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Bundesweiter Automobil-Aktionstag gegen den Missbrauch von Werkverträgen. Foto: IG Metall

Bundesweiter Automobil-Aktionstag gegen den Missbrauch von Werkverträgen

Gemeinsam gegen die Billig-Strategie der Arbeitgeber

24.09.2015 Ι Mehrere zehntausend Beschäftigte von Automobilherstellern und Zulieferern senden beim bundesweiten Automobil-Aktionstag der IG Metall gegen den Missbrauch von Werkverträgen eine deutliche Botschaft an Arbeitgeber und Politik: Wir lassen uns nicht spalten!
Nicht nur im Betrieb arbeiten sie Hand in Hand, auch beim Aktionstag gegen den Missbrauch von Werkverträgen stehen Werkvertragler und Stammbeschäftigte heute Seite an Seite. Sie fordern: Schluss mit der Billig-Strategie zu Lasten der Beschäftigten.


Erste Meilensteine

Auf den Kundgebungen bei Porsche und BMW in Leipzig sprach Detlef Wetzel, Erster Vorsitzender der IG Metall. Er lobte erste Meilensteine, wie die Tarifbindung in neun Leipziger Werkvertragsfirmen mit rund 2500 Beschäftigten oder die Vereinbarung mit BMW, künftig Logistikdienstleistern Vorrang einzuräumen, die einen Firmentarifvertrag mit der IG Metall vorweisen können.

Dennoch zeige die Betriebsrätebefragung und der jüngst erschienene Sozialreport zur Lage der Beschäftigten in Werkvertragsunternehmen, dass diese Erfolge nur ein Anfang seien. Gleichzeitig stellte Wetzel klar, dass die IG Metall nicht grundsätzlich gegen Werkverträge sei, "sondern gegen die Werkverträge, die ausschließlich dazu genutzt werden, um Löhne zu senken und Arbeitsbedingungen zu verschlechtern."
 

Soziale Verantwortung: Fehlanzeige

Auch Jörg Hofmann, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, kritisierte auf der Kundgebung bei Daimler in Sindelfingen die Vergabepraxis der Unternehmen: "Die billigste Werkvertragsfirma bekommt den Zuschlag. Die Differenzen streichen die Unternehmen als Extraprofite ein und stehlen sich komplett aus jeder sozialen Verantwortung." Mehr als 150 000 Arbeitsplätze in der Automobilbranche in den Bereichen Industrielogistik, Entwicklungsdienstleistung und Industrieservice seien so bereits ausgelagert worden.

Weitere Kundgebungen und Aktionen fanden unter anderem an den Daimler-Standorten Ludwigsfelde, Berlin, Bremen, Kassel, Düsseldorf, Neustadt, Untertürkheim, Gaggenau und Rastatt, bei Audi in Ingolstadt, bei BMW in München, Dingolfing, Landshut und Regenburg, bei MAN in München und Nürnberg, bei Opel in Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern, bei Ford in Köln und bei VW in Wolfsburg statt.


Das fordert die IG Metall von den Arbeitgebern:

  • Schluss mit der Auslagerung von Tätigkeiten, die zum Kerngeschäft eines Unternehmens gehören
  • Unvermeidbare Auslagerungen nur an Dienstleister mit IG Metall-Tarifen und Betriebsräten
  • Sichere und faire Arbeit für alle

 

Das fordert die IG Metall von der Politik:

  • Klare Abgrenzung von Leiharbeit und Konsequenzen für illegale Scheinwerkverträge
  • Beweislastumkehr: Auftraggeber sollen die Rechtmäßigkeit eines Werkvertrages nachweisen müssen
  • Mitbestimmungs- und Informationsrechte für Betriebsräte bei Auslagerungen
  • Zuständigkeit der Betriebsräte für alle Beschäftigten auf dem Werksgelände - auch für die der Werkvertragsfirmen
  • Haftung für Subunternehmer: Wer Subunternehmen beauftragt, muss dafür sorgen, dass diese sich an geltende Gesetze und Tarifverträge halten


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