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Einigung beim Spanplattenbauer Glunz auch in Meppen

Auch Glunz in Meppen lenkt ein - Tarif und mehr Geld

19.05.2016 Ι Nach der Einigung bei Glunz in Nettgau hat nun auch die Geschäftsführung am Standort Meppen eingelenkt, um den drohenden Streik abzuwenden: Glunz in Meppen übernimmt die Abschlüsse aus dem Holztarif. Die Löhne steigen um 2 Prozent ab sofort und noch einmal um 1,7 Prozent ab Juli 2017.

Auch in Meppen hat die Geschäftsführung von Glunz nun nach sieben Stunden Verhandlung mit der IG Metall doch noch eingelenkt. Die geplante Lohnkürzung von im Schnitt 3000 Euro je Beschäftigten im Jahr ist vom Tisch. Glunz in Meppen bleibt weiter tarifgebunden und übernimmt die Tarifabschlüsse aus der Holz- und Kunststoff verarbeitenden Industrie: Die Löhne steigen um zwei Prozent rückwirkend zum 1. Mai 2016 sowie um weitere 1,7 Prozent ab 1. Juli 2017 -  wie bereits am Dienstag auch am Standort Nettgau/Sachsen-Anhalt vereinbart. Die Ausbildungsvergütungen erhöhen sich um 20 Euro im Monat. Ab 1. Januar 2017 tritt ein Tarifvertrag Demographie mit Altersteilzeit in Kraft.

 
Die Streikbereitschaft brachte den Durchbruch

Glunz war an allen Standorten aus dem Tarif ausgestiegen, um massive Personaleinsparungen durchzudrücken. In Meppen hatte die Geschäftsleitung den Haustarifvertrag gekündigt und trotz eines Warnstreiks Ende April mehrere Verhandlungsangebote ausgeschlagen. Die Beschäftigten haben sich mit einem Warnstreik Ende April gegen die Kürzungspläne gewehrt. Ursprünglich wollten die IG Metall-Mitglieder bei Glunz in Meppen nun nächste Woche in einer Urabstimmung entscheiden, ob sie für ihre Forderungen in den Streik gehen. Das ist nun nicht mehr nötig. IG Metall und Beschäftigte konnten ihre Forderungen durchsetzen.

"Dieser Erfolg war uns nur möglich durch die Warnstreiks und die starke Unterstützung von allen Beschäftigten", erklärt der Verhandlungsführer der IG Metall Friedhelm Ahrens. "Entscheidend war dabei auch, dass wir gemeinsam mit den Kollegen in den Glunz-Werken in Nettgau und Beeskow vorgegangen sind."

In Nettgau hatten die IG Metall-Mitglieder bereits letzte Woche zu 98 Prozent für Streik gestimmt. Der Streik sollte am Mittwoch beginnen. Doch einen Tag zuvor lenkte die Geschäftsführung in Nettgau doch noch ein.


Nunmehr steht nur noch am Standort Beeskow/Brandenburg eine Einigung aus. Auch dort planen die IG Metall-Mitglieder eine Urabstimmung über Streik.

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Werner Bachmeier
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