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Checkliste: Studierende im Betrieb

Checkliste: Duales Studium

Studierende im Betrieb

15.03.2010 Ι In zwischen gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten, als Studierender in einem Betrieb tätig zu sein. Die gängigsten Formen sind Praktika und Werkstudententätigkeiten, aber auch die Anzahl von dual Studierenden wächst im Bereich der durch die IG Metall betreuten Unternehmen. Unsere Checkliste gibt einen ersten Überblick zu den einzelnen Optionen sowie dem jeweiligen arbeitsrechtlichen Status.

Werkstudenten/-Studentinnen
Als "Werkstudenten" werden alle bezeichnet, die hauptsächlich studieren, aber zur Sicherung des Lebensunterhaltes oder um Berufserfahrung zu sammeln nebenbei jobben. Sie sind nicht zu Ausbildungszwecken im Betrieb, sondern sind in das operative Geschäft eingebunden. Werkstudenten/-Studentinnen können in allen möglichen Modellen beschäftigt sein: Es kann sein, dass Studi A während des Semesters zwei Tage in der Woche bei Euch arbeitet, Studi B in den Sommerferien Vollzeit im Betrieb beschäftigt ist und Studi C während des Semesters einen Tag pro Woche und während der Semesterferien halbtags im Betrieb arbeitet. Alle drei sind Werkstudenten/- tudentinnen. Auch "Praktikantinnen und Praktikanten", die ein freiwilliges Praktikum im Betrieb machen, sind im arbeitsrechtlichen Sinne eigentlich Werkstudent/-innen.

Werkstudenten/-Studentinnen sind arbeitsrechtlich als normale Arbeitnehmer eines Betriebs zu behandeln - sie sind befristet und/oder in Teilzeit im Betrieb beschäftigt. Das hat im Wesentlichen zur Folge, dass alle Gesetze, Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen für sie gelten (Ansprüche aus Tarifverträgen natürlich nur, insofern sie selbst Gewerkschaftsmitglieder sind).
Wer weitere Fragen hat, wendet sich am besten an seinen Betriebsrat oder die IG Metall vor Ort.



Praktikanten und Praktikantinnen und Diplomanden

Echte studentische Praktikanten und Praktikantinnen sind diejenigen Studierenden, die während ihres Studiums ein Pflichtpraktikum im Betrieb absolvieren und zu Ausbildungszwecken anwesend sind. Sie haben in der Regel Vorgaben von ihrer Hochschule wie viele Tage oder Stunden sie mindestens im Betrieb anwesend sein müssen, damit das Praktikum anerkannt wird.
Zu dieser Gruppe gehören auch die Diplomanden, wenn sie ausschließlich im Betrieb sind, um an ihrer Abschlussarbeit zu arbeiten. Wenn sie darüber hinaus im Betrieb beschäftigt sind, sind sie wie Werkstudent/-innen zu behandeln (das muss im Zweifelsfall individuell geprüft werden).

Praktikanten und Praktikantinnen werden wegen des Ausbildungszweckes nicht als normale Beschäftigte behandelt - sind aber auch keine Azubis im Sinne des Berufsbildungsgesetzes. Die herrschende Auffassung unter Juristen ist, dass diese "echten Praktikanten und Praktikantinnen" keinen Anspruch auf Arbeitnehmerrechte haben, weil sie im Wesentlichen an der Hochschule tätig sind. Dementsprechend haben Praktikanten und Praktikantinnen weder Anspruch auf Entgelt, Urlaub etc.



Dual Studierende

Dual Studierende absolvieren einen Teil ihrer Ausbildung an einer Hochschule (ehemalige Berufsakademie, Fachhochschule, Universität) und den anderen Teil in einem Betrieb, mit dem sie im Vorfeld einen Vertrag abgeschlossen haben. Dabei gibt es bundesweit unterschiedliche Formen des dualen Studiums.
Unabhängig von den Modellen gilt für alle: Dual Studierende sind Arbeitnehmer im Sinne des Betriebsverfassungsgesetzes (BetrVG) und Betriebsrat und JAVen sind für die Interessenvertretung zuständig. Gesetze und Betriebsvereinbarungen sind für sie gültig, wenn sie nicht ausdrücklich aus dem Geltungsbereich ausgeschlossen sind. Etwas anderes gilt bei der Anwendung von Tarifverträgen.

Die Studierenden, die im ersten Schritt einen IHK-Berufsabschluss machen, sind bis zu diesem ersten Abschluss wie ganz normale Azubis zu behandeln. Für sie gelten alle gesetzlichen, tariflichen und betrieblichen Regelungen für Auszubildende. Erst nach dem IHK-Abschluss werden sie arbeitsrechtlich wie die nachfolgend beschriebenen Studierenden in praxisintegrierenden dualen Studiengängen behandelt.



Absolventen, Trainees, Volontäre

Inzwischen ist es üblich geworden, Hochschulabsolventen und Berufseinsteigerinnen erstmal eine Trainee- oder Praktikumsstelle anzubieten. Diese Beschäftigungsverhältnisse sind dadurch geprägt, dass sie erstens befristet sind und zweitens häufig Qualifizierungsanteile enthalten wie Projektmanagement, Rhetorikseminare oder firmenspezifische Schulungen.

Ihre Stellung im Betrieb hängt davon ab, wie hoch der Qualifizierungsanteil an der Arbeitszeit ist: Wenn der Qualifizierungsanteil für diese Berufseinsteiger und Einsteigerinnen sehr hoch liegt (häufig bei Volontären), sind sie wie die "echten" Praktikanten und Praktikantinnen einzuschätzen. In der Regel ist es aber so, dass Trainees und Praktikanten und Praktikantinnen den größten Teil ihrer Arbeitszeit schon voll in Projekte und das operative Geschäft integriert sind und nur daneben einzelne Seminare besuchen. Dann sind sie wie alle anderen Beschäftigten zu behandeln.



Doktoranden

Doktoranden haben ein Universitätsstudium erfolgreich abgeschlossen und sind von einer deutschen Universität zur Promotion zugelassen. Sie qualifizieren sich damit wissenschaftlich weiter und haben den Abschluss "Dr." als Ziel.

Im Betrieb können zwei Formen von Doktoranden auftreten:
Hochschulbeschäftigte: Oft haben Doktoranden einen Arbeitsvertrag mit der Hochschule, an der sie promovieren, arbeiten aber in Kooperationsprojekten mit Forschern und Entwicklern des Betriebs im Unternehmen zusammen. Ihr Arbeitgeber ist das jeweilige Bundesland und für sie gelten dann die ver.di-Tarifverträge (TV-L), für ihre betriebliche Interessenvertretung ist der Personalrat der jeweiligen Hochschule zuständig.
Beschäftigte des Betriebes: Es ist auch möglich, an Hochschulen zu promovieren und gleichzeitig im Betrieb beschäftigt zu sein. An der Hochschule gelten sie meist als "externe Promotionsstudierende", im Betrieb sind es normale Beschäftigte.

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