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IG Metall Spende an Amnesty International
Hilfenetzwerk für mutige Gewerkschafter

Gelebte weltweite Solidarität: Auf dem Gewerkschaftstag in Nürnberg überreichte die IG Metall eine Spende von 60 000 Euro an Amnesty International. Beide Organisationen werden zusammenarbeiten, um die Hilfe für verfolgte Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter zu verstärken.


Die IG Metall unterstützt seit vielen Jahren die Arbeit der Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Die Delegierten des Gewerkschaftstags in Nürnberg spendeten 60 000 Euro an die Menschenrechtsorganisation. Gleichzeitig werden Amnesty International und IG Metall zusammenarbeiten, um verfolgte Gewerkschafter zu unterstützen.

Der IG Metall-Vorsitzende und Präsident von IndustriAll Global, Jörg Hofmann, erinnerte zum 70. Jahrestag der Erklärung für Menschenrechte, dass Anspruch und Realität in vielen Ländern auseinanderklaffen. Leidtragende seien auch vielfach Gewerkschaftsaktivisten. „Zum Aufbau eines Netzwerks werden ehrenamtliche Aktive gesucht, die die Situation von Gewerkschaftern und Gewerkschafterinnen weltweit beobachten und sich für konkrete Fälle einsetzen möchten“, so Hofmann.

„Jede Metallerin und jeder Metaller kann helfen, egal in welcher Region er wohnt“, erläuterte Hauptkassierer Jürgen Kerner, der das Projekt organisiert. Je mehr mitmachen, desto mehr Hilfe für verfolgte Gewerkschafter werde möglich. „Das ist ganz praktische gelebte internationale Solidarität.“


Politisch Verfolgte: „Es gibt einen Trend zum Schlechteren.“

„Amnesty setzt sich seit 1961 für politisch Verfolgte ein“, sagte Markus Beeko, Generalsekretär von Amnesty International Deutschland, auf dem Gewerkschaftstag. „Heute beobachten wir, dass weltweit immer mehr Regierungen die Meinungs- und Vereinigungsfreiheit systematisch einschränken. Es gibt einen Trend zum Schlechteren.“ Die Arbeit der Zivilgesellschaft gegen gesellschaftliche Missstände oder staatliche Willkür werde so schon im Keim erstickt. „Wir müssen den mutigen Menschen den Rücken stärken, die sich trotzdem unter hohem persönlichen Risiko für ihre und die Rechte anderer einsetzen. Hier sind die Menschen, die wissen, wie Solidarität geht“, wandte sich Beeko an die Delegierten.

Der Generalsekretär des Gewerkschaftsdachverbandes IndustriAll Global, Valter Sanches, stellte fest, dass in manchen Ländern schon die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft dazu führen könne, im Gefängnis zu landen. In Kolumbien wurden vergangenes Jahr 200 Gewerkschafter ermordet. In Algerien seien erst vor wenigen Tagen 15 Gewerkschaftsmitglieder ins Gefängnis gesteckt worden. Sanches begrüßte die gemeinsame Initiative von IG Metall und Amnesty International für den Aufbau eines Netzwerkes, um den bedrängten Gewerkschaftern beizustehen.

Jörg Hofmann wies darauf hin, dass sich schon Dutzende von IG Metall-Mitgliedern für die Aktion gemeldet haben. „Das ist klasse. Es können gerne noch mehr werden. Also mitmachen, am Montag geht es los“, sagte Hofmann, bevor er den Scheck zusammen mit der Zweiten Vorsitzenden, Christiane Benner, und Jürgen Kerner überreichte.

 

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