14. Mai 2020
Ratgeber Gesundheitsschutz
10 Regeln für den Corona-Schutz im Betrieb
Corona verlangt einen erhöhten Gesundheitsschutz. Das Risiko, mit dem Coronavirus angesteckt zu werden, ist allgegenwärtig – auch am Arbeitsplatz. Zehn Regeln und Tipps, die Beschäftigte wirkungsvoll vor einer Infektion schützen. Mit Plakaten in 16 Sprachen.

Die Situation ist nicht einfach, umsichtiges und schnelles Handeln ist jetzt gefragt: Überall in der Republik fahren die Betriebe in diesen Tagen ihre Produktion hoch. Überall kehren Beschäftigte zurück an ihren Arbeitsplatz, in die Werkshallen, Fertigungsstätten und Büros. Und überall, in jedem Unternehmen im Land, müssen die Beschäftigten nun wirksam vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus geschützt werden.

Denn die Gefahrenlage ist eindeutig: Das Risiko, mit dem Coronavirus angesteckt zu werden, ist in Deutschland allgegenwärtig, die Gefahr, auch am Arbeitsplatz an der Lungenkrankheit Covid-19 zu erkranken, sehr hoch. Elementar ist, das Infektionsrisiko zu minimieren – und die Gesundheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu schützen.


  • 1. Sicherheitsabstand einhalten

    Der Sicherheitsabstand zwischen zwei Beschäftigten bei der Arbeit muss nach derzeitigem medizinischen Kenntnisstand mindestens anderthalb Meter betragen. Ist der Mindestabstand zwischen den Arbeitsplätzen nicht einzuhalten, muss die Zahl der Beschäftigten, die zeitgleich arbeiten, reduziert werden.

  • 2. Pausen zeitlich versetzt abhalten

    Durch versetzte Pausen ist zu gewährleisten, dass der Sicherheitsabstand zwischen den Beschäftigten, etwa in Pausenräumen oder an Raucherpunkten, eingehalten wird.

  • 3. Besonders schutzbedürftige Beschäftigte schützen

    Für Beschäftigte, die zur Risikogruppe gehören, ist möglichst durch eine Umgestaltung der Arbeitsbedingungen oder einen Tätigkeits-/Arbeitsplatzwechsel sicherzustellen, dass sie sich bei der Arbeit nicht infizieren. Eine arbeitsmedizinische Vorsorge ist den Beschäftigten zu ermöglichen.

  • 4. Zusammentreffen von mehreren Beschäftigten vermeiden

    Beim Beginn und Ende der Arbeitszeit (Zeiterfassung, Umkleideräume etc.) ist durch geeignete technische Maßnahmen zu verhindern, dass mehrere Beschäftigte auf engem Raum zusammenkommen (zum Beispiel durch Wartelinien, Öffnung der Schranken oder Ähnliches).

  • 5. Essensausgabe organisieren und Anzahl der Stühle in der Kantine verringern

    Über eine Verringerung der Sitzmöglichkeiten können auch bei der Tischbesetzung Mindestabstände garantiert werden. Eine sinnvolle Ergänzung kann die Platzanweisung durch beauftragte Personen sein. Falls erforderlich sind Kantinen- und Essenszeiten zu erweitern.

  • 6. Reinigungsplan für Arbeitsflächen und Betriebsmittel erstellen

    Das Coronavirus überlebt auf Flächen eine ganze Weile. Daher ist eine regelmäßige Reinigung von Arbeitsflächen, Betriebs- und Arbeitsmitteln sowie Oberflächen in Kantinen und Sozialräumen vorzusehen. Dazu sind für den jeweiligen Bereich detaillierte Reinigungspläne zu erarbeiten, die eine Reinigung mindestens einmal täglich vorsehen.

