Fördermöglichkeiten
So finanzierst Du Deine Weiterbildung

Wer sich beruflich weiterqualifizieren will, steht schnell vor der Finanzierungfrage. Wir zeigen Dir, welche Fördermöglichkeiten es gibt - und wer sie Anspruch nehmen kann.


Geld ist zwar nicht alles im Leben, aber doch von zentraler Bedeutung für jede und jeden Einzelnen von uns. Gerade im Zusammenhang mit beruflicher Weiterbildung und Qualifizierung wird die Geldfrage ganz schnell zur alles entscheidenden: Handelt es sich um kostenpflichtige Maßnahmen, müssen die Mittel dafür erst einmal aufgebracht werden. Aber auch bei unentgeltlichen Angeboten sollten Lebenshaltungskosten und ähnliches mitkalkuliert werden – erst Recht bei Fortbildungen ohne parallele Berufstätigkeit.

Doch das ist kein Grund dafür, den Kopf in den Sand zu stecken. Denn es gibt Fördermöglichkeiten, du musst sie nur kennen. Wir stellen sie Dir hier vor.

Aufstiegsstipendium

Die Bundesregierung hat ein Stipendium eigens für beruflich Qualifizierte ohne Abitur aufgelegt. Es heißt „Aufstiegsstipendium" und richtet sich an besonders begabte Studienwillige (bzw. Studierende) mit Berufserfahrung. Die Voraussetzungen für eine Bewerbung sind eine abgeschlossene Berufsausbildung oder Aufstiegsfortbildung, eine mindestens zweijährige Berufspraxis vor Studienbeginn sowie der Nachweis besonderer Leistungen. Dazu zählen:

  • sehr gute Abschlussnoten (mindestens 1,9 oder 87 Punkte) oder
  • die besonders erfolgreiche Teilnahme an einem bundesweiten beruflichen Leistungswettbewerb oder
  • ein begründeter Vorschlag des Betriebs.

Wer bereits studiert, darf das zweite Fachsemester noch nicht abgeschlossen haben. Eine Altersgrenze gibt es nicht. Die Förderung beträgt bei einem Vollzeitstudium 735 Euro monatlich, zuzüglich 80 Euro Büchergeld. Für Kinder unter zehn Jahren wird eine Betreuungspauschale gewährt. Stipendiaten/innen in berufsbegleitenden Studiengängen erhalten jährlich 2.400 Euro.

Mehr Infos auf der Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Weiterbildungsstipendium

Besonders begabte Auszubildende haben die Möglichkeit, ein Weiterbildungsstipendium zu erhalten. Dafür muss bei der für die Ausbildung zuständigen Kammer ein Antrag gestellt werden. Die Förderkriterien sind aber auch hier nicht ohne:

  • Überdurchschnittlich guter Abschluss einer Ausbildung in einem anerkannten dualen Ausbildungsberuf. Das bedeutet: Abschlussprüfung mit mindestens 87 Punkten (1,9 Durchschnittsnote) oder bei einem überregionalen beruflichen Leistungswettbewerb unter die ersten Drei gekommen oder begründeter Vorschlag durch den Arbeitgeber oder die Berufsschule anhand konkreter Beispiele.
  • Unter 25 Jahre alt. Ausnahme: Freiwilligendienste und/oder Mutterschutz- und Elternzeit sind nachweisbar. Dann erhöht sich das Maximalalter auf 28 Jahre.
  • Kein/e Vollzeitstudent/in und kein/e Hochschulabsolvent/in.

Die Förderung wird maximal für drei Jahre gewährt. Insgesamt werden höchstens 6.000 Euro ausgezahlt, also 2.000 Euro pro Jahr. Zehn Prozent der Kosten pro Maßnahme müssen selbst getragen werden. Förderungsfähig sind anspruchsvolle Weiterbildungen, die in der Regel berufsbegleitend absolviert werden müssen. Dazu zählen:

  • fachbezogene berufliche Qualifikationen,
  • Vorbereitungskurse für Prüfungen der beruflichen Aufstiegsfortbildung (Meister/in, Techniker/in, Betriebswirt/in, Fachwirt/in),

  • fachübergreifende Kompetenzen wie Fremdsprachen, EDV, Rhetorik

Unter Umständen können auch berufsbegleitende Studiengänge gefördert werden. Diese dürfen jedoch nicht in Vollzeit sein, noch nicht begonnen haben und müssen auf der Berufsausbildung aufbauen.

