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Arbeitszeit ist Lebenszeit

Maß halten und gesund bleiben

08.08.2011 Ι Wer seine Arbeit schätzt, engagiert sich gerne über das gesunde Maß hinaus. Erst recht, wenn Not am Mann oder an der Frau ist. Auch wenn Aufträge sich türmen, Termine rutschen, Kunden warten und ein Projekt dringend abgeschlossen werden muss: Arbeitszeit ist Lebenszeit. Wenn es zu viel wird, macht der Körper schlapp.

Der Arbeitsalltag und die Abläufe haben sich in den letzten Jahren sehr verändert. Starre Arbeitszeiten gibt es bei Büroarbeitsplätzen nur noch selten. Selbstverantwortung und hohe Flexibilität auf der einen, zunehmender Leistungsdruck und ausufernde Arbeitszeiten auf der anderen Seite gehören dazu. Die Arbeitszeit steht in engem Zusammenhang mit der Lebensgestaltung: den Einkommens- und Lebensbedingungen, dem Zusammenleben mit anderen Menschen, der Leistungsfähigkeit und der Gesundheit.

Arbeitszeit ohne Grenzen?

In Deutschland sind die tatsächlichen Arbeitszeiten gegen den europäischen Trend gestiegen. In der Metall- und Elektroindustrie ist die durchschnittliche reale Wochenarbeitszeit abhängig von der Qualifikation: Je höher die Qualifikation, desto höher auch die durchschnittliche Wochenarbeitszeit! Personalressourcen, Arbeitszeiten der Beschäftigten und betriebliche Erwartungen sind oft nicht mehr aufeinander abgestimmt. Für die Beschäftigten bedeutet das: Individuelle Zeitbedürfnisse bleiben auf der Strecke. Arbeitszeiten sind kaum planbar, werden kurzfristig verändert, richten sich nach Projektzielen, Kundenanforderungen oder sonstigen betrieblichen Erfordernissen.

 

Weit über zwei Drittel aller Unternehmen nutzen irgendeine Form von flexibler Arbeitszeitorganisation. Das kann zu überlangen Arbeitszeiten, Selbstausbeutung und Überforderung führen. Gleichzeitig können jedoch gute betriebliche Regelungen zur flexiblen Arbeitszeit mehr Zeitsouveränität bieten. Beispielsweise um Arbeits- und Lebenszeit gut unter einen Hut zu bringen.

Wenn es zu viel wird, macht der Körper schlapp

Überlange Arbeitszeiten und Überforderung greifen die Gesundheit an. Fast jeder kennt das: Mental erschöpft, braucht man einfach länger, um ein kniffliges Problem zu lösen oder eine Aufgabe gut zu erledigen. Arbeitsmedizinisch ist erwiesen, dass bestimmte Symptome und Gesundheitsstörungen vermehrt im Zusammenhang mit zu langen Arbeitszeiten auftreten. Dazu gehören nicht nur Rücken-, Nacken- und Kopfschmerzen. Es steigt die Infektanfälligkeit. Herzkrankheiten, Tinnitus und Hörsturz nehmen zu. Andere leiden unter Übermüdung, Schlafstörungen und psychischer Erschöpfung.

Zeit für die eigene Gesundheit

Auch wenn sich die Arbeit auf dem Schreibtisch türmt und die Bänder in den Produktionshallen Tag und Nacht laufen: Beschäftigte sollten sich Zeit für die eigene Gesundheit nehmen. Überstunden und Schichtarbeit lassen sich zwar nicht immer vermeiden, doch es gibt Möglichkeiten, die Arbeitszeit gesünder zu gestalten. Dazu können Beschäftigte bei ihrem Betriebsrat oder ihrer IG Metall nachfragen.

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