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Ausbildungsmarkt 2015

Neue Ausbildungsverträge: Rückgang fast gestoppt

26.02.2016 Ι In Deutschland fehlt es immer noch an Ausbildungsplätzen: Obwohl die Zahl der Schulabgänger weiter gesunken ist, gingen viele Ausbildungsplatzinteressenten leer aus. Immerhin: Der Abwärtstrend bei neuen Ausbildungsverträgen wurde fast gestoppt.

Einmal jährlich veröffentlicht die IG Metall ihre Bilanz zur gegenwärtigen Situation auf dem Ausbildungsmarkt. Um das Fazit gleich vorwegzunehmen: Der Ausbildungsmarkt steht weiterhin vor großen Herausforderungen.

Foto: Fotolia / Monkey Business
Foto: Fotolia / Monkey Business

Viele junge Menschen zeigen Interesse an einer beruflichen Ausbildung. Deutlich mehr als die Hälfte eines Altersjahrgangs sehen sie als interessante Perspektive. Aber: Viel zu wenige der Interessenten erhalten tatsächlich einen Ausbildungsplatz.

Hier die zentralen Ergebnisse der IG Metall-Ausbildungsbilanz 2015:
 


Rund 522.000 Ausbildungsverträge wurden insgesamt im Jahr 2015 neu abgeschlossen. Damit konnte der starke Abwärtstrend der vergangenen Jahre deutlich gebremst werden.



Gleiches gilt heruntergebrochen auf die gewerblich-technischen Berufe der Metall- und Elektroindustrie. Auch hier ist der Rückgang neu abgeschlossener Ausbildungsverträge so gut wie gestoppt.

Annähernd stabil geblieben sind die Zahlen bei den IT-Berufen.

Bergauf ging es hingegen bei den technischen Konstruktionsberufen, wie technischer Produktdesigner oder technischer Systemplaner. Sie haben im vergangenen Jahr rund vier Prozent Auszubildende hinzugewonnen.

Auch die größeren Handwerksberufe, die im Zuständigkeitsbereich der IG Metall liegen, haben 2015 mit Ausnahme des Metallbauers bei den abgeschlossenen Neuverträgen deutlich zugelegt - allen voran die Elektroniker: Hier gab es 579 mehr unterschriebene Ausbildungsverträge als 2014.

Anders sieht es bei den für die M+E-Industrie relevanten kaufmännischen Berufen aus. Hier gehen die abgeschlossenen Neuverträge weiter deutlich zurück - um rund ein Prozent gegenüber dem Vorjahr und sogar um rund zehn Prozent verglichen mit 2012.


Von 804.000 Jugendlichen, die sich für eine Ausbildung interessierten, haben 2015 nur rund 65 Prozent einen Vertrag unterschrieben. Der Rest - also annähernd ein Drittel - ging leer aus. Und das, obwohl die Nachfrage nach einem Ausbildungsplatz demografisch bedingt weiter zurückging.



Knapp 81.000 waren Ende September weiterhin auf der Suche nach einer Lehrstelle. Die große Mehrheit (rund 201.000 Jugendliche) hat ihren Ausbildungsplatzwunsch aufgegeben und andere Wege, wie weiterführenden Schulen, jobben oder einem sozialen Jahr eingeschlagen.


Trotz der hohen Zahl leer ausgegangener, ausbildungsinteressierter Jugendlicher konnten 2015 knapp 41.000 Ausbildungsplätze deutschlandweit nicht besetzt werden. Größtenteils handelt es sich dabei um Plätze, die wegen der Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen, der Bezahlung oder auch der beruflichen Perspektive für Jugendliche wenig attraktiv erscheinen.



Durchaus auch eine Rolle spielt aber die Tatsache, dass Betriebe Bewerberinnen und Bewerber oft als nicht ausreichend geeignet sehen.


Die Ausbildungsquote beschreibt das Verhältnis zwischen den Beschäftigten eines Betriebes und den dort beschäftigten Auszubildenden.

