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Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen

Gesundheitskosten

Arbeitgeber an den Kosten beteiligen

30.08.2016 Ι Viele Arbeitnehmer ärgern sich: Die Arbeitgeber halten sich raus, wenn es um die Finanzierung der steigenden Gesundheitskosten geht und sie drücken sich davor, in den Unternehmen Maßnahmen zu finanzieren, die zu Guter Arbeit führen könnten. Noch immer machen in vielen Betrieben die Arbeitsbedingungen krank.

Seit Jahresbeginn sind die Zusatzbeiträge zur Krankenversicherung weiter gestiegen. Ein Beitrag, den allein die Arbeitnehmer stemmen müssen. Der Arbeitgeberanteil bleibt weiterhin konstant. Die IG Metall fordert, dass die Arbeitgeber sich an den Gesundheitskosten wieder zur Hälfte beteiligen. Auch beim betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz sollten sich die Arbeitgeber stärker engagieren.  


Schlechte Arbeitsbedingungen machen krank

Sie ist eine der häufigsten Krankheitsursachen - Bandscheibenerkrankungen betreffen viele Arbeitnehmer in Deutschland: Beschäftigte in gewerblichen Bereichen ebenso wie im Büro. Ursachen sind einseitige Tätigkeiten, wie langjähriges Heben oder Tragen schwerer Lasten, extreme Rumpfbeugehaltung oder falsches Sitzen. Obwohl Abhilfe oftmals möglich wäre, sind Produktionsmaschinen in vielen Betrieben ergonomisch nur mangelhaft konstruiert und die Mitarbeiter hohen Belastungen ausgesetzt.


Erkrankungen des Muskel-Skelett-Apparates sind keine Seltenheit. Fast jeder vierte Beschäftigte leidet darunter, so der Gesundheitsbericht (SUGA) der Bundesregierung. In der Sonderauswertung des DGB-Index Gute Arbeit gaben 54,4 Prozent der Befragten an, dass sie bei ihrer Arbeit eine ungünstige Körperhaltung einnehmen müssen. Doch technische Maßnahmen, die die Arbeitsbedingungen verbessen, kosten Geld. Geld, das die Unternehmen gerne sparen. Ergebnis: In erster Linie bezahlen die Mitarbeiter - häufig mit ihrer Gesundheit. Muskel-Skelett-Erkrankungen sind nur ein Beispiel. Unabhängig davon, ob es um körperliche oder psychische Erkrankungen geht, viele Unternehmen scheuen teure Vorsorgemaßnahmen.

 

Auch die Zusatzkosten bei den gesetzlichen Krankenkassen werden ausschließlich von den Arbeitnehmern finanziert. Diese Zusatzbeiträge, die es seit rund zehn Jahren gibt, sind seit Jahresbeginn auf durchschnittlich 1,1 Prozent angestiegen. Eine Mehrbelastung, die allein von den Versicherten, Arbeitnehmern und Rentner getragen wird und die je nach Einkommen bis zu 47 Euro monatlich und 560 Euro jährlich betragen kann. Der Arbeitgeberanteil bleibt dagegen konstant.


Arbeitgeber wieder an den Kosten beteiligen

Bis 2005 wurden die Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung je zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern finanziert. Die IG Metall fordert die Rückkehr zu diesem Finanzierungsmodell. "Das Einfrieren der Arbeitgeberbeiträge ist eine eklatante Ungerechtigkeit, die schnellstmöglich aus der Welt zu schaffen ist. Die sozialstaatlich gebotene Parität ist ein unverzichtbares Grundelement unseres Wirtschaftssystems", sagt Hans-Jürgen Urban, der im Vorstand der IG Metall für Sozialpolitik zuständig ist.


Die Ausgaben im Gesundheitssystem steigen. Doch zur Finanzierung der steigenden Ausgaben dürfen nicht allein nur die Versicherten in die Verantwortung genommen werden. Die IG Metall fordert:

  • Die einseitige Belastung durch den Zusatzbeitrag muss beendet und die vollständige Parität hergestellt werden
  • Nicht der Wettbewerb um gesunde Versicherte, sondern Versorgungsqualität und Versichertennähe müssen Zielgrößen der Krankenkassen sein
  • Eine hochwertige Gesundheitsversorgung für alle muss solidarisch finanziert werden. Überzogenen Einkommenserwartungen der Leistungsanbieter müssen - etwa durch wirksame Kostenbremse bei Arzneimitteln - Grenzen gesetzt werden.

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