Unsere Ziele: Beschäftigung, Zukunft und Einkommen sichern

Die Tarifbewegung 2021 spitzt sich zu. Die IG Metall will Beschäftigung, Zukunft und Einkommen sichern. Die Arbeitgeber jedoch wollen die Coronakrise ausnutzen, um zu ­sparen. Das lassen sich die Beschäftigten nicht bieten. Die IG Metall erhöht den Druck auf die Arbeitgeber.

1. März 20211. 3. 2021
Dirk Erb


Der erste Tarifabschluss der Tarifbewegung 2021 ist da. In der Textil- und Bekleidungsindustrie gibt es mehr Geld und eine bessere Altersteilzeit. In der Metall- und Elektroindustrie dagegen hakt es weiter. Die Verhandlungen sind schwierig. Zwar hat die IG Metall bessere Regelungen zur Kurzarbeit durchgesetzt. Dadurch wurden Hunderttausende Arbeitsplätze erhalten. Dennoch haben die Betriebe 120 000 Arbeitsplätze im Jahr 2020 abgebaut. Viele Arbeitgeber nutzen die Lage für „Restrukturierungen“: sparen, abbauen, verlagern, schließen. Und zur pandemiebedingten Konjunkturkrise kommt der Strukturwandel – die Transformation durch Digitalisierung und Umstellung auf Elektroautos. Die Hälfte der Betriebe hat dafür keine Strategie. Sie investieren zu wenig, oft nur in Billigstandorte.


Beschäftigung sichern

Beschäftigung zu sichern – jetzt und für die Zukunft – ist für die IG Metall daher zentrales Ziel in den Tarifverhandlungen. Die Idee: Wenn es nicht genug Arbeit für alle im Betrieb gibt, müssen wir die Arbeitszeit besser auf alle verteilen. Kurzfristig durch Kurzarbeit, die allerdings zeitlich begrenzt ist. Daher fordert die IG Metall neue tarifliche Möglichkeiten, um Arbeitszeiten längerfristig abzusenken, etwa in Form einer optionalen 4-Tage-Woche. Denn es wird dauern, bis der Wandel vollzogen wird, die neuen Technologien laufen und die Beschäftigten dafür qualifiziert sind.


Zukunft gestalten

Damit tatsächlich neue Technologien und Produkte kommen, die die Arbeit für die Zukunft sichern, fordert die IG Metall Rahmenregelungen für Zukunftsverträge in den Betrieben. Darin will die IG Metall mit den Arbeitgebern die Zukunft im Betrieb gestalten und Investitionen in Standorte und Qualifizierung vereinbaren. Das ist der IG Metall bereits in einigen Betrieben gelungen, etwa beim Autozulieferer ZF und beim Maschinenbauer Hauni.


Einkommen stärken

Nicht zuletzt will die IG Metall auch die Einkommen stärken – mit einem Entgeltvolumen von plus vier Prozent, das je nach Lage des Betriebs auch zur Beschäftigungssicherung eingesetzt werden kann: Wenn Betriebe die Arbeitszeit absenken, etwa als 4-Tage-Woche, dann sollen Beschäftigte nicht alles vom Lohn abgezogen bekommen, sondern einen teilweisen Entgeltausgleich erhalten, damit sie sich die Absenkung über längere Zeit auch leisten können. Die Arbeitgeber haben ja auch etwas davon: Sie müssen niemanden entlassen, sondern können ihre Fachkräfte halten. Das sollte es ihnen wert sein. Die Stabilisierung der Einkommen ist auch volkswirtschaftlich extrem wichtig: Der Einbruch im Coronajahr 2020 ist zur Hälfte auf den Einbruch des privaten Konsums zurückzuführen. Die Wirtschaftsforscher sagen für 2021 wieder über vier Prozent Wachstum voraus – allerdings rechnen sie dort bereits ein, dass wir alle wieder deutlich mehr Geld ausgeben. Das Geld muss von irgendwoher kommen. Wenn alle sparen, kommen wir nicht aus der Krise heraus.

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