Insgesamt bleiben die Ausbildungsquoten in den Betrieben der von der IG Metall vertretenen Wirtschaftszweige stabil. Sie sind aber viel zu niedrig. Und das, obwohl es im Jahr 2015 deutschlandweit rund 5.000 betriebliche Ausbildungsplätze mehr gab. Das Angebot reicht nicht aus, um dem Bedarf an Fachkräften ausreichend entgegenzukommen.

Spitzenreiter bei der Ausbildungsbeteiligung bleibt mit 6,6 Prozent der Maschinenbau, Schlusslicht ist die Automobilindustrie (rund vier Prozent).

Würden sich andere Branchen an der Ausbildungsquote des Maschinenbaus ein Beispiel nehmen, könnten allein in den für die IG Metall zuständigen Branchen 60.000 zusätzliche Ausbildungsplätze bereitgestellt werden.



Aber nicht nur die Zahl der Auszubildenden in den Betrieben ist niedrig. Auch die Zahl der Betriebe, die ausbilden geht weiter kontinuierlich zurück. 2014 haben nur noch rund 20 Prozent aller Betriebe in Deutschland Auszubildende eingestellt


Die komplette IG Metall Ausbildungsbilanz 2015 mit weiteren Grafiken und Zahlen gibt es hier.

Mehr Ausbildungsplätze - auch im Eigeninteresse der Betriebe

Fest steht: Die Herausforderungen am Ausbildungsmarkt bleiben groß. Vielen jungen Menschen ist der Zugang zu guter und qualifizierter Arbeit weiterhin verwehrt - und das wird auch so bleiben, wenn die Betriebe nicht mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen.

Gerade das zu tun, sollte auch Eigeninteresse der Betriebe sein. Denn den Fachkräftemangel einerseits zu beklagen, andererseits aber nicht in deren Ausbildung zu finanzieren, passt nicht zusammen. Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung der Arbeitswelt sind gut ausgebildete Fachkräfte dabei so wichtig und wertvoll wie nie zuvor.

Ziel bleibt die Ausbildungsgarantie

Als Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung setzt sich die IG Metall für eine deutliche Verbesserung für alle jungen Menschen ein, die eine Ausbildung suchen.

Deshalb fordert die IG Metall:

 

  • mehr betriebliche Ausbildungsplätze,

  • einen Ausbau der Strukturen für Jugendliche mit Förderbedarf und für Betriebe, die diese ausbilden (ausbildungsbegleitende Hilfen (abH), assistierte Ausbildung (AsA), Einstiegsqualifizierung (EQ), Tarifverträge zur Förderung der Integration in Ausbildung),

  • die Qualifizierung von Ausbildungspersonal und

  • eine Beteiligung an den Kosten für die Ausbildung auch durch die 80 Prozent der Betriebe, die sich dieser gesellschaftlichen Aufgabe aktuell entziehen.

 

Betriebsrat: Aktiv werden für mehr Ausbildung

Und auch auf betrieblicher Ebene müssen vorhandene Initiativen gestärkt und neue gestartet werden. Dabei sind die Betriebsräte besonders gefordert. Sie müssen die berufliche Ausbildung zum Thema im Betrieb machen.

Das Betriebsverfassungsgesetz bietet konkrete Informations-, Beratungs- und Mitbestimmungsrechte. Das betriebliche Ausbildungsplatzangebot muss auf den Prüfstand, bei der Auswahl neuer Auszubildender müssen alle Jugendlichen berücksichtigt und gegebenenfalls Fördermöglichkeiten genutzt werden.

Links und Zusatzinformationen
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Das neue WAP
WAP - Berufsbildungsportal der IG Metall
Das WAP (Weiterbilden, Ausbilden, Prüfen) bietet Fachinformationen rund um Bildung und Berufsbildung. Das Portal ist im Mitgliederbereich von igmetall.de integriert.
Mitgliederwerbeaktion
Mit Tarifvertrag geht's gerechter zu:

beim Entgelt, beim Urlaub, bei der Arbeitszeit - und es gibt Rechtsschutz. Aber: Nur Mitglieder haben einen Anspruch darauf.

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