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IG Metall-Roadshow in Itzehoe
Junge Generation fordert Zukunft und Perspektiven

Der Jugend gehört die Zukunft? So sollte es sein. Doch vielen bleibt ein fairer Start ins Berufsleben verwehrt. Stattdessen speist man sie mit prekären Jobs ab. Dem setzt die IG Metall ihre Kampagne „Arbeit: sicher und fair“ entgegen. An der Berufsschule Itzehoe zeigt sich, dass sie damit den ...



... Nerv der jungen Generation getroffen hat.

Ob Leiharbeit, befristete Beschäftigungen, Werkverträge, Dauerpraktika oder Arbeitslosigkeit: Unsicherheit prägt für viele junge Erwachsene den Einstieg ins Berufsleben. Sie sind überproportional von unsicherer prekärer Beschäftigung betroffen. „Das wollen wir gemeinsam ändern“, erklärt Malte Jarren den Auszubildenden auf dem Schulhof der Berufsschule in Itzehoe. Jarren ist Mitglied der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) bei Sterling SiHi Itzehoe und engagiert sich in der IG Metall.

Die Gewerkschaft möchte künftig die Interessen junger Menschen noch stärker in das Zentrum ihrer Politik rücken. Dazu hat sie die Kampagne „Arbeit: sicher und fair. Zukunft und Perspektiven für die Junge Generation“ ins Leben gerufen. Im Zuge der Kampagne ist sie mit einer Roadshow auf den Straßen und Plätzen Deutschlands unterwegs, um mit den Menschen über die Arbeits- und Lebensbedingungen von jungen Erwachsenen zu sprechen. Und so schlugen Jarren und das Roadshow-Team der IG Metall am 16. August pünktlich zum Schulbeginn um 7 Uhr das Infozelt zur Kampagne auf dem Schulhof der Berufschule Itzehoe auf.

Berufsschülerinnen informieren sich über die Kampagne der IG Metall. Foto: Markus Scholz

Berufsschülerinnen die „Charta Junge Generation“ der IG Metall. Foto: Markus Scholz

„Wir dürfen nicht länger einen Teil der jungen Menschen mit dauerhaft unsicherer Arbeit ausschließen, während wir den anderen Teil mit Arbeit ohne Ende überziehen. Wir brauchen sichere und faire Arbeit für alle“, wandte sich Uwe Zabel, Bevollmächtigter der IG Metall Unterelbe, an die Berufsschülerinnen und Berufsschüler. Die hatten großes Interesse daran, zu erfahren, wie gute und faire Arbeit aussehen kann. Ganze Schulklassen besuchten mit ihren Lehrern den Stand. In den Gesprächen zeigte sich, dass die von der IG Metall in ihrer „Charta Junge Generation. Arbeit: sicher und fair“ aufgestellten Forderungen nach gerechten Chancen auf Arbeit, Bildung und Ausbildung den Nerv der jungen Menschen treffen. Viele fürchten, nach ihrer Ausbildung entweder gar nicht, befristet oder als Leiharbeitnehmer weiterbeschäftigt zu werden.

Entsprechend groß war die Bereitschaft, ein Zeichen zu setzen und die Forderungen der IG Metall zu unterstützen. Dazu hatte die IG Metall Unterelbe eine XXL-Version der Charta mitgebracht, die von vielen Standbesuchern unterzeichnet wurde.

Foto: Markus Scholz



Die Zustimmung der jungen Beschäftigten ist für Uwe Zabel auch ein Beleg dafür, dass die jüngst veröffentlichten Zahlen zur Jugendarbeitslosigkeit die Realität nur teilweise widerspiegeln. Laut Statistischem Bundesamt steht Deutschland mit einer Arbeitslosenquote von 9,1 Prozent bei den 15- bis 24-Jährigen vergleichsweise gut da. Europaweit liegt der Schnitt bei 20 Prozent. Die Quote, so Zabel, sei nur die halbe Wahrheit: „Denn viele jugendliche Arbeitslose tauchen in der Arbeitslosenstatistik gar nicht auf. Sie durchlaufen staatlich geförderte Übergangsmaßnahmen, machen Praktika oder drücken länger als gewollt die Schulbank.“

Foto: Markus Scholz„Diejenigen, die einen Job haben, sind häufig nur prekär beschäftigt. Sie stecken in Leiharbeit, Teilzeit oder in befristeten Jobs. Wer das Glück hat, eine Berufsausbildung zu machen, weiß nicht, ob er anschließend übernommen wird oder wieder auf der Straße steht“, ergänzt Carmen Lühr, Betriebsratsvorsitzende von SiHi Itzehoe und zweite Bevollmächtigte der IG Metall Unterelbe.

Zabel und Lühr kündigten an, die IG Metall werde es nicht bei bloßen Forderungen belassen. „Wir werden dort konkret handeln, wo unsere größte Gestaltungskompetenz liegt: im Betrieb, in den Branchen und in der Tarifpolitik“, versprach Lühr den Berufsschülerinnen und -schülern am Infostand der IG Metall. Gleichzeitig werde man aber den Druck auf Arbeitgeber und Politik auch in der Öffentlichkeit aufrecht erhalten.

Fürs Druckmachen hatte Jugend- und Auszubildendenvertreter Malte Jarren für die Auszubildenden an der Berufsschule Itzehoe einen guten Tipp parat: Fahrt zum bundesweiten Jugend-Aktionstag der IG Metall am 1. Oktober in Köln.