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Ausbildung in der Tasche?

So kannst du dich beruflich weiterqualifizieren

15.06.2016 Ι Mit dem Abschluss deiner Ausbildung hast du eine solide Grundlage für deine berufliche Zukunft geschaffen - auf der du aufbauen kannst. Wir zeigen, was dafür spricht, jetzt dranzubleiben und welche Wege zur weiteren beruflichen Qualifizierung offenstehen.

Studium anschließen, Schulabschluss nachholen oder sich beruflich weiterbilden - Wer nach der Ausbildung auf der Karriereleiter weitere Sprossen erklimmen will, hat viele Möglichkeiten. Eine davon: berufliche Aufstiegsfortbildungen. Wie der Name schon verrät, handelt es sich dabei um Qualifizierungen, die zu einem höheren Abschluss führen.

Dass sich diese Form der Weiterbildung lohnt, zeigt die Weiterbildungserfolgsumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages: Sechs von zehn Weiterbildungsabsolventen verbessern sich sofort beruflich und finanziell. Drei bis fünf Jahre später sind es sogar 70 Prozent, die über eine bessere Position, einen größeren Verantwortungsbereich und ein höheres Entgelt verfügen.

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Hier die wichtigsten beruflichen Weiterbildungsmöglichkeiten im Überblick:

 

Der Meister ist eine Aufstiegsfortbildung, die zu einem öffentlich-rechtlich anerkannten Abschluss führt. Sie befähigt dich dazu, Verantwortung in der Planung, Vorbereitung, Organisation und Produktion eines Industrie- oder Handwerksbetriebs zu übernehmen.

Handwerksmeister:
Ziel dieses Abschlusses ist es, ein Handwerk selbständig auszuüben, einen eigenen Betrieb zu führen und Auszubildende einzustellen und auszubilden.

Industriemeister:
Ziel ist die fachliche, organisatorische und personelle Führung von Arbeitsgruppen oder Abteilungen in (Industrie-)Betrieben.

Unterschiedliche Bildungsträger und Meisterschulen bieten Vorbereitungslehrgänge für die Abschlussprüfungen an, sowohl in Voll- als auch in Teilzeit. Allerdings ist die Teilnahme für eine Zulassung zu den Prüfungen nicht immer verpflichtend.

Um zur Meisterprüfung zugelassen zu werden, musst du eine erfolgreiche Gesellenprüfung vorweisen. Strebst du einen Meister im gleichen Beruf an, kannst du die Fortbildung direkt an die Ausbildung anschließen. Möchtest du einen fachfremden Meister machen, solltest du über mindestens zwei Jahre Berufserfahrung verfügen. Dabei ist der erfolgreiche Abschluss einer Fachschule bei einjährigen Fachschulen mit einem Jahr, bei mehrjährigen Fachschulen mit zwei Jahren auf die Berufstätigkeit anzurechnen. Auch ausländische Bildungsabschlüsse sind zu berücksichtigen.

Mit Ausnahmegenehmigung und ausreichend Berufserfahrung können sich auch Personen, die keine Berufsausbildung abgeschlossen haben, für die Meisterprüfung anmelden. Viele Meisterausschüsse verlangen aber, zuvor extern die Gesellenprüfung abzulegen.

Die Meisterprüfung umfasst vier Prüfungsteile, die voneinander unabhängig absolviert werden können: Fachpraxis, Fachtheorie, wirtschaftliche und rechtliche Grundlagen sowie die Ausbildereignungsprüfung.
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Voraussetzung: eine abgeschlossene Berufsausbildung

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Kosten: variieren je nach Branche und Beruf zwischen 4.000 und 9.000 Euro, zzgl. rund 750 Euro Prüfungsgebühren
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Allgemeine Fördermöglichkeiten: Meister-BAföG

Regionalspezifische Fördermöglichkeiten: Meisterbonus Bayern

Der Fokus dieser Weiterbildung liegt auf dem betriebswirtschaftlichen Bereich in Kombination mit branchenspezifischer Kompetenzerweiterung. Fachwirte werden vielseitig eingesetzt: Sie können ins mittlere Management aufsteigen und sind zumeist auf der planerischen, organisatorischen und verwaltenden Ebene tätig. Der Abschluss ist dem Meister gleichgestellt. Er beinhaltet die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung.

