Sie sind Kolleginnen, Mütter, Töchter, Partnerinnen, Freundinnen – und aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Der 8. März gehört ihnen.
Jedes Jahr gehen an diesem Tag tausende Menschen auf die Straße. Bei Kundgebungen, Aktionen und Veranstaltungen im Betrieb machen sie deutlich: Gleichstellung ist kein abgeschlossenes Kapitel, sondern aktueller denn je.
Denn trotz vieler Fortschritte bleibt die Realität eindeutig: Frauen übernehmen weiterhin den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit, arbeiten häufiger in Teilzeit, sind seltener in Führungspositionen vertreten und verdienen im Durchschnitt weniger.
Der Internationale Frauentag erinnert deshalb nicht nur an historische Erfolge – er macht sichtbar, wo Handlungsbedarf bleibt. Und der ist auch 2026 noch groß.
Gutschein für Online-Seminare
Zum Internationalen Frauentag am 8. März 2026 erhalten weibliche Beschäftigte von der IG Metall einen Gutschein für mehrere interessante Online-Seminare.
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Entgeltgleichheit bleibt überfällig
Frauen verdienen in Deutschland weiterhin im Schnitt rund 16 Prozent weniger pro Stunde als Männer. Selbst wenn Unterschiede bei Qualifikation, Branche und Arbeitszeit berücksichtigt werden, bleibt eine bereinigte Lücke von etwa 6 Prozent. Das zeigt: Es geht nicht um individuelle Entscheidungen, sondern um strukturelle Benachteiligung. Frauen arbeiten häufiger in schlechter bewerteten Tätigkeiten, übernehmen den Großteil unbezahlter Sorgearbeit und sind seltener in Führungspositionen vertreten. Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie verpflichtet Deutschland bis 2026 zu mehr Transparenz und Berichtspflichten. Entscheidend wird sein, dass diese Vorgaben wirksam umgesetzt und kontrolliert werden. Gleiche Arbeit und gleichwertige Arbeit müssen endlich gleich bezahlt werden.
Tarifbindung schafft Gleichstellung
Wo Tarifverträge gelten, ist die Entgeltlücke deutlich kleiner. In der Metall- und Elektroindustrie liegt sie in tarifgebundenen Betrieben bei rund 9 Prozent, in nicht tarifgebundenen Betrieben bei etwa 18 Prozent. Tarifbindung halbiert damit die Lohnlücke. „Das zeigt: Tarifbindung wirkt – und zwar nachhaltig!“, macht Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall, deutlich. „Denn mehr Entgelt bedeutet auch: weniger Altersarmut, größere Eigenständigkeit für Frauen und für das Gemeinwohl höhere Steuereinnahmen!“ Transparente Eingruppierungen, verbindliche Entgeltstrukturen und starke Mitbestimmung sorgen für nachvollziehbare und faire Bezahlung. Tarifverträge sind deshalb ein zentraler Hebel für Gleichstellung – nicht nur beim Entgelt, sondern auch bei Arbeitszeit, Qualifizierung und beruflicher Entwicklung.

Frauen stärken heißt Zukunft sichern
Zu dem Kampf um gute Arbeitsbedingungen und mehr Gleichstellung kommt aktuell auch ein weiterer Kampf hinzu: der Kampf um die Sicherung der Errungenschaften der letzten Jahrzehnte. In Deutschland, wie auch in anderen Ländern der Europäischen Union, gewinnen populistische, antidemokratische und auch antifeministische Tendenzen zunehmend an Kraft. Frauenrechte, der Einsatz für Geschlechtergerechtigkeit und Gleichstellung geraten immer stärker unter Druck.
Ein Jahr Bundesregierung liegt hinter uns – und bei der Gleichstellung bleibt noch viel zu tun. Die Umsetzung der europäischen Entgelttransparenzrichtlinie duldet keinen Aufschub – Frauen müssen ihr Recht auf gleiche Bezahlung wirksam durchsetzen können. Tarifbindung schützt vor Lohndiskriminierung, deshalb muss ein Tariftreuegesetz kommen.
Eltern und pflegende Angehörige brauchen spürbare Entlastung. Verbesserungen beim Elterngeld, die Familienstartzeit und eine Lohnersatzleistung bei Pflege sind überfällig. Gleichzeitig braucht es einen massiven Ausbau der Kinderbetreuung und ein Recht auf Aufstockung der Arbeitszeit.
Gleichstellung entsteht nicht durch Appelle. Sie braucht klare politische Entscheidungen und starke Mitbestimmung in den Betrieben.
365 Tage im Jahr – Die IG Metall macht sich stark für Gleichstellung
Zum Internationalen Frauentag am 8. März 2026 erhalten weibliche Beschäftigte von uns wieder einen Gutschein für mehrere interessante Online-Seminare. Der Gutschein kann ab sofort hier eingelöst werden.
Zudem bieten wir unsere Podcast-Serie „Die Metallerin“ der IG Metall-Frauen mit spannenden Gesprächspartnerinnen an und empfehlen euch zwei Folgen des IG Metall-Podcasts „Maloche und Malibu“: „Adrenalin ist Frauensache“ und „Karrierekiller Kinder – was wir dagegen tun“. Bei den Podcast-Folgen geht es um die Frage, warum es wichtig ist, dass Frauen an Maschinen arbeiten und Banden bilden sowie um das Thema Benachteiligung von Eltern am Arbeitsplatz.