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Gute Ideen für ein starkes Handwerk
Chancen der Transformation im Handwerk nutzen

Das Handwerk wird digital. Das hat gravierende Folgen für Betriebe und Beschäftigte. Die IG Metall sieht jetzt die Chance, Digitalisierung und Gute Arbeit zusammen zu bringen und fordert mehr Tarifbindung und Mitbestimmung.


Die Botschaft der jüngsten Handwerkskonferenz der IG Metall ist klar. Digitalisierung ist dabei, das Handwerk umzukrempeln und einen Transformationsprozess voranzutreiben. Im Kfz-Handwerk ist der Prozess schon länger im Gange. Diagnose, Reparatur und Ersatz von Bauteilen erfolgt vielfach auf digitalem Weg. Aber auch andere Gewerke sind mitten im Transformationsprozess.

Qualifikation ist der Schlüssel, um die Transformation zu bewältigen. „Die Arbeitgeber müssen die Kompetenzen der Beschäftigten sichern und weiterentwickeln. Dazu ist eine Qualifikationsoffensive erforderlich“, betont Ralf Kutzner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall. „Dass sich Beschäftigte neue Techniken am Arbeitsplatz drauf schaffen müssen oder am Feierabend, geht gar nicht. Manche haben mit Anfang 40 Angst nicht mehr mithalten zu können.“

Klar ist, in der Digitalisierung liegen Chancen und Risiken zugleich. Betriebe müssen ihre Internetpräsenz erhöhen, weil ein wachsender Teil der Kunden sich erst einmal im Internet informiert, bevor er beispielsweise ein Auto kauft oder eine Elektrohandwerkerin bestellt. Digitaltechnik wird in der betrieblichen Steuerung, aber auch in den Fertigungsprozessen angewendet. Über 3D-Drucker und Maschine-zu-Maschine-Kommunikation (M2M) kommen Produkte und Dienstleistungen zustande, die individuell auf die Kundin abgestimmt sind. Im Handwerksbetrieb können Softwareprogramme Werkstattfahrzeuge orten und Mitarbeiter an den jeweiligen Einsatzort lenken. Der Überblick über Lagerhaltung ist ohne Einsatz digitaler Technik vielerorts nicht mehr denkbar.


Der digitalen Technik ausgeliefert?

Die Begleiterscheinungen der Digitalisierung sind weitreichend. Sie betreffen nicht nur Qualifikation und Weiterbildung. Es geht auch um Datenschutz und Aspekte ständiger Erreichbarkeit. Studien haben gezeigt, dass Beschäftigte, die mit digitalen Tools arbeiten, häufiger unter Termindruck und Arbeitsverdichtung leiden. Der Einzelne hat öfter das Gefühl, der digitalen Technik ausgeliefert zu sein. Hier sind Tarifverträge und Mitbestimmung geeignete Mittel, um die Beschäftigten zu schützen, betont Ralf Kutzner. Allerdings gibt es Gewerke, wo sich Innungen gegen den Abschluss von Tarifverträgen sperren. Betriebsinhaber verhindern oft die Gründung von Betriebsräten. „Qualifizierung und die Gestaltung der Arbeitsplätze müssen durch Betriebsräte mitbestimmt werden, um die Risiken der Transformation für die Beschäftigten zu minimieren und auch Ängste zu nehmen. Es geht darum, den Wandel fair zu gestalten.“

Ralf Kutzner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, zuständig für die Handwerksbranchen


Die Folgen für Beschäftigung sind unterschiedlich. „Im Kfz-Handwerk ist eher mit einem Rückgang der Beschäftigung zu rechnen, im Elektrohandwerk eher mit einer Zunahme - sofern die Qualifikationen stimmen“, sagt Ralf Kutzner. Kutzner fordert auch die Einführung eines Transformationskurzarbeitergeldes. Die Idee ist: Kommt ein Betrieb in eine schwierige Lage, qualifizieren sich die Beschäftigten für neue Aufgaben und bleiben dem Betrieb erhalten.

Im Handwerk sind rund 5,4 Millionen Frauen und Männer beschäftigt. Etwa 363 000 Auszubildende erhalten dort eine qualifizierte Ausbildung. In Betrieben aus dem Organisationsbereich der IG Metall arbeiten rund 2,13 Millionen Handwerkerinnen und Handwerker. Mit 441 000 Beschäftigten ist das Kfz-Handwerk der größte Handwerkszweig im Organisationsbereich der IG Metall.

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