Die Prüfung wird in der Regel von der zuständigen Industrie- und Handelskammer abgenommen. Diese kann dir auch genaue Auskunft über die Zugangsvoraussetzungen sowie die konkreten Fortbildungsinhalte geben, die sich branchenspezifisch unterscheiden. Um zur Prüfung zugelassen zu werden, musst du zumeist eine abgeschlossene dreijährige kaufmännische, gewerblich-technische oder verwaltende Berufsausbildung und/oder entsprechende Berufspraxis vorweisen. Berufserfahrung kann auch während der Weiterbildung erworben werden. Die Vorbereitungslehrgänge dauern je nach Format (Teil- oder Vollzeit; Fernlehrgang) zwischen zwei und 30 Monaten. Sie sind für die Zulassung zur Prüfung nicht verpflichtend.
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Voraussetzung: Auskunft erteilt die zuständige Industrie- und Handelskammer
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Kosten: variieren je nach Wirtschaftszweig zwischen 3.500 und 6.000 Euro, Prüfungsgebühr etwa 350 Euro
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Allgemeine Fördermöglichkeiten: Meister-BAföG, Weiterbildungsstipendium

regionalspezifische Fördermöglichkeiten: Weiterbildungsbonus Hamburg und Schleswig-Holstein, Weiterbildung in Niedersachsen (WiN), Meisterbonus Bayern, Bildungsscheck NRW, Förderprogramm "Weiterbildung in Niedersachsen"

Der Techniker (auch Staatlich anerkannter Techniker oder Staatlich geprüfter Techniker) ist eine Aufstiegsqualifikation an einer Fachschule, die mit einem Staatsexamen abgeschlossen wird. Mögliche Tätigkeitsfelder sind Konstruktion und Entwicklung, Erstmusterbau oder Qualitätssicherung. Techniker/-innen planen Projekte und übernehmen Führungsaufgaben. Mit der Ausbildereignungsprüfung (siehe Seite 35) können Techniker/-innen auch Ausbilder/-innen werden.

Die Weiterbildung kann in Vollzeit, Teilzeit oder als Fernstudium absolviert werden. In Vollzeit umfasst sie zwei Jahre bzw. vier Semester, in Teilzeit entsprechend länger (drei bis vier Jahre). Die Abschlussprüfung - das Staatsexamen - setzt sich aus vier allgemeinbildenden Fächern, vier fachbezogenen Fächern sowie einer Projektarbeit zusammen.
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Voraussetzung: Um eine Fachschule für Technik besuchen zu dürfen, musst du mindestens einen Hauptschulabschluss, eine abgeschlossene Berufsausbildung (mind. zweijährig) inklusive Berufsschulabschluss und eine mindestens einjährige Berufspraxis vorweisen. Alternativ: Mittlere Reife sowie eine siebenjährige qualifizierte Tätigkeit in einem der Fachrichtung entsprechenden Beruf.
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Kosten: Staatliche Schulen sind kostenfrei; ggf. fallen Prüfungsgebühren an
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Allgemeine Fördermöglichkeiten: Meister-BAföG, Schüler-BAföG

Regionalspezifische Fördermöglichkeiten: Meisterbonus Bayern

Ein Studium führt zum Abschluss als Bachelor oder Master und wird an Hochschulen und Fachhochschulen absolviert. Die akademische Ausbildung zum Betriebswirt hat sich zunehmend spezialisiert - so zum Beispiel für Marketing, Produktion, Personal, Rechnungswesen, Controlling oder Industrie.
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Voraussetzung: Voraussetzungen für ein Studium sind im Regelfall die allgemeine oder die fachgebundene Hochschulreife (Abitur/Fachabitur). Es gibt aber auch die Möglichkeit, sich über berufliche Qualifizierungen den Weg zu bahnen (z. B. als Meister im Handwerk) oder eine entsprechende Zulassungsprüfung zu bestehen.
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Kosten: an staatlichen Hoch- und Fachhochschulen kostenlos, ggf. fallen Gebühren für Immatrikulation, Studierendenvertretung und Semesterticket an
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Fördermöglichkeiten: BAföG, Stipendien

Der Staatlich geprüfte Betriebswirt ist ein Abschluss, der durch einen zweijährigen Fachschulbesuch in Vollzeit (Teilzeit drei bis vier Jahre) an Fachakademien oder Fachschulen für Wirtschaft erworben wird.