Mehr Infos: www.sbb-stipendien.de/weiterbildungsstipendium.htm

Bildungsprämie

Der sogenannte Prämiengutschein ist ein Angebot des Staates. Es werden damit Kosten für Weiterbildungsmaßnahmen bezuschusst. Die Veranstaltungsgebühr darf insgesamt nicht mehr als 1.000 Euro betragen (ohne Nebenkosten wie Anreise, Unterkunft und Verpflegung). Mit dem Prämiengutschein übernimmt der Staat 50 Prozent der Gebühren, also bis zu 500 Euro. Folgende Voraussetzungen sind zu erbringen:

  • Mindestalter 25 Jahre,
  • Erwerbstätigkeit von mindestens 15 Stunden pro Woche,

  • Das zu versteuernde Jahreseinkommen ist nicht höher als 20.000 Euro (40.000 Euro bei gemeinsam Veranlagten).

Um einen Prämiengutschein zu erhalten, muss eine entsprechende Beratungsstelle aufgesucht werden (vorher Termin vereinbaren). Zum Gespräch sind vorzulegen: gültiger Lichtbildausweis, Beschäftigungsnachweis und Einkommenssteuerbescheid bzw. aktuelle Gehaltsabrechnung.

Die geförderte Weiterbildungsmaßnahme muss innerhalb von sechs Monaten nach Ausstellung des Gutscheins begonnen werden. Ein Prämiengutschein kann alle zwei Kalenderjahre beantragt werden, sofern die genannten Voraussetzungen weiterhin erfüllt sind.

Mehr Infos: www.bildungspraemie.info

BAföG

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz – kurz BAföG – ermöglicht Schülern/innen und Auszubildenden aus finanziell schwächeren Elternhäusern die Teilnahme an weiterführenden Bildungsangeboten. Da es sich um eine staatliche Regelung handelt, besteht Rechtsanspruch, sofern die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind.

Grundsätzlich förderungsfähig nach BAföG sind Ausbildungen an allgemein- und berufsbildenden Schulen, Kollegs, Akademien und Hochschulen (inklusive damit zusammenhängender verpflichtender Praktika). Auch Auslandsaufenthalte können gefördert werden. Hierfür sollten die Anträge mindestens sechs Monate vor dem geplanten Aufenthalt gestellt werden.

Auch Menschen ohne deutschen Pass können BAföG erhalten. Die konkrete Ausgestaltung hängt vom individuellen Status ab (EU-Bürger/in, Flüchtling etc.). Eine Förderung ist möglich bis zum 30. Lebensjahr (es gilt der Zeitpunkt des zu fördernden Ausbildungsbeginns), bei Masterstudiengängen bis zum 35. Lebensjahr. Ausnahmeregelungen existieren für Absolventen/innen des Zweiten Bildungsweges und für Eltern mit Kindern unter zehn Jahren.

Ob ein individueller Anspruch auf BAföG besteht, kann nur im Einzelfall entschieden werden. Das gleiche gilt für die Höhe des Anspruches. Beides hängt von der Art der Ausbildung und den persönlichen und familiären Verhältnissen ab.

Folgende Faktoren sind entscheidend:

  • Art der Ausbildung,
  • Wohnverhältnisse Zuschuss zur Kranken- sowie Pflegeversicherung,
  • Unterhaltspflicht durch die Eltern,
  • Ort der Ausbildung/des Studiums.

Die Förderung wird für die Dauer der Ausbildung in Regelzeit gewährt. Sie kann verlängert werden, wenn besondere Umstände vorliegen, z.B. Schwangerschaft, Kindererziehung, Gremientätigkeit, Interessenvertretungstätigkeit, Behinderung.

Schüler BAföG

Ob man Anspruch auf Schüler-BAföG hat, ergibt sich aus einer Menge unterschiedlicher Faktoren: Welche Schulart wird besucht? Wohnort bei den Eltern oder eigener Haushalt, eventuell bereits eigene Kinder? Die Höhe der Förderung hängt grundsätzlich vom Einzelfall ab. Schüler-BAföG wird als Vollzuschuss gewährt und muss nicht zurückgezahlt werden (Ausnahme: Akademien und höhere Fachschulen).

Wichtig: Für manche schulischen Ausbildungen kommen sowohl Schüler-BAföG als auch Aufstiegs-BAföG infrage. Hier sollte sehr genau geprüft werden, welche Variante individuell besser passt.

