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Nordwestdeutsche Stahlindustrie: Tarifabschluss erzielt

© Thomas Range

Nordwestdeutsche Stahlindustrie: Tarifabschluss erzielt

Mehr Geld, Altersteilzeit und faire Werkverträge

17.03.2017 Ι Für die rund 72 000 Beschäftigten in den nordwestdeutschen Stahlwerken gibt es ab April mehr Geld. Das erzielte Tarifergebnis sichert ihnen ein Plus von insgesamt vier Prozent in zwei Stufen. Für Azubis in den ersten drei Ausbildungsjahren steigt die Vergütung überproportional. Zudem gelten weiterhin die Tarifverträge zur Altersteilzeit und zu Werkverträgen.

Nach zehn Stunden Verhandlungen war das Tarifergebnis in Düsseldorf unter Dach und Fach: Damit "erhalten die Beschäftigten einen fairen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg der Branche", sagte der IG Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann. Mit der Weiterführung der Altersteilzeit lasse sich der demografische Wandel in den Unternehmen gestalten.

Knut Giesler, der für die IG Metall die Stahl-Verhandlungen führte, wertete den erzielten Kompromiss als "vertretbares Ergebnis. Es passt zur aktuellen Situation in der Stahlbranche und führt zu einem Reallohnplus bei den Beschäftigten", so sein Kommentar. Der hart umkämpfte Kompromiss sei auch ein Verdienst der Warnstreiks der letzten Wochen gewesen.

Insgesamt waren 14 000 Warnstreikende auf der Straße gewesen und hatten den Druck auf die Stahl-Arbeitgeber verstärkt. Herausgekommen ist jetzt ein Abschluss, der Arbeitnehmern ein gutes Einkommensplus sowie Beschäftigung sichert. Vor allem die Azubis in den ersten drei Ausbildungsjahren profitieren von dem Ergebnis.
 


Das Ergebnis im Detail

Ab 1. April 2017 steigen Löhne und Gehälter um 2,3 Prozent für 13 Monate. Ab Mai 2018 kommt ein weiteres Plus von 1,7 Prozent dazu. Die Auszubildenden im vierten Ausbildungsjahr erhalten ebenfalls in zwei Stufen vier Prozent mehr Geld. Da die prozentualen Erhöhungsbeträge für die Beschäftigten auch den Azubis in den Ausbildungsjahren eins bis drei zugutekommen, steigt ihre Vergütung überproportional. 
 


Die Tarifverträge zu Altersteilzeit und Werkverträgen werden bis Ende 2018 unverändert verlängert. Das bedeutet konkret: Beschäftigte mit Vollendung des 55. Lebensjahres haben weiterhin Anspruch auf Altersteilzeit. Die Quote der Anspruchsberechtigten bleibt bei fünf Prozent. Bei den Werkverträgen haben Betriebsräte weiterhin ein Mitbestimmungsrecht. Zudem kommen nur Werkvertragsbeschäftigte zum Einsatz, für die ein Tarifvertrag einer DGB-Gewerkschaft sowie Mindeststandards gelten.

Alle drei Tarifverträge zu Einkommen, Altersteilzeit und Werkverträgen gelten für die 72 000 Beschäftigten in der nordwestdeutschen Stahlindustrie und haben eine Laufzeit bis Ende Dezember 2018. Nächste Woche verhandelt die IG Metall für die 8000 Beschäftigten der ostdeutschen Stahlwerke weiter - mit dem Ziel, das Nordwest-Stahl-Ergebnis für sie zu übernehmen.

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