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Jugendaktionstag in Köln: 20 000 Jugendliche demonstrieren für gute Bildung

WIR wollen mehr und bessere Bildung für alle!

27.09.2014 Ι "Bildung. Macht. Zukunft" - unter diesem Motto haben heute in Köln 20 000 junge Metallerinnen und Metaller aus dem ganzen Bundesgebiet demonstriert. Damit haben sich weit mehr als erwartet auf den Weg gemacht, um ein Zeichen zu setzen für gute und gerechte Bildung für alle.
Viele von den 20 000 jungen Beschäftigten, Auszubildenden und Studierenden waren mitten in der Nacht aufgestanden und mit Bussen und Bahn aus dem ganzen Bundesgebiet angereist, um in Köln ein Zeichen setzen: Ein Zeichen für ein gerechteres und besseres Bildungssystem, für ein funktionierendes Weiterbildungsgesetz, für eine gerechte Reform des BAföG und des Berufsbildungsgesetzes. Und um sich stark zu machen für eine Bildungsteilzeit, die sie in der Metall-Tarifrunde 2015 verhandelt haben wollen.

Die Busse sind da. Laut und Stark. Die Menge tobt. Foto: https://twitter.com/igmetall
Die Busse sind da. Laut und stark. Die Menge tobt. Foto: twitter.com/igmetall

Machtvoll, bunt und laut - vom Heumarkt zum Neumarkt

Bereits bei den Auftaktkundgebungen auf dem Hans-Böckler-Platz und am Heumarkt präsentierten sich unglaubliche Bilder. Über 9000 junge Leute waren am Heumarkt am Start und machten ordentlich Stimmung für bessere Bildungschancen. Ebenfalls randvoll mit Leuten war auch der Hans-Böckler-Platz und drohte aus allen Nähten zu platzen.

Nach den bunten und machtvollen Demonstrationszügen durch die Kölner Innenstadt staunte der IG Metall-Vorsitzende Detlef Wetzel nicht schlecht: "Was für ein beeindruckendes Bild. 20 000 hier auf dem Neumarkt in Köln - stellvertretend für den größten politischen Jugendverband Deutschlands - die junge IG Metall!"

Auf der Hauptkundgebung am Kölner Neumarkt, die vom YouTube Star Alberto und dem Deutsch-Rap-Veteranen Flowin Immo moderiert wurde, betonte Wetzel, warum sich die IG Metall für ein gerechteres Bildungssystem einsetzt: Bildung dürfe nicht allein wirtschaftlichen Interessen dienen. "Bildung ist mehr als eine Ressource für Profit", kritisierte der Gewerkschafter. Jugendlichen aus bildungsfernen Elternhäusern dürfe der Zugang zu höherer Bildung nicht verwehrt werden. "Nur ein Viertel erreiche ein höheres Bildungsniveau als ihre Eltern. Über eine viertel Million junger Menschen hingen in Warteschleifen zwischen Schule und Ausbildung fest."

In der Metall-Tarifrunde werde sich die IG Metall für eine Bildungsteilzeit stark machen, um den Beschäftigten bessere berufliche Aufstiegschancen zu ermöglichen. Denn, so Wetzel, "gute Bildung braucht neben Geld auch Zeit. Und dazu brauchen wir das Handeln von Unternehmen und Politik", forderte der IG Metall-Vorsitzende am Kölner Neumarkt.

 

C. Benner, E. Leiderer und D.Wetzel bei der Kundgebung in Köln. Foto: flickr.de/igmetalljugend

 

Bildung ist kein Feierabend-Hobby

Auch Christiane Benner, für Jugend zuständiges geschäftsführendes IG Metall-Vorstandsmitglied, war von dem "rappelvollen Neumarkt fast sprachlos". "Schön, dass Ihr da seid. Denn es ist bitter nötig, dass wir hier sind", begrüßte Benner die jungen Metallerinnen und Metaller und warnte davor, "Menschen wie Marmeladengläser" zu behandeln. "Das aktuelle Bildungssystem klebt ihnen Etiketten 'Hauptschule, Realschule oder Gymnasium' an, die lebenslang an ihnen haften bleiben", kritisierte die Gewerkschafterin.

Das bestätige der Berufsbildungsbericht 2014 der Bundesregierung. Danach bedauere die Hälfte der Befragten, sich mangels Zeit und Geld nicht qualifiziert weiterbilden zu können. "Vor allem Beschäftigte mit geringer Qualifikation brauchen Perspektiven und finanzielle Unterstützung." Benner forderte einen Anspruch auf Auszeiten für Bildung und eine gerechte Reform des Berufsbildungsgesetzes. Benner: "Bildung darf nicht Arbeitgeber-Willkür bleiben und ist auch kein Feierabend-Hobby."

Mit Blick auf die Studierenden und angehenden Techniker forderte IG Metall-Bundesjugendsekretär Eric Leiderer am Kölner Neumarkt eine radikale Reform des BAföG, das selbstständiges Leben ermögliche und niemanden in die Verschuldung treibe. "Wir brauchen einen radikalen Wandel im Bildungssystem, um Bildung gerecht zu gestalten", appellierte Leiderer. "Die Ausbildungspolitik der Unternehmen ist für den Fachkräftemangel verantwortlich." Deshalb fordere die IG Metall-Jugend in der anstehenden Tarifrunde in der Metall- und Elektrobranche einen attraktiven Weiterbildungstarifvertrag bei gleichzeitig gesichertem Einkommen.

"Wir haben schon einmal für unsere Ziele gekämpft", betonte Leiderer. "Wir haben gemeinsam unsere Jugendforderung in die Tarifrunde gebracht und somit die unbefristete Übernahme erstmals in einem Tarifvertrag festgeschrieben. Und auch diesmal haben wir es wieder geschafft: Unsere Forderung nach besserer Weiterbildung ist Teil der kommenden Tarifrunde!"     

Rappelvoller Neumarkt: Die Revolution ist in Köln eingeschlagen. Foto: facebook.com/igmetalljugend
Rappelvoller Neumarkt: Die Revolution ist in Köln eingeschlagen. Foto: facebook.com/igmetalljugend

Es geht noch weiter - Abschlusskonzert in der Lanxess-Arena

Nach der Hauptkundgebung geht's noch weiter: Um 16.30 Uhr beginnt in der Lanxess-Arena das IG Metall-Festival unter anderem mit den Bands Bosse und Irie Révoltés, dem Rapper Marteria sowie den Gewinnern des IG Metall-Jugend-Contests "Der Dustin & Band" aus Hückeswagen.

Wer nicht live dabei sein kann, kann den Jugendaktionstag und das Festival in der Lanxess-Arena auch in den sozialen Netzen in Fotos und Videos miterleben - unter dem Hashtag #KOELN14.
Links und Zusatzinformationen
Bessere Chancen für einen Aufstieg durch Bildung
Mit Tarifvertrag geht's gerechter zu:

beim Entgelt, beim Urlaub, bei der Arbeitszeit - und es gibt Rechtsschutz. Aber: Nur Mitglieder haben einen Anspruch darauf.