  • 7. Regelmäßig Hände waschen oder desinfizieren

    Den Beschäftigten ist während der Arbeitszeit mehrfach die nötige Zeit einzuräumen, um sich die Hände zu waschen oder zu desinfizieren. Dazu hat der Arbeitgeber ebenfalls ausreichend Wasser, Flüssigseife sowie saubere Papierhandtücher und geschlossene Müllbehälter oder geeignetes Desinfektionsmittel zur Verfügung zu stellen.

  • 8. Gegebenenfalls Mundschutz oder persönliche Schutzausrüstung tragen

    Ob über die zuvor genannten organisatorischen Maßnahmen hinaus auch persönliche Schutzausrüstung (Mundschutz, Schutzkleidung etc.) erforderlich ist, muss im Einzelfall geprüft werden. Diese sollte als eine ergänzende Maßnahme berücksichtigt werden.

  • 9. Beratung durch Betriebsarzt muss erfolgen

    Damit alle erforderlichen Maßnahmen angemessen beachtet werden können, muss eine Unterweisung durch den Betriebsarzt erfolgen. Dieser prüft in Absprache mit dem Arbeitgeber und Betriebsrat auch, ob aufgrund der spezifischen betrieblichen Bedingungen gegebenenfalls weitere Schutzmaßnahmen erforderlich sind.

  • 10. Zusammenarbeit beim Arbeitsschutz sicherstellen

    Eine Möglichkeit zur Abstimmung betrieblicher Corona-Strategien ist der Arbeitsschutzausschuss. Der Arbeitsschutzausschuss koordiniert zeitnah die Umsetzung der Maßnahmen und hilft bei der Kontrolle ihrer Wirksamkeit. Die Verantwortung hat der Arbeitgeber. Dieser hat sich fachkundig unterstützen zu lassen, zum Beispiel durch Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Betriebsärzte und Sicherheitsbeauftragte.


Klar ist: Die Entwicklung und Umsetzung einer effektiven Strategie zur Corona-Prävention in den Betrieben muss so zügig wie möglich erfolgen. Hier stehen die Arbeitgeber in der Pflicht: Sie sind per Gesetz für den Schutz der Gesundheit im Betrieb verantwortlich. Das bedeutet allerdings nicht, dass der Betriebsrat in dieser Frage nichts zu tun hätte – im Gegenteil: Bei der Planung und Durchsetzung der Maßnahmen ist der Betriebsrat einzubeziehen. Der Betriebsrat hat ein Initiativrecht und sollte es auch nutzen. Die Kosten für alle Maßnahmen des Arbeitsschutzes trägt gemäß Paragraf 3 Absatz 3 ArbSchG der Arbeitgeber.

Welche Vorkehrungen im Einzelnen zu treffen sind, kann pauschal nicht gesagt werden – das zeigt die Ermittlung der vor Ort bestehenden Gefährdungen. Klar ist aber: Nur eine Maßnahmenkombination kann einen wirksamen Infektionsschutz garantieren. Die IG Metall hat dazu eine Handlungshilfe entwickelt.

10 Maßnahmen zum Schutz vor dem Corona-Virus im Betrieb herunterladen (PDF, 3 Seiten)

Handlungshilfe der IG Metall zum Corona-Schutz im Betrieb herunterladen (für Betriebsräte, PDF, 34 Seiten)

Corona-Schutz-Tipps in 16 Sprachen

Die Gesundheit hat höchste Priorität. Deshalb erfordert es jetzt an allen Arbeitsplätzen wirksame Maßnahmen, um das Infektionsrisiko der Beschäftigten zu minimieren. Um Euch dabei zu unterstützen, gibt es von uns die wichtigsten Informationen zur Corona-Prävention – nicht nur in deutsch, sondern in 15 weiteren Sprachen als PDFs zum Herunterladen.

Corona-Prävention im Betrieb – das Wichtigste in Kürze (in deutsch) sowie in:

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Hinweis: Diesen Beitrag haben wir zu einem früheren Zeitpunkt schon einmal veröffentlicht. Der Inhalt ist von uns aktualisiert.

 


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