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Betriebskindergarten bei VW Baunatal. Foto: privat

Betriebskindergarten bei VW Baunatal

Mit Betriebs-Kita schneller zurück in den Job

02.08.2013 Ι Wohin mit meinem Nachwuchs? Diese Frage müssen sich Eltern, die beim Autobauer VW in Baunatal beschäftigt sind, nicht mehr stellen. Seit zwei Jahren gibt es eine Betriebs-Kita, die eine Kapazität von 22 Plätzen hat. Die Nachfrage ist hoch.

Begonnen hat alles im Jahr 2007 mit einer Umfrage unter den Beschäftigten am Standort, erklärt die Betriebsrätin Bianca Walter. Sie ist die Sprecherin des Gleichstellungsausschusses des Betriebsrats bei VW in Kassel Baunatal, an dem zur Zeit knapp 15 000 Beschäftigte arbeiten. Ergebnis der Befragung war, dass es unter den Mitarbeitern einen hohen Bedarf nach Kinderbetreuung gibt. Zudem erklärten viele junge Eltern, wenn der Nachwuchs gut versorgt werden könnte, würden sie kürzer pausieren um früher an den Arbeitsplatz zurückzukehren.


Der Betriebsrat, die Frauenförderung und die Mitglieder des Gleichstellungsausschusses nahmen Kontakt zu der Personalabteilung und der Unternehmensleitung des Automobilherstellers auf. "In gemeinsamen Gesprächen haben wir die Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit ausgehandelt" sagt die Betriebsrätin. Eines der Ergebnisse war die betriebliche Kita, die jetzt seit zwei Jahren existiert und in der zur Zeit 13 Jungen und 9 Mädchen betreut werden.


Rundum gut versorgt

Das Betreuungsteam kommt von Impuls Soziales Management GmbH & Co. KG und arbeitet in der Betriebs-Kita mit zehn Personen: Darunter sind sieben Erzieher, zwei davon männlich. Dazu kommt eine Sozialpädagogin, eine Hauswirtschaftsfachkraft und eine Leiterin. Obwohl in Kassel voraussichtlich genügend städtische Kitaplätze angeboten werden - mit der Betriebs-Kita bei VW können die kommunalen Kitas kaum konkurrieren. Denn die Kita bei VW hat von 6.30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet und die Betreuungszeiten können mit den Arbeitszeiten der Eltern abgestimmt werden.


Das Thema Vereinbarkeit Familie und Beruf ist nur eines der Themen, dem sich der Gleichstellungsausschuss widmet. Wie der Name schon zeigt, geht es dem Ausschuss auch um die Gleichstellung der Geschlechter. Und die beginnt schon mit dem Start ins Arbeitsleben. Daher hat der Betriebsrat durchgesetzt, dass grundsätzlich ein Teil der gewerblichen Ausbildungsplätze an Mädchen vergeben wird.


Ausbildungsplätze für Leiharbeitnehmerinnen

Auch die Leiharbeit ist ein wichtiges Thema für die Kolleginnen und Kollegen. Aktuell gibt es ein Pilotprojekt, bei dem 20 Frauen von der Zeitarbeitsfirma Autovision im Berufsfeld Industriemechanikerin ausgebildet werden. Mit diesem Abschluss haben die Frauen es anschließend leichter, einen Job bei Volkswagen oder einem anderen Unternehmen zu finden.

Der VW-Betriebsrat in Kassel ist bereits seit mehreren Jahren in Sachen Gleichstellung aktiv. Über seinen Gleichstellungsausschuss setzt er sich auch für familienkompatible Arbeitszeiten ein - jedoch nicht nur für Frauen. "Die Arbeitszeit muss mit den familiären Anforderungen vereinbar sein - unabhängig vom Geschlecht",  sagt Bianca Walter. Der Betriebsrat hat in den Verhandlungen mit der Personalabteilung erreicht, dass es im VW-Werk Baunatal verschiedene Teilzeitmodelle gibt. Diese bewegen sich zwischen 18 und 24 Stunden wöchentlich.


Die IG Metall fordert, dass die Unternehmen familienfreundlicher werden. Sie will, dass Frauen und Männer eine echte Wahlfreiheit bekommen, wie sie Familien- und Arbeitsleben gestalten. Sie sollten sich frei entscheiden können: Für oder gegen Kinder, für oder gegen Karriere, für Elternzeit, Teilzeit oder Vollzeit. Doch tatsächlich wählen können nur die, die für ihren Nachwuchs einen Betreuungsplatz haben - in den Kommunen oder in den Betrieben. Mit der betrieblichen Kita bei VW Kassel haben Betriebsrat und der Autobauer VW dazu einen Beitrag geleistet.

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