Der umfassende allgemeinbildende Teil im Grundstudium ermöglicht es, nach dem Abschluss mit einer zusätzlichen Prüfung die Fachhochschulreife zu erwerben. Zwar können Staatlich geprüfte Betriebswirte grundsätzlich an deutschen Fachhochschulen und Universitäten fachgebunden studieren, die Chancen auf einen der meist zugangsbeschränkten Studienplätze verbessern sich aber mit der Ergänzungsprüfung für die Fachhochschulreife deutlich.

Aufbauend auf dem Abschluss Staatlich geprüfter Betriebswirt mit entsprechender Ergänzungsprüfung kann ein Bachelor-Studium an einer (Fach-)Hochschule begonnen werden.
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Voraussetzung: im Regelfall die mittlere Reife, eine abgeschlossene kaufmännische Berufsausbildung und mindestens zwölf Monate Berufserfahrung.
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Kosten: an staatlichen Einrichtungen kostenlos, ggf. fallen Prüfungsgebühren an
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Allgemeine Fördermöglichkeiten: Schüler-BAföG, Stipendien, Meister-BAföG

Regionalspezifische Fördermöglichkeiten: Meisterbonus Bayern

Der Geprüfte Betriebswirt ist eine kaufmännische Aufstiegsfortbildung, die mit einer Prüfung vor einem Ausschuss der Industrie- und Handelskammer abschließt. Der Geprüfte Betriebswirt stellt gemeinsam mit dem Geprüften Technischen Betriebswirt und dem Geprüften Berufspädagogen die oberste Stufe des IHK-Aufstiegsfortbildungssystems dar. Die Weiterbildung wird meist im Fernstudium oder berufsbegleitend abends und an Wochenenden durchgeführt.
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Voraussetzung: Der Abschluss kann ohne Abitur und ohne Hochschulstudium erreicht werden. Zulassungsvoraussetzung für die bundeseinheitliche Prüfung ist im Regelfall eine erfolgreich abgelegte IHK-Fortbildung zum Fachkaufmann oder zum Fachwirt bzw. eine vergleichbare kaufmännische Aufstiegsfortbildung oder der Nachweis einer abgeschlossenen Berufsausbildung, einer staatlich anerkannten Prüfung an einer kaufmännischen Fachschule und von mindestens drei Jahren Berufserfahrung in einer für die Fortbildung hilfreichen Tätigkeit.
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Kosten: zwischen 3.500 und 4.500 Euro für die Lehrgänge und 400 bis 450 Euro für die abschließende Prüfung bei der IHK
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Allgemeine Fördermöglichkeiten: Meister-BAföG, Stipendien

Regionalspezifische Fördermöglichkeiten: Weiterbildungsbonus Hamburg und Schleswig-Holstein, Weiterbildung in Niedersachsen (WiN), Meisterbonus Bayern, Bildungsscheck NRW, Förderprogramm "Weiterbildung in Niedersachsen"

Der Geprüfte Technische Betriebswirt ist eine Aufstiegsfortbildung nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG), die darauf vorbereiten soll, in Unternehmen unterschiedlicher Wirtschaftsbereiche an der Schnittstelle zwischen Technik, Produktion und Betriebswirtschaft tätig zu werden. Mit der technischen und betriebswirtschaftlichen Kompetenz vereint der Technische Betriebswirt zwei Fortbildungsschwerpunkte. Damit befähigt er die Absolventen/-innen dazu, betriebliche Führungs- und Leitungsaufgaben zu übernehmen.
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Voraussetzung: Zulassungsvoraussetzung für die bundeseinheitliche Prüfung ist im Regelfall eine erfolgreich abgelegte IHK-Aufstiegsfortbildung zum Industriemeister oder eine vergleichbare technische Meisterprüfung oder eine staatliche Anerkennung als Techniker/-in. Auch eine Anerkennung als Technischer Fachwirt IHK oder als Ingenieur (inklusive mindestens zwei Jahren Berufspraxis) ermöglichen die Zulassung.
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Kosten: 3.000 bis 4.000 Euro
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Fördermöglichkeiten: Meister-BAföG, Stipendien

