Deutschlandfonds: noch Mittel verfügbar
Rettungsfonds noch nicht ausgeschöpft

Ein Jahr nach Gründung des Wirtschaftsfonds Deutschland stehen krisengeschwächten Unternehmen noch viele Mittel zur Verfügung. Bürgschaftsbanken, Kammern und Kreditinstitute bewerten den Fonds als positiv. Das Problem für die Unternehmen aber ist: staatliche Hilfe zu erhalten ist aufwendig und ...

14. April 201014. 4. 2010


... dauert lange.

Seit Anfang März 2009 können strauchelnde Unternehmen staatliche Mittel zur Überbrückung der Krise erhalten. Mehr als 12 200 Firmen haben das bisher in Anspruch genommen. Insgesamt wurden damit Kredite und Bürgschaften in der Höhe von 11,5 Milliarden Euro ausgegeben.

Fonds ist bei Weitem nicht ausgeschöpft
Dem Deutschlandfonds stehen insgesamt 115 Milliarden Euro für die Krisenhilfe zur Verfügung. Diese 115 Millarden Euro setzen sich zusammen aus 75 Milliarden Euro für Bürgschaften, einem Kreditvolumen von 25 Millarden Euro und einem Kreditprogramm der KfW in Höhe von 15 Milliarden Euro.

Mittelstand kann profitieren
Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums haben mehr als 8000 kleine und mittlere Unternehmen bisher eine Bürgschaft aus dem Deutschlandfonds in Anspruch genommen. Das aber offensichtlich nur in geringem Umfang. Von den 4,66 Milliarden Euro an zugesagten Krediten und Bürgschaften flossen zwei Milliarden Euro in Großbürgschaften. Von den 6,85 Milliarden Euro KfW-Krediten entfielen 94 Prozent auf kleine und mittlere Unternehmen, die aber nur 50 Prozent der zugesagten Kredithöhe beanspruchen. Vor allem der Mittelstand könnte also noch stärker vom Deutschlandfonds profitieren.

Probleme bei der Vergabe
Warum nehmen nicht mehr Unternehmen den Fonds in Anspruch? Das Prozedere bei der Beantragung von Mitteln aus dem Deutschlandfonds ist zu aufwendig und dauert zu lange. Außerdem sei der Fonds noch nicht bekannt genug. Daran müsse laut Wirtschaftsministerium noch gearbeitet werden.
Problematisch sind laut Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall, auch die Kriterien bei der Vergabe. Unternehmen dürften nicht aufgegeben werden, wenn sie sich krisenbedingt in Liquiditätsengpässen befänden. Solche Unternehmen seien nach der Krise für Wachstum und Beschäftigung unverzichtbar.

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