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Das Bildungsangebot der IG Metall: Interview mit Irene Schulz

Das Bildungsangebot der IG Metall: Interview mit Irene Schulz

Weit mehr als nur Paragrafen und Theorie

11.08.2015 Ι Die IG Metall legt großen Wert auf die Qualifizierung ihrer ehrenamtlich Aktiven. Im Interview erklärt Irene Schulz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied und zuständig für die Bildungsarbeit der IG Metall, warum das so ist und welchen Vorteil das Bildungsangebot der Gewerkschaft gegenüber dem kommerzieller Anbieter hat.

Wie viele Teilnehmende haben die Seminare der IG Metall im Jahr?
Irene Schulz: Auf regionaler und zentraler Ebene haben wir jährlich über 90 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf unseren Seminaren - Tendenz steigend.

Wie viel gibt die IG Metall im Jahr für Bildungsangebote aus?
2014 hat die IG Metall 5,5 Prozent der gesamten Beitragseinnahmen von 515,7 Millionen Euro für die Bildungsarbeit verwendet. Das ist ein ordentliches Volumen und zeigt den Stellenwert der Bildungsarbeit in der IG Metall. Weiter haben wir in den letzten Jahren in die Ausstattung der Bildungszentren investiert, um die Weiterbildungsbedingungen für unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch mehr zu verbessern.

Warum ist die Bildungsarbeit eine so wichtige Aufgabe?
Die Qualifizierung unserer ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen ist uns ein wichtiges Anliegen. Eine Organisation, die von Beteiligung lebt, braucht kompetente aktive Mitglieder. Bei der Zunahme an Komplexität im Arbeitsleben und neuen Herausforderungen wie Industrie 4.0 haben wir den Anspruch, unsere Vertrauensleute, Betriebsräte und Jugend- und Auszubildendenvertreterinnen gut auf ihre Aufgaben vorzubereiten.

Wofür werden die Teilnehmer in den Seminaren der IG Metall qualifiziert?
Sie werden in unserer aufgabenbezogenen Weiterbildung auf ihre Rolle im Betrieb vorbereitet und bekommen fachliche Unterstützung in unseren klassischen Handlungsfeldern wie der Tarifpolitik, der Arbeitsgestaltung oder dem Arbeits- und Gesundheitsschutz. In der gesellschaftspolitischen Bildung geht es uns darum, Handwerkszeug für viele gesellschaftlich wichtige Debatten zu bekommen. Gewerkschaften müssen sich einmischen, das wird auch von uns erwartet.

Irene Schulz: Bildung ist ein wichtiges Anliegen der IG Metall
Irene Schulz: Bildung ist ein wichtiges Anliegen der IG Metall

Welche Seminare kann ich bei der IG Metall besuchen? Was ist besonders gefragt?
Wir decken ein riesiges Spektrum an politischer, fachlicher und methodischer Bildung ab. Und in allen Bereichen können uns über eine mangelnde Nachfrage nicht beklagen. Besonders hervorzuheben sind aber unsere klassischen Einstiegsseminare für Aktive und Betriebsräte. Hier gibt es viel Orientierung und Einführung in wesentliche Fragen der Mitbestimmung und der Funktion und Rolle von Gewerkschaften. Wir sind dabei sehr nah an den Themen und Fragestellungen, die die Teilnehmer bewegen.

Die IG Metall gehört zu den größten Bildungsanbietern in Deutschland. Kann sie Bildung besser als kommerzielle Anbieter?
Ja, davon bin ich überzeugt. Wir machen Tarifverträge, wir handeln die Standards für Arbeitsbedingungen aus und nicht zuletzt betreuen wir mit unserem engen Netz an Verwaltungsstellen die betrieblichen Funktionäre in all ihren Fragen. Die gesammelte Erfahrung aus dieser praktischen Interessenvertretung fließt in unsere Bildungsarbeit mit ein. Deshalb lernt man bei uns weit mehr als nur Paragrafen und Theorie. Das unterscheidet uns von kommerziellen Anbietern. Das wissen auch unsere Teilnehmenden zu schätzen.

Kann jeder ein Seminar bei der IG Metall besuchen oder für wen sind sie geeignet?
Grundsätzlich stehen unsere Seminare allen Interessierten offen - auch Nichtmitgliedern. Aber natürlich ist nicht jedes Seminar für alle Interessenten geeignet. Ein Großteil der Seminare richtet sich an bestimmte Zielgruppen, etwa gewerkschaftliche Vertrauensleute, Betriebsräte, Mitglieder von Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAV) oder Schwerbehindertenvertretungen (SBV) sowie Bildungsreferentinnen und -referenten.

Wie finde ich heraus, welches das richtige Seminar für mich ist?
Unsere Seminare teilen sich thematisch und auch vom Ausgangsniveau her in unterschiedliche Bereiche und Level ein. Die passenden Seminare findet man am ehesten, indem man sowohl seine Vorkenntnisse als auch die inhaltlichen Anforderungen mit diesen Bereichen vergleicht. In vielen Betrieben haben wir betriebliche Bildungsberaterinnen und -berater, die bei der Seminarauswahl unterstützen.

Wenn ich ein IG Metall-Seminar besuchen will, muss ich dann frei nehmen und zu einem Bildungszentrum fahren?
Nicht unbedingt. Ein Großteil unserer Bildungsarbeit findet regional statt. Gerade Angebote für Einsteigerinnen und Einsteiger finden ausschließlich vor Ort statt. Das sind zum Teil auch Abend- und Wochenendveranstaltungen, so dass keine Freistellung von der Arbeit notwendig ist. Informationen zu den Seminarangeboten finden sich bei der jeweiligen IG Metall Verwaltungsstelle.

Was kostet die Teilnahme an einem Seminar der IG Metall?
Das hängt insbesondere vom Seminar und auch von den Teilnehmenden selbst ab. Seminarkosten für den Betriebsrat, die SBV oder JAV muss in der Regel der Arbeitgeber bezahlen. Sie haben rechtliche Freistellungsmöglichkeiten für Schulungen, die sie zur Ausübung ihres Amtes benötigen. Für Vertrauensleute der IG Metall und interessierte Beschäftigte übernimmt die IG Metall die Seminarkosten - wenn sie Mitglied der IG Metall sind. Nichtmitglieder müssen die Seminarkosten selbst tragen.

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Kritische Akademie Inzell

Die Akademie bietet unter anderem Betriebsratsseminare zu Arbeits- und Sozialrecht sowie Soziale Kompetenzen an. Außerdem können dort IG Metall-Mitglieder aus tarifgebundenen Textil- und Bekleidungsfirmen Seminare im Rahmen des Tarifvertrages "Bildung im Tarifvertrag" (BiT) besuchen.

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