Der Mobilfunkanbieter Vodafone will 550 Arbeitsplätze in Essen und Eschborn an Drittunternehmen auslagern, die nicht tarifgebunden sind. Bei der Belegschaft und beim Betriebsrat stoßen die Pläne auf entschiedenen Widerstand.
Es herrscht große Verunsicherung bei den Vodafone-Beschäftigten in Essen und Eschborn. Die betroffenen Mitarbeiter, die vor allem in der Kundenbetreuung arbeiten, sind enttäuscht und erbittert. Der Standort Essen soll ganz aufgegeben werden. Die Beschäftigten sollen von einer anderen Firma vor Ort übernommen werden.
In Eschborn sollen rund 80 Beschäftigte in das 400 Kilometer entfernte Halle an der Saale ausgelagert werden. Für den Betriebsrat und die Beschäftigten sind die Pläne nicht akzeptabel. Nach zwei Jahren Beschäftigungsgarantie befürchten sie das Absinken der Gehälter auf prekäres Niveau. Dieses verantwortungslose und unsoziale Verhalten von Vodafone hat die IG Metall entschieden zurück gewiesen.
Deutlich niedrigeres Entgeltniveau
Der Arbeitsminister Nordrhein-Westfalens Guntram Schneider (SPD) sagte dem Betriebsrat die Unterstützung der Landesregierung zu, um die Arbeitsplätze zu erhalten. „Ein Outsourcing von über 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu Löhnen in Höhe von 5,77 Euro die Stunde – ist für uns inakzeptabel“, sagte Schneider.
Die Arbeitnehmervertreter lehnen die Auslagerung ab. Die Fremdfirmen, die die Vodafone-Beschäftigten aufnehmen sollen, haben deutlich schlechtere Entgeltbedingungen und Arbeitsbedingungen. Die Pläne der Vodafone-Geschäftsführung haben an mehreren Standorten bereits zu Protestaktionen der Beschäftigten geführt. Am 11. November dürften die Auslagerungspläne Thema der Aufsichtsratssitzung sein.
Druck aus England
Die Geschäftsführung begründet die geplante Auslagerung mit dem rückläufigen Privatkundengeschäft bei DSL. Der englische Mutterkonzern erwartet, dass Vodafone in Deutschland die Gewinnspanne in der Festnetzsparte erhöht. In Deutschland beschäftigt Vodafone 12 000 Menschen. Hintergrund des Stellenabbaus bei Vodafone ist der scharfe Wettbewerb in der Branche. Auch die Ausrichtung der Netze auf die neue LTE-Technik spielt dabei eine Rolle.
Die IG Metall weist die geplanten Maßnahmen zur Gewinnmaximierung auf Kosten der Belegschaft mit aller Schärfe zurück und fordert den Arbeitgeber auf, sichere und tarifgebundene Arbeitsplätze zu erhalten und allen Betroffenen eine verlässliche Perspektive zu geben.
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