IG Metall
IGMetall.de - Springe direkt:
Inhalt
     
Kundgebungen zum 1. Mai 2012

Kundgebungen zum 1. Mai 2012

Gerechte Löhne und soziale Sicherheit

01.05.2012 Ι "Wer am Verhandlungstisch nicht konstruktiv auf unsere Forderungen antwortet, der bekommt die Antwort von den Beschäftigten im Betrieb geliefert", sagte Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall, an die Adresse der Metallarbeitgeber. Er kritisierte in Hamburg die Hinhaltetaktik der Arbeitgeber in der Tarifrunde. Die Maikundgebungen stehen dieses Jahr im Zeichen der Metalltarifrunde und der Euro-Krise.

Bundesweit versammelten sich am diesjährigen 1. Mai über 400 000 Menschen um auf die Missstände in der Arbeitswelt und der Gesellschaft aufmerksam zu machen. Wie soll Arbeit in Zukunft aussehen? Werden die Beschäftigten zum Spielball von Konjunktur und Auftragslage oder gibt es tariflich gesicherte akzeptable und durch Rechte geschützte Arbeitsplätze mit einer fairen Bezahlung? Wie kann die Krise in Europa wirksam bekämpft werden? Auf diese Fragen wollen die Menschen Antworten. Die IG Metall fordert auf den Kundgebungen zum 1. Mai Lösungen, die gute Arbeit und ein gutes Leben für alle garantieren.

Berthold Huber fordert ein faires Angebot

In Hamburg kritisierte Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall, die Hinhaltetaktik der Arbeitgeber in der Metalltarifrunde scharf. "Das bisherige Angebot der Arbeitgeber ist eine reine Provokation", sagte Huber. Die angebotene Entgelterhöhung von drei Prozent für 14 Monate würde gerade mal die Inflation ausgleichen. Zu der Forderung nach unbefristeter Übernahme für Auszubildende hatte die Arbeitgeberseite nur eine unverbindliche Empfehlung ausgesprochen. Und die Mitbestimmung bei der Leiharbeit verweigern sie gänzlich. "Wer am Verhandlungstisch nicht konstruktiv auf unsere Forderungen antwortet, der bekommt die Antwort von den Beschäftigten im Betrieb geliefert", kündigte Huber an. Nachdem die Metall- und Elektroindustrie im letzten Jahr 26 Milliarden Euro an ihre Anteilseigner ausgeschüttet hat, der könne auch eine anständige Entgelterhöhung an die Beschäftigten zahlen, stellte Huber fest. In der Metalltarifrunde endete am 28. April die Friedenspflicht. Unmittelbar danach kam es zu Warnstreiks.


Mehr Demokratie auf dem Arbeitsmarkt

In Deutschland sind trotz wirtschaftlicher Erholung Leiharbeit, Minijobs und Werkverträge zur Regel geworden. "Das ist eine absurde Fehlentwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt", kritisierte Detlef Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, in Singen. Gerade junge Menschen hätten oft keine Perspektiven, könnten ihre Zukunft nicht planen und müssten mit Löhnen auskommen, von denen man nicht leben kann, stellte Wetzel fest. Gleichzeitig klagen die Unternehmen über fehlende Fachkräfte. Eine Naturkatastrophe? Sicher nicht. Die Firmen ernten nur die Früchte ihrer eigenen Kurzsichtigkeit. Denn Jahr für Jahr werden weniger Ausbildungsplätze angeboten. Damit schaden die Unternehmen nicht nur den jungen Menschen, sondern auch sich selbst, so Wetzel. Er forderte die Firmen auf: "Mehr ausbilden und anschließend auch unbefristet übernehmen".


Auch Bertin Eichler, der Hauptkassierer der IG Metall, kritisierte die derzeitige Arbeitsmarktpolitik. "Eine Arbeitswelt mit zwei oder mehr Klassen von Beschäftigten ist schreiend ungerecht. Es geht uns nicht nur um faire Löhne, wir brauchen einen grundlegenden Kurswechsel auf dem Arbeitsmarkt", forderte Eichler in Salzgitter.


Kurskorrektur in Europa

Helga Schwitzer und Jürgen Kerner, IG Metall-Vorstandsmitglieder, machten sich in Braunschweig und Kempten für ein soziales und zukunftsfähiges Europa stark. Die Eurokrise könne nicht mit Spardiktaten in den verschuldeten Ländern gelöst werden. Dann würde aus der Euro- und Schuldenkrise eine Krise der Demokratie. Hans-Jürgen Urban, IG Metall-Vorstandsmitglied kritisierte die europäische Krisenpolitik. Er forderte die Parlamentarier in seiner Rede in Frankfurt auf: "Werben sie um die Zustimmung der Menschen und setzen sie die Finanzmärkte und nicht die Sozialstaaten unter Druck". Dass sich durch Sparpakete und Einkommenskürzungen die Abwärtsspirale in Europa immer weiter nach unten drehe, kritisierte Christiane Benner, IG Metall-Vorstandsmitglied, auf der Maikundgebung in Göppingen. Sie forderte, dass die Interessen der Menschen und der Beschäftigten in Europa in den Mittelpunkt gerückt werden.

 

Die IG Metall fordert eine Kurskorrektur in Europa. Dazu gehöre eine stärkere Besteuerung hoher Einkommen und großer Vermögen sowie einen Marshallplan, der in der Bildung, Forschung und Entwicklung und beim ökologischen Umbau der Industriegesellschaft wirksame Impulse setze.

IG Metall

Interessen erfolgreich durchsetzen.

Links und Zusatzinformationen
Mehr Geld. Faire Leiharbeit. Unbefristete Übernahme.
Metall-Tarifrunde 2012

Themen und Argumente:

Servicebereich