regionalspezifische Fördermöglichkeiten: Weiterbildungsbonus Hamburg und Schleswig-Holstein, Weiterbildung in Niedersachsen (WiN), Meisterbonus Bayern, Bildungsscheck NRW, Förderprogramm "Weiterbildung in Niedersachsen"

Der Geprüfte Betriebswirt nach der Handwerksordnung ist eine Aufstiegsfortbildung oberhalb des Meisters und damit die höchste Ausbildung im Handwerk. Sie wird mit einer Prüfung vor einem Ausschuss der Handwerkskammer abgeschlossen. Besonders attraktiv ist die Fortbildung für Meister im Handwerk, die eine zusätzliche betriebswirtschaftliche Qualifikation anstreben. Betriebswirte des Handwerks können als selbstständige Handwerksmeister einen eigenen Betrieb leiten oder Leitungspositionen in kleinen oder mittelständischen Unternehmen oder Organisationen des Handwerks übernehmen.

Die Vorbereitungslehrgänge können in Voll- bzw. Teilzeit oder als Online-Lehrgang absolviert werden. Ein Vollzeitlehrgang dauert rund zwölf Wochen, Teilzeit-Modelle oder Online-Lehrgänge bis
zu zwei Jahre. Die Teilnahme an Vorbereitungslehrgängen ist nicht verpflichtend für die Anmeldung zur Prüfung. Mit diesem Qualifizierungsschritt stehen viele weitere Wege offen, unter anderem ein Studium.
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Voraussetzung: Zulassungsvoraussetzung für die bundeseinheitliche Prüfung ist im Regelfall der Meisterbrief in einem Handwerksberuf oder eine vergleichbare Qualifikation, zum Beispiel eine Abschlussprüfung in einem anderen anerkannten Weiterbildungsberuf mit mindestens einjähriger Berufspraxis. Darüber hinaus können auch Quereinsteiger aus anderen Branchen oder kaufmännischen und technischen Berufen bei entsprechenden Voraussetzungen zur Prüfung zugelassen werden. Dazu gehören beispielweise: Gesellen (Teil III der Meisterprüfung bestanden oder mit Abschluss Fachkaufmann HWK), Meister der Industrie, Techniker, Diplom-Ingenieure und Büro- und Industriekaufleute mit einer zweijährigen Berufspraxis. Die endgültige Entscheidung über die Zulassung obliegt der Handwerkskammer.
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Kosten: variieren je nach Handwerkskammer, rund 3.000 bis 4.500 Euro zzgl. Prüfungsgebühren (300 bis 750 Euro)
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Allgemeine Fördermöglichkeiten: Meister-BAföG, Stipendien

regionalspezifische Fördermöglichkeiten: Weiterbildungsbonus Hamburg und Schleswig-Holstein, Weiterbildung in Niedersachsen (WiN), Bildungszuschuss Hamburg im Handwerk, Meisterbonus Bayern, Bildungsscheck NRW, Förderprogramm "Weiterbildung in Niedersachsen"

Hierbei handelt es sich um einen kaufmännischen Weiterbildungsabschluss, der von Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien vergeben wird. Als gehobene Sachbearbeiter/-in übernehmen Betriebswirte (VWA) kaufmännische und organisatorische Führungsaufgaben - bei entsprechender Berufserfahrung auch die Leitung von Abteilungen, Filialen oder Teams. Die Qualifikation befähigt zur Ausübung kaufmännischer oder betriebswirtschaftlicher Aufgaben in Unternehmensbereichen wie Personal, Controlling, Rechnungswesen oder Materialwirtschaft/Produktion.

Die Weiterbildung erfolgt berufsbegleitend über den Zeitraum von sechs Semestern. Die Vorlesungen finden an Wochenenden oder am Abend statt.

