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Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen

Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen

Zurück zur Parität in der gesetzlichen Krankenversicherung

22.02.2016 Ι Seit Jahresbeginn sind die Zusatzbeiträge zur Krankenversicherung weiter gestiegen. Einen Beitrag, den allein die Arbeitnehmer stemmen müssen. Der Arbeitgeberanteil bleibt weiterhin konstant. Die IG Metall fordert, dass die Arbeitgeber sich an den Gesundheitskosten wieder zur Hälfte beteiligen. Auch beim betrieblichen Gesundheitsschutz sollten Arbeitgeber sich stärker engagieren.

Viele Arbeitnehmer ärgern sich: Auf Dauer machen die Arbeitsbedingungen in so manchem Unternehmen krank. Und das vor allem deshalb, weil dem Arbeitgeber die Maßnahmen für Gute Arbeit zu teuer sind. Aber nicht nur beim betrieblichen Gesundheitsschutz spart er, sondern auch bei den Krankenkassenbeiträgen. Der Arbeitgeberbeitrag zur Krankenversicherung ist eingefroren, die steigenden Gesundheitskosten müssen über Zusatzbeiträge der Arbeitnehmer finanziert werden. Das ist ungerecht.


Sie ist eine der häufigsten Krankheitsursachen - Bandscheibenerkrankungen betreffen viele Arbeitnehmer in Deutschland. Betroffen sind Beschäftigte in gewerblichen Bereichen ebenso wie im Büro. Ursachen sind einseitige Tätigkeiten, wie langjähriges Heben oder Tragen schwerer Lasten, extreme Rumpfbeugehaltung oder falsches Sitzen. Erkrankungen des Muskel-Skelett-Apparates sind keine Seltenheit. Fast jeder vierte Beschäftigte leidet darunter, so der Gesundheitsbericht (SUGA) der Bundesregierung.


Gute Arbeit, damit Beschäftigte gesund bleiben

Wenn Beschäftigte gesund bleiben, liegt das auch an Arbeitsbedingungen, die die Gesundheit nicht dauerhaft belasten. Trotzdem gibt es in vielen Unternehmen immer noch keine Gute Arbeit. Notwendig ist daher, die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass die Beschäftigten nicht krank werden. So gaben in der Sonderauswertung des DGB-Index Gute Arbeit 54,4 Prozent der Befragten an, dass sie bei ihrer Arbeit eine ungünstige Körperhaltung einnehmen müssen. Klar ist: Maßnahmen für Gute Arbeit kosten Geld, doch die Gesundheit der Mitarbeiter sollte das den Unternehmen wert sein.
 

Tatsächlich ist es jedoch in vielen Betrieben so, dass alleine die Mitarbeiter bezahlen - häufig mit ihrer Gesundheit. Aber nicht nur. Dazu kommt, dass sie auch zur Finanzierung der Zusatzkosten bei den gesetzlichen Krankenkassen zur Kasse gebeten werden. Seit rund zehn Jahren gibt es die Zusatzbeiträge zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen und diese werden allein von den Arbeitnehmern gestemmt. Während der Arbeitgeberanteil konstant bleibt, ist dieser zusätzliche Beitragssatz seit Jahresbeginn auf durchschnittlich 1,1 Prozent angestiegen. Die Mehrbelastung des Arbeitnehmers kann je nach Einkommen bis zu 47 Euro monatlich und 560 Euro jährlich betragen. Nur die Versicherten, Arbeitnehmer und Rentner, tragen diese Mehrbelastung.



Arbeitgeber wieder an den Kosten beteiligen

Bis 2005 wurden die Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung je zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern finanziert. Die IG Metall fordert die Rückkehr zu diesem Finanzierungsmodell. "Das Einfrieren der Arbeitgeberbeiträge ist eine eklatante Ungerechtigkeit, die schnellstmöglich aus der Welt zu schaffen ist. Die sozialstaatlich gebotene Parität ist ein unverzichtbares Grundelement unseres Wirtschaftssystems", sagt Hans-Jürgen Urban, der im Vorstand der IG Metall für Sozialpolitik zuständig ist.


Die Ausgaben im Gesundheitssystem steigen. Doch zur Finanzierung der steigenden Ausgaben dürfen nicht allein nur die Versicherten in die Verantwortung genommen werden, sagt die IG Metall. Sie fordert

  • Die einseitige Belastung durch den Zusatzbeitrag muss beendet und die vollständige Parität hergestellt werden
  • Nicht der Wettbewerb um gesunde Versicherte, sondern Versorgungsqualität und Versichertennähe müssen Zielgrößen der Krankenkassen sein
  • Eine hochwertige Gesundheitsversorgung für alle muss solidarisch finanziert werden. Überzogenen Einkommenserwartungen der Leistungsanbieter müssen - etwa durch wirksame Kostenbremse bei Arzneimitteln - Grenzen gesetzt werden.

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