Die Zukunft der Mobilität ist ohne Elektroautos nicht vorstellbar. Damit die deutsche Autoindustrie nicht abgehängt wird, muss sie eine Schlüsseltechnik beherrschen: den Bau leistungsstarker Batteriezellen. Ein neues Konzept zeigt den Weg dorthin.
Wer eine lange Reise vor sich hat, sollte einen Fahrplan dabei haben. Die Automobilindustrie in Deutschland steht vor einer beachtlichen Wegstrecke.
Wollen die deutschen Autobauer ihre starke Position behaupten, müssen sie diese Herausforderung meistern.
Herzstück eines Elektroautos ist die Batterie. Sie entscheidet über Leistung und Reichweite und damit über die Attraktivität des Autos für die Kunden. Und: Die Batterie steht für 30 bis 40 Prozent der Wertschöpfung eines E-Autos.
„Eine Zellproduktion in Deutschland sichert und schafft Arbeitsplätze und Know-how – und sie reduziert die Abhängigkeit von ausländischen Herstellern“, sagt Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender IG Metall. Die Weichen für eine Batteriezellproduktion der nächsten Generation ab 2021 müssten aber heute gestellt werden. „Hier ist auch die Bundesregierung gefragt: Sie kann und muss den Entscheidungsprozess in den Unternehmen mit einer klugen Standortpolitik unterstützen.“
Konkreter Fahrplan
Ein Konzept für Ausbau und Förderung der Batteriefertigung liegt nun auf dem Tisch: Die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) – ein Zusammenschluss von Gewerkschaften, Industrie, Wissenschaft, Politik, und Verbänden – hat einen Fahrplan dazu vorgelegt.
Der Plan beschreibt, wie Deutschland zu einem zentralen Standort der Batteriefertigung werden kann.
Die Kernpunkte der „Roadmap“ im Überblick:
Bei wachsender Nachfrage nach E-Autos steigt auch die Nachfrage nach Batterien. Das ist die Basis für eine nachhaltige Produktion auch in Deutschland.
Der Markteintritt deutscher Hersteller empfiehlt sich zu dem Zeitpunkt, an dem die nächste Batteriezellen-Generation marktreif ist (Generation 3a: optimierte Lithium-Ionen-Zellen). Geplanter Produktionsstart: das Jahr 2021.
Stufenweise soll eine Zellfabrik errichtet werden, die pro Jahr Batterien mit einer Gesamtkapazität von 13 Gigawattstunden produzieren kann. Voraussichtliche nötige Investitionssumme: 1,3 Milliarden Euro.
Die Batterieproduktion in stark von Rohstoff-Importen anhängig. Die Versorgung mit Rohstoffen wie Naturgrafit, Kobalt und Lithium ist kritisch. Die Lieferbeziehungen müssen daher dauerhaft beobachtet werden.
Die Bundesregierung ist gefragt: Sie soll die Unternehmen unterstützen – zum Beispiel, indem sie an einer sicheren Versorgung mit Rohstoffen mitwirkt.
Surftipp: Die gesamte Roadmap zur Batterieproduktion in Deutschland finden Sie hier.
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