Die Weiterbildung ist nicht staatlich anerkannt. Sie kann aber an vielen Akademien, Fachhochschulen und Hochschulen durch ein zweisemestriges Aufbaustudium zu einem Bachelor-Abschluss erweitert werden.
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Voraussetzung: Zulassungsvoraussetzungen sind der mittlere Schulabschluss, eine dreijährige kaufmännische Ausbildung sowie mindestens ein Jahr Berufspraxis.

Auch Industrie- und Handwerksmeister/-innen sowie staatlich geprüfte Techniker/-innen können eine Zulassung erhalten, wenn sie nach ihrer Prüfung mindestens ein Jahr eine Tätigkeit ausgeübt haben, die wirtschaftliche Kenntnisse erforderte. Grundsätzlich ist die Anrechnung vorhergehender Aufstiegsqualifikationen möglich und führt zur Einstufung in höhere Semester.

Als Abiturientenstudiengang kann die Fortbildung als duales Studium absolviert werden. Dafür ist ein Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen notwendig. Die Dauer des Studiums beträgt drei Jahre.
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Kosten: variieren je nach Anbieter, um die 4.500 Euro
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Allgemeine Fördermöglichkeiten: Weiterbildungsstipendium

Regionalspezifische Fördermöglichkeiten: Weiterbildungsbonus Hamburg und Schleswig-Holstein, Weiterbildung in Niedersachsen (WiN), Bildungsscheck NRW, Förderprogramm "Weiterbildung in Niedersachsen"

In jedem dual-ausbildenden Unternehmen muss mindestens ein/-e Ausbilder/-in nach der Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO) tätig sein. Diese Qualifikation erhält man durch das erfolgreiche Bestehen einer Prüfung vor den Berufskammern. Vorbereitungslehrgänge, die die notwendigen rechtlichen und berufs- und arbeitspädagogischen Kenntnisse vermitteln, werden auch AdA ("Ausbildung der Ausbilder") genannt. Sie sind für die Zulassung zu den Prüfungen nicht verpflichtend. Es gibt auch die Möglichkeit, die Ausbildung zum Ausbilder an einer Hochschule oder Berufsakademie zu absolvieren.

Auf der Grundlage einer abgeschlossenen Berufsausbildung berechtigt das erfolgreiche Bestehen der Ausbildereignungsprüfung zur Zulassung für die Fortbildung zum/-r Geprüften Aus- und Weiterbildungspädagogen/-in.
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Voraussetzung: Für die Teilnahme an der Prüfung musst du keine speziellen Voraussetzungen erfüllen. Allerdings berechtigt ihr Bestehen nicht automatisch zum Ausbilden. Dafür musst du zusätzlich auch über eine Ausbildungsberechtigung verfügen. Diese bekommt nur, wer eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Studium vorweisen kann und wessen Betrieb bei der zuständigen Kammer eingetragen ist.
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Kosten: bis zu 200 Euro Prüfungsgebühr
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Fördermöglichkeiten: keine

Aus- und Weiterbildungspädagogen/-innen stellen betriebliche Qualifikationsbedarfe fest, planen betriebliche Weiterbildungsmaßnahmen, koordinieren und optimieren Lernprozesse und begleiten Auszubildende und Beschäftigte dabei. Darüber hinaus entwickeln und optimieren sie Prüfungen und Beurteilungssysteme, kalkulieren Kosten berufspädagogischer Maßnahmen und evaluieren die Wirksamkeit von Bildungsmaßnahmen (Bildungscontrolling).

Der Abschluss ist staatlich anerkannt, bundesweit gültig und entspricht dem des/-r Fachwirts/-in - befindet sich also auf der Meisterebene. Er ermöglicht den Hochschulzugang ohne Abitur. Es kann eine weitere Aufstiegsfortbildung zum/-r geprüften Berufspädagogen/-in angeschlossen werden.

