "Der Kündigungsschutz gilt für Schwangere mit rechtswirksamer Befristung nur, solange der Vertrag läuft. Er endet aber automatisch nach Ablauf der Frist, auch bei Schwangeren." Bei einem befristeten Arbeitsverhältnis gibt es keine Kündigung,und ohne Kündigung keinen Kündigungsschutz. Das Problem betrifft immer mehr. Innerhalb von zehn Jahren stieg die Zahl der befristeten Stellen von 1,7 auf 2,7 Millionen. 2011 war jedes zehnte Arbeitsverhältnis zeitlich begrenzt.


Nur gefühlt?

Wer eine befristete Stelle hat und schwanger wird, hat wenig Möglichkeiten, gegen eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses vorzugehen.Natürlich schwingt in solchen Fällen im Hinterkopf der Gedanke mit: "Wäre ich nicht schwanger, hätte ich einen neuen Vertrag bekommen." Mit einer gefühlten Diskriminierung kommen Betroffene in diesemFall allerdings nicht weiter. Wer eine Chance auf Weiterbeschäftigung haben will, muss Anhaltspunkte für eine Diskriminierung nennen. Das könnte der Fall sein, wenn in einer Abteilung vier Beschäftigte einen befristeten Vertrag haben und alle - außer der Schwangeren - einen neuen Vertrag bekommen. Dies wäre ein Anhaltspunkt. Ob er ausreicht, um rechtlich eine Diskrimierung nachzuweisen, müssen dann die Gerichte entscheiden.

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Gültig oder ungültig?

Wer einen befristeten Arbeitsvertrag hat, sollte prüfen, ob die Befristung zulässig ist: 

  1. Das Teilzeit- und Befristungsgesetz hat Befristungen erleichtert. Arbeitgeber können Arbeitsverträge bis zu zwei Jahre ohne Angaben von Gründen befristen.
  2. Nicht jede Befristung ist rechtlich zulässig. Unter Umständen sind "sachgrundlose Befristungen" ungültig. Das trifft etwa auf Beschäftigte zu, die sich auf einen Tarifvertrag berufen können, der Befristungen nur aus sachlichen Gründen zulässt. In einigen Metalltarifverträgen gibt es solche Regelungen.
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