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Checkliste Betriebspraktikum

Was beim Praktikum zu beachten ist

01.07.2010 Ι Bei einem Praktikum sammelt man schon während des Studiums, einer beruflichen oder schulischen Ausbildung erste praktische Erfahrungen im künftigen Beruf. Es gibt die unterschiedlichsten Gründe und Formen für ein Praktikum, aber meist nur ein Ziel: der Praxiseinsatz soll Vorteile für später bringen. Unsere Checkliste für das Praktikum im Betrieb vermittelt schnell einen Überblick darüber, was wichtig ist und worauf es ankommt.
Praktikumsvertrag
Ein schriftlicher Vertrag zwischen Arbeitgeber und Praktikant schafft gegenseitige Rechtssicherheit und verhindert von vornherein potenzielle Streitpunkte. Wichtig ist die Formulierung Praktikum zu Ausbildungszwecken, um eventuellen späteren Konflikten vorzubeugen, zum Beispiel mit Zeitverträgen; auch spezielle Regelungen in Prüfungs- und Studienordnungen sind zu beachten. Außerdem gehören folgende Angaben hinein:
  • Beginn, Dauer und Arbeitsinhalt des Praktikums
  • tägliche Arbeitszeit
  • Höhe der Vergütung
  • Dauer des Urlaubs
  • Vergütung von Überstunden
  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
  • Kündigungsvoraussetzungen


 Praktikumsplan
Optimal, am besten schon zum Start, ist ein Plan mit zeitlicher Gliederung der wesentlichen Praktikumsinhalte sowie Angaben zu Abteilungen und Betreuungskräften. Diese im Zweifelsfall einfach darauf ansprechen.

Praktikumszeugnis
Am Ende des Praktikums sollte man ein schriftliches Zeugnis bekommen, in dem Dauer und Inhalt des Praktikums beschrieben sind. Wichtig: dabei auf die besonderen Anforderungen der Studienordnung achten! Wertungen zu persönlichem Auftreten und Handeln haben in solch einfachen Zeugnissen übrigens nichts zu suchen. Die wichtigsten Informationen gibt es unter www.arbeitszeugnis-info.de.

Arbeitszeit
Während des Praktikums sind die im Betrieb üblichen Arbeitszeitregelungen einzuhalten. Gerade Projektarbeiten bergen sonst die Gefahr unbezahlter Mehrarbeit. Im Zweifel den Betriebsrat fragen.

Praktikumsdauer
Mit der Dauer des Praktikums nimmt nicht nur der Lerneffekt ab! Bei mehr als drei Monaten könnte es auch passieren, dass man immer mehr Routinearbeiten erledigt, statt neue Fähigkeiten zu erwerben. Und das kann reguläre Arbeitsplätze vernichten.

Vergütung
Da kaum Zeit für einen zusätzlichen Nebenjob zum Geldverdienen bleibt, sind Praktikumsvergütungen notwendig. Zwar gibt es keinen generellen Anspruch darauf, dennoch zahlen viele Betriebe - in sehr unterschiedlicher Höhe. Es beginnt bei monatlich circa 150 Euro, Großunternehmen zahlen zum Teil 500 bis 800 Euro pro Monat.

Was tun, wenn's Probleme gibt?
Auch wenn alles geregelt ist, läuft mal was schief. Bei Problemen kann der Betriebsrat oder die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) helfen. Betriebsrat und JAV sind die ersten Anlaufstellen im Betrieb, wenn es Probleme gibt. Mit ihrer Unterstützung lassen sich zum Beispiel Meinungsverschiedenheiten schnell klären. Falls es keinen Betriebsrat gibt, empfiehlt es sich, den Praktikumsbetreuer direkt anzusprechen.
Bei wirklich ernsthaften Streitfragen mit dem Betrieb können Praktikanten auch die Rechtsberatung der studentischen Selbstverwaltung oder der Gewerkschaft nutzen. Gewerkschaftsmitglieder genießen kostenlose Rechtsvertretung bei arbeitsrechtlichen Problemen. Auch Studierende und Schüler können dort Mitglied werden und so alle gewerkschaftlichen Leistungen in Anspruch nehmen.

Praktikum und Gewerkschaft - passt das?
Solidarität und gemeinsames Handeln sind die Voraussetzung, um vernünftige Konditionen zu regeln - für alle. Die meisten Betriebsräte und JAV werden von den Gewerkschaften direkt in ihrer Arbeit unterstützt. Davon profitieren Arbeitnehmer in den Betrieben täglich: durch feste Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen und ausgehandelte Standards. Wer nun ein Praktikum absolviert, ist ebenfalls Arbeitnehmer in einem Ausbildungsverhältnis. Selbst wenn es nur befristet und über einen relativ kurzen Zeitraum geht, ist die Gewerkschaft für die Vertretung der Interessen von Praktikanten da.

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