Vorbereitungslehrgänge werden in Vollzeit und berufsbegleitend angeboten. Sie dauern zwischen sechs und 24 Monaten. Eine Teilnahme ist für die Prüfungszulassung nicht verpflichtend.
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Voraussetzung: Zulassungsvoraussetzungen sind eine Abschlussprüfung in einem anerkannten mindestens dreijährigen Ausbildungsberuf und mindestens ein Jahr Berufserfahrung oder eine Abschlussprüfung in einem sonstigen anerkannten Ausbildungsberuf und mindestens zwei Jahre Berufserfahrung. Grundsätzlich muss die Prüfung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung erfolgreich abgeschlossen worden sein oder eine vergleichbare berufs- und arbeitspädagogische Qualifikation nachgewiesen werden. 
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Kosten: um die 3.500 Euro zzgl. Prüfungsgebühren
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Allgemeine Fördermöglichkeiten: Meister-BAföG, Stipendien

Regionalspezifische Fördermöglichkeiten: Weiterbildungsbonus Hamburg und Schleswig-Holstein, Weiterbildung in Niedersachsen (WiN), Meisterbonus Bayern, Bildungsscheck NRW, Förderprogramm "Weiterbildung in Niedersachsen"

Der Berufspädagoge ist ein neuer Fortbildungsberuf. Berufspädagogen/-innen sind in der beruflichen Aus- und Weiterbildung tätig. Zu ihren Aufgaben zählt die Organisation, Einführung und Durchführung von Aus- und Weiterbildungen und beruflicher Bildungsprozesse. Sie können auch als externe Pädagogen/-innen für Unternehmen in den Bereichen der Aus- und Weiterbildung sowie im Bildungsmanagement, in Leitungsfunktionen bei Bildungsträgern und in den Bereichen Personalentwicklung und -beratung tätig sein. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann mit dieser Fortbildung begründet werden.

Vorbereitungslehrgänge können in Vollzeit oder berufsbegleitend absolviert werden, sie dauern in der Regel zwischen zwölf und 24 Monaten und schließen mit einer Prüfung vor einer Industrie- und Handelskammer ab. Sie sind für die Zulassung zur Prüfung nicht verpflichtend.
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Voraussetzung: Zulassungsvoraussetzung ist der Nachweis einer erfolgreich abgelegten Prüfung als Geprüfte/-r Aus- und Weiterbildungspädagoge/-in, Fachkaufmann/-frau, Meister Handwerk/Industrie - plus ein Jahr Berufspraxis.

Oder ein abgeschlossenes Hochschulstudium bzw. eine abgeschlossene staatlich anerkannte Fachschulfortbildung - plus zwei Jahre Berufspraxis.

Oder eine erfolgreiche Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf - plus fünf Jahre Berufspraxis. Grundsätzlich ist eine erfolgreich abgelegte Prüfung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung oder Vergleichbares notwendig.  
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Kosten: ab 4.500 Euro zzgl. Prüfungsgebühren
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Allgemeine Fördermöglichkeiten: Meister-BAföG, Stipendien

Regionalspezifische Fördermöglichkeiten: Weiterbildungsbonus Hamburg und Schleswig-Holstein, Weiterbildung in Niedersachsen (WiN), Meisterbonus Bayern, Bildungsscheck NRW, Förderprogramm "Weiterbildung in Niedersachsen"

Diese Weiterbildung ist ein sechssemestriges Vollzeitstudium am Fachbereich Sozialökonomie (ehem. Hochschule für Wirtschaft und Politik) der Universität Hamburg. Besonders hervorzuheben
ist hier die Interdisziplinarität, die mehrere wissenschaftliche Disziplinen miteinander verbindet. Damit richtet sich der Studiengang speziell an Berufserfahrene. Bis zu 40 Prozent der Studienplätze werden für Personen ohne Abitur freigehalten. Daher verfügt der Fachbereich über viel Erfahrung in der Betreuung Studierender auf dem dritten Bildungsweg.

Die Studierfähigkeit der Bewerber/-innen ohne Abitur wird über eine zweitägige schriftliche Aufnahmeprüfung und ein mündliches Gespräch festgestellt.

