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Aktionstag bei Bombardier Sachsen

Bombardier-Beschäftigte fordern Standortgarantie

28.09.2016 Ι Die Beschäftigten von Bombardier Sachsen haben in Görlitz für die Zukunft ihrer Arbeitsplätze demonstriert. Sie fordern, dass die Geschäftsleitung eine Garantie zum Erhalt ihrer Werke über 2018 hinaus abgibt. Die IG Metall hat bereits erreicht, dass Bombardier weniger Stellen als geplant abbaut. Zudem wird das Land Sachsen Bombardier finanziell unterstützen.

1500 Beschäftigte des Schienenfahrzeugherstellers Bombardier in Sachsen haben am Mittwochmorgen für anderthalb Stunden die Arbeit niedergelegt. Bei ihrem Aktionstag vor dem Werk in Görlitz demonstrierten sie für ihre Zukunft. Die Konzernspitze hat zwar nach Warnstreiks und Verhandlungen bereits zugesagt, dass sie weniger Arbeitsplätze abbaut als die 240 ursprünglich geplanten. Allerdings will sie dafür Unterstützung vom Land Sachsen in Form einer Innovationsförderung.

 

Beschäftigte und IG Metall fordern, dass die Geschäftsführung den Erhalt der Werke in Bautzen und Görlitz auch nach 2018 garantiert. Auch Sachsens Wirtschaftsminister Dulig (SPD) macht die Zahlung der Innovationsförderung von einer Standortgarantie abhängig. Diese Garantie hat Bombardier bislang nicht gegeben. Die Beschäftigten erwarten von Bombardier-Deutschlandchef Wacker, dass er nächste Woche auf der Betriebsversammlung ein Bekenntnis zu den beiden Standorten abgibt.

 

Bombardier soll Aufträge nach Sachsen bringen

"Fast ein Jahr nach der Ankündigung des Stellenabbaus im Werk Sachsen gibt es immer noch zu viele Ungewissheiten über die Zukunft der Arbeitsplätze", kritisiert Jan Otto von der IG Metall Ostsachsen. "Beschäftigte, IG Metall und Politik haben Bombardier Tür und Tor für die Zukunft der sächsischen Werke geöffnet. Wir erwarten, dass das Management Aufträge nach Sachsen holt - und nicht Ende 2018 sagt, dass keine Aufträge mehr da sind."

 

Die Unsicherheit in der Belegschaft ist nach wie vor groß. Unter anderem kursieren Gerüchte über einen geplanten Stellenabbau in der Teile- und Komponentenfertigung. Zugleich hatte Bombardier im August 100 zusätzliche Leiharbeiter gesucht.

Otto fordert von der Geschäftsführung endlich Klarheit. Sie soll Auftragseingang und -auslastung für die kommenden Jahre angehen und offenlegen, um Ruhe in die Betriebe zu bringen. Betriebsbedingte Kündigungen im Bereich der Teile- und Komponentenfertigung werde die IG Metall in keinem Fall akzeptieren.

 

Stellenabbau abgemildert

Ende letzten Jahres hatte der kanadische Bombardier-Konzern angekündigt, dass er 1430 der knapp 10500 Arbeitsplätze in Deutschland streichen will, davon 240 in Bautzen und Görlitz, allein 200 in der Entwicklung. Zusätzlich sollten hunderte Leiharbeiter gehen. Nach Protesten und Verhandlungen hat die Konzernspitze jedoch eingelenkt. Nun sollen mindestens 60 Ingenieure bleiben könnten. Die Geschäftsführung bietet den Beschäftigten, dass sie mit Abfindungen freiwillig gehen können. Auch die Berufsausbildung bleibt erhalten.

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