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Betriebsratswahl 2014. Foto: Stefan Petrat

Betriebsratswahl 2014

Solarworld-Zentrale jetzt mit Betriebsrat

26.03.2014 Ι Im Reich von "Sonnenkönig" Frank Asbeck, dem Gründer und Chef der Solarworld, reden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jetzt mit: In der Bonner Zentrale wählten sie einen Betriebsrat - den ersten Metaller-Betriebsrat in Deutschlands größtem Solarkonzern.

Ortstermin Bonn-Graurheindorf, Anfang März: Inhouse-Schulung des Betriebsrats von Solarworld und deren Tochterfirma Solarparc. Auf einem großen Tisch stehen Kaffeekannen und Wasserflaschen, die Tischplatte ist vor lauter Papieren kaum zu sehen.

Hier werden nicht Paragrafen gepaukt, hier wird die Frage diskutiert, wie mithilfe von Gesetzen die betrieblichen Probleme gelöst werden können - ein Pilotprojekt der IG Metall Bonn-Rhein-Sieg. Betriebsratsvorsitzender Peter Finger wundert sich, dass diese Art der Schulung neu ist: Sie praxisnah zu gestalten liege doch "so nahe" und sei "unglaublich wichtig" - gerade für erstmals gewählte Betriebsräte.

Blick zurück

Im April 2013 gelingt es Petra Bernard, Kontakt zu einigen Beschäftigten von Solarworld aufzunehmen. Die Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Bonn-Rhein-Sieg trifft sich mit ihnen nach Feierabend, ein halbes Dutzend Mal, auch in Kneipen. Der Solarkonzern steckt in der größten Krise seiner Geschichte. "Wir wussten nicht, was passiert und wollten die Zukunft des Unternehmens mitgestalten", berichtet die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Yvonne Zachow. Es herrschte große Angst vor der Insolvenz.

 

Mitte November 2013 lädt Petra Bernard zur ersten Betriebsversammlung ein. Auf der wird ruckzuck ein Wahlvorstand gewählt, der umgehend seine Arbeit aufnimmt. Man ist skeptisch, ob genügend Beschäftigte für die Wahl zum Betriebsrat kandidieren. Petra Bernard und der Wahlvorstand informieren die Belegschaft über die Aufgaben eines Betriebsratsmitglieds. Am Ende gibt es 26 Kandidatinnen und Kandidaten - fast ein Zehntel der Belegschaft.

 

Ende Januar 2014 wählen die 272 Wahlberechtigten ihren Betriebsrat - und viele sind erleichtert: "Endlich steht fest: Die Beschäftigten haben eine eigene Interessenvertretung im Unternehmen ", erzählt Betriebsrätin Billie Fleischer.

 

Die Beziehung zur Geschäftsleitung, mit der sich der Betriebsratsvorstand einmal im Monat trifft, und zur Personalabteilung, mit der sogar wöchentliche Treffen vereinbart sind, ist "professionell ", sagt Petra Bernard. Die Geschäftsführung hat das eine oder andere Vorhaben bereits zurückgestellt, bis der Betriebsrat seine Meinung dazu geäußert hat - denn bei Solarworld gilt jetzt die Mitbestimmung.

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