Das Studium zielt darauf ab, das Verhältnis zwischen Wirtschaft und Gesellschaft zu durchleuchten und kritisch hinterfragen zu lernen. Gelehrt werden Volks- und Betriebswirtschaftslehre, Soziologie sowie Zivil- und Arbeitsrecht. Zahlreiche Menschen aus Gewerkschaften, Wirtschaftsverbänden und Politik sind Absolventen/-innen der ehemaligen HWP. Wenn du später in diesen Feldern tätig sein möchtest, ist dieses Studium eine gute Option.
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Kosten: ggf. fallen Gebühren für Immatrikulation, Studierendenvertretung und Semesterticket an
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Fördermöglichkeiten: BAföG, Stipendien

Die Europäische Akademie der Arbeit mit Sitz in Frankfurt am Main bietet eine solide Grundlage für die erfolgreiche Tätigkeit als betriebliche Interessenvertretung, für die ehren- oder hauptamtliche Gewerkschaftsarbeit und für die Arbeit in öffentlichen Institutionen, Verwaltungen, Non-Profit-Organisationen und Verbänden.

Jährlich findet eine Auswahlprüfung statt.

In den elf Monaten des Studiums werden Kenntnisse in den Bereichen Wirtschaft, Sozial- und Gesellschaftspolitik, Arbeitspolitik/-beziehungen und Recht vermittelt. Der Abschluss berechtigt dazu, an einer Hochschule weiterzustudieren.
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Voraussetzung: Für die Teilnahme an der Auswahlprüfung musst du eine abgeschlossene Berufsausbildung und/oder ausreichend Berufserfahrung nachweisen. Gesellschaftspolitisches und soziales Engagement sind ebenfalls wichtige Kriterien. Nähere Informationen erhältst du bei in der zuständigen IG Metall-Geschäftsstelle - Voraussetzung ist eine Mitgliedschaft.
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Kosten: keine
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Fördermöglichkeiten: Stipendium der Hans-Böckler-Stiftung (auch für Unterbringung), vereinzelt Förderung durch den Arbeitgeber. Nähere Infos bekommst du bei deinem Betriebsrat oder deiner IG Metall-Geschäftsstelle.



Ausführliche Informationen zu Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten beruflicher Weiterbildung gibt es hier.

Beruflich weiterbilden - Bildungsteilzeit nutzen

Aber nicht nur Geld spielt eine Rolle. Auch Zeit und berufliche Freiräume müssen vorhanden sein. Mit dem Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie im Jahr 2015 ist es der IG Metall gelungen, den Spielraum der Beschäftigten in Sachen Qualifizierung zu erweitern:

Wer eine persönliche berufliche Weiterbildung absolvieren möchte, kann dafür jetzt zum Beispiel von der Arbeit freigestellt werden. Dabei besteht die Möglichkeit, Teilzeit zu arbeiten. Die Teilzeit kann dabei übrigens auch in geblockter Form genommen werden.

Darüber hinaus kann aber auch mit dem Arbeitgeber vereinbart werden, eine Zeit lang ganz auszuscheiden. In beiden Fällen besteht danach ein Rückkehrrecht auf den alten Arbeitsplatz oder eine mindestens gleichwertige Vollzeitstelle. Weitere Informationen zur Bildungsteilzeit gibt es hier.



Die Regelungen zur Qualifizierung und Bildungsteilzeit finden sich in den regionalen Tarifverträgen der Metall- und Elektroindustrie wieder. Sie weisen dabei regionale Besonderheiten auf. Wer sich über die für ihn geltenden Regelungen informieren möchte, sollte sich an seine Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV), seinen Betriebsrat oder die Kolleginnen und Kollegen aus der IG Metall-Geschäftsstelle vor Ort wenden.

Links und Zusatzinformationen
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Das neue WAP
WAP - Berufsbildungsportal der IG Metall
Das WAP (Weiterbilden, Ausbilden, Prüfen) bietet Fachinformationen rund um Bildung und Berufsbildung. Das Portal ist im Mitgliederbereich von igmetall.de integriert.
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Mitgliederwerbeaktion
Mit Tarifvertrag geht's gerechter zu:

beim Entgelt, beim Urlaub, bei der Arbeitszeit - und es gibt Rechtsschutz. Aber: Nur Mitglieder haben einen Anspruch darauf.