Elternunabhängiges BAföG

Um elternunabhängiges BAföG zu erhalten, muss mindestens eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Erwerb der allgemeinen Hochschulreife (Abitur) auf dem Zweiten Bildungsweg, z.B. Abendgymnasium oder Kollegs,
  • Ausbildungsbeginn nach der Vollendung des 30. Lebensjahres und wichtige dafür vorliegende Gründe,
  • nach Vollendung des 18. Lebensjahres mindestens fünfjährige Erwerbstätigkeit vor Ausbildungsantritt,
  • dreijährige berufsqualifizierende Ausbildung mit anschließender dreijähriger Erwerbstätigkeit,
  • Vollwaise, Wohnort der Eltern unbekannt oder Eltern im Ausland lebend und an Unterhaltszahlungen rechtlich gehindert

Studienförderung

Studierende an Universitäten, Hochschulen, Fachhochschulen und Akademien erhalten aktuell – sofern sie einen grundsätzlichen Anspruch haben – maximal 735 Euro monatlich. Das ist der sogenannte Förderhöchstsatz. Sind Kinder unter zehn Jahren zu betreuen, besteht zusätzlich ein Anspruch auf den Kinderbetreuungszuschlag in Höhe von 130 Euro monatlich als Vollzuschuss.

Die Förderung besteht zur Hälfte aus einem Zuschuss und zur anderen Hälfte aus einem staatlichen Darlehen ohne Zinsen. Es müssen also 50 Prozent zurückgezahlt werden. Die Rückzahlungspflicht beginnt fünf Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer.

Detaillierte Informationen, Merkblätter und Antragsformulare: www.bafög.de, www.bafoeg-aktuell.de

Aufstiegs-BAföG

Das Aufstiegs-BAföG begründet einen individuellen Rechtsanspruch auf die Förderung beruflicher Aufstiegsfortbildungen. Dabei ist die Form der Fortbildung unerheblich. Die Förderung ist an bestimmte persönliche, qualitative und zeitliche Anforderungen geknüpft.

Gefördert werden alle Qualifizierungsabschlüsse oberhalb des Facharbeiter-, Gesellen-, Gehilfen- oder Berufsfachschulabschlusses; allerdings nicht über der Meisterebene. Ein Mindestumfang von 400 Unterrichtsstunden muss erfüllt sein. Infrage kommen unter anderem also berufliche Fortbildungen wie Meister/in, Techniker/in und Betriebswirt/in.

Um eine Förderung beantragen zu können, muss eine anerkannte und abgeschlossene berufliche Erstausbildung nachgewiesen werden. Gefördert werden Vollzeit- und Teilzeitmaßnahmen ebenso wie Fernlehrgänge. Der Zuschuss wird unabhängig vom Einkommen gewährt. Bei Vollzeitmaßnahmen kann, einkommens- und vermögensabhängig, ein Beitrag zum Lebensunterhalt geleistet werden.

Lehrgangs- und Prüfungsgebühren werden mit bis zu 15.000 Euro gefördert. Davon sind allerdings nur 40 Prozent ein nichtrückzahlbarer Zuschuss. Der Rest umfasst ein zinsgünstiges Darlehen. Das Prüfungsstück wird bis zur Hälfte der notwendigen Kosten gefördert, allerdings nur bis maximal 2.000 Euro – auch das als zinsgünstiges Darlehen.

Die Beiträge zum Lebensunterhalt bei Vollzeitmaßnahmen sind abhängig vom Einkommen und Vermögen des/der Antragsstellers/in. Das Darlehen wird durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau gewährt. Es ist während der Fortbildung und noch eine gewisse Zeit darüber hinaus zinsfrei – insgesamt maximal sechs Jahre. Anschließend ist es innerhalb von zehn Jahren in Raten von mindestens 128 Euro monatlich zurückzuzahlen. Bei erfolgreichem Bestehen der Abschlussprüfung kann ein Antrag auf Reduzierung der Rückzahlung gestellt werden. Maximal 40 Prozent können erlassen werden.

Detaillierte Infos: www.aufstiegs-bafoeg.de. www.wap.igmetall.de

Meisterbonus

Der Meisterbonus ist eine Bonuszahlung des Freistaates Bayern. Jede/r erfolgreiche Absolvent/in einer Fortbildung zum/r Meister/in, Fachwirt/in, Fachkaufmann/frau oder Betriebswirt/in erhält vom Freistaat Bayern einen Bonus in Höhe von 1.000 Euro. Voraussetzung ist, dass der Hauptwohnsitz oder Beschäftigungsort in Bayern liegt. Zudem muss die Prüfung in Bayern abgelegt worden sein. Der Meisterbonus muss nicht extra beantragt werden. Die IHK Würzburg ermittelt die Anspruchsberechtigten und zahlt den Bonus an zwei festen Terminen im Jahr aus.

Mehr dazu: www.stmwi.bayern.de/mittelstand-handwerk/aus-und-weiterbildung/meisterbonus

 

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