IG Metall Jugend startet Kampagne für bessere Bildung
Revolution Bildung

Die IG Metall Jugend will eine radikale Reform des Bildungssystems: eine bessere Bildung für alle, kostenfrei und mit genügend Zeit. Keine schnelle billige Abrichtung nur für den Markt, sondern eine Bildung für mehr Selbstbestimmung, Teilhabe und eine starke Demokratie.


„Revolution Bildung“ heißt die neue Kampagne der IG Metall Jugend, die am vergangenen Wochenende vom 8. bis 10. März in der Universität Frankfurt gestartet ist. 400 junge IG Metall-Aktive diskutierten mit Politikern aller Parteien und demonstrierten in der Stadt für ihre Forderungen: Eine qualitativ hochwertige Bildung für alle, kostenfrei und mit genügend Zeit.


Studien zeigen ungerechtes Bildungssystem

„Gute Bildung ist die Voraussetzung für eine gute Arbeit und eine gute Zukunft. Und damit der Schlüssel für eine starke Demokratie“, erklärt Eric Leiderer, Bundesjugendsekretär der IG Metall. „Doch leider hat die Politik hier in den letzten Jahren völlig versagt. Sie hat die Bildung der Herrschaft der Märkte unterworfen und hingenommen, dass immer mehr Menschen abgehängt werden. Das wollen wir ändern. Und dazu gehen wir mit unserer neuen Kampagne ’Revolution Bildung’ an den Start.“


Besonders besorgniserregend sind aus Sicht der IG Metall Jugend die Ergebnisse einer Umfrage zum Thema Chancengleichheit. Kinder aus sozial benachteiligten Familien haben in Deutschland kaum Chancen zu studieren. Frühere Studien, etwa der OECD, waren bereits zu ähnlichen Befunden gekommen. Die IG Metall Jugend spricht gar von „Bildungs-Apartheid“. Der Geldbeutel der Eltern dürfe nicht über die Zukunft ihrer Kinder entscheiden, fordert die IG Metall. Bildung soll kostenfrei sein – und barrierefrei, mit mehr Durchlässigkeit von der Schule über den Beruf bis hin zum Masterstudium.


Zudem sinkt die Qualität der Ausbildung, insbesondere an den Berufsschulen, wo es an Geld für Infrastruktur, Lehrer und an der Verzahnung mit den Betrieben mangelt. Und der Stress im Bildungssystem nimmt zu, auf Kosten der Qualität. Weil die Ausbildungszeiten insbesondere an Schulen und Unis immer mehr verkürzt werden. „Wir beobachten, dass junge Menschen möglichst schnell für ihren Job abgerichtet werden sollen. Doch gute Bildung braucht Zeit“, macht Leiderer klar. „Zeit für die lebenslange persönliche und berufliche Weiterentwicklung. Für Kreativität. Und für die kritische Reflektion. Damit die Menschen ihr Leben selbstbestimmt führen und teilhaben können.“


Staat und Wirtschaft sollen mehr in Bildung investieren

In den nächsten Monaten will die IG Metall Jugend mit ihrer Kampagne im Vorfeld der Bundestagswahlen Druck auf die Politik machen. Bildungsausgaben sind kein Kostenfaktor, sondern Investitionen in unsere Zukunft, heißt es in dem neuen „Bildungsmanifest“, mit dem die IG Metall Jugend Unterschriften sammeln wird. Das bedeutet, dass der Staat mehr in Bildung investieren muss – aber auch, dass die Wirtschaft finanziell Verantwortung übernehmen muss.

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