27. Oktober 2021
Tarifrunde Holz und Kunststoff 2021
Tarifabschluss jetzt auch in Sachsen-Anhalt und Thüringen
4,9 Prozent mehr Geld in zwei Stufen plus Corona-Beihilfe. Zudem wird der Demografiefonds für Altersteilzeit und Gesundheit verdoppelt. Diesen Tarifabschluss hat die IG Metall nun auch in Sachsen-Anhalt und Thüringen in der Holz- und Kunststoffindustrie erzielt.

Weiterer Tarifabschluss in der Holz- und Kunststoff verarbeitenden Industrie: nach Niedersachsen, Baden-Württemberg, Bayern, Westfalen-Lippe (NRW), Rheinland-Pfalz, Hessen und Thüringen hat die IG Metall nun auch in Sachsen-Anhalt ein Verhandlungsergebnis erzielt:

Die Engelte steigen in zwei Stufen um insgesamt 4,9 Prozent. Dazu kommt eine einmalige Corona-Beihilfe. Und die Beiträge der Arbeitgeber in den Demografiefonds für Gesundheit und Altersteilzeit weden verdoppelt.

Im Detail weichen die einzelnen regionalen Tarifabschlüsse in der Holz- und Kunststoffindustrie etwas voneinander ab.

In Sachsen-Anhalt erhalten die Beschäftigten spätestens im Februar 2022 die steuerfreie Corona-Beihilfe von 580 Euro. Die Monatsentgelte steigen ab April 2022 um 2,7 Prozent. Ab April 2023 gibt es dann weitere 2,2 Prozent mehr.
 

Doppelt soviel Geld für Gesundheit und Altersteilzeit

Die Einzahlung der Arbeitgeber in den tariflichen Demografiefonds wird schrittweise verdoppelt: in Hessen und Sachsen-Anhalt bereits 2022 von 300 auf 450 Euro – und dann 2023 auf 600 Euro pro Beschäftigten im Jahr. Dadurch können dann künftig deutlich mehr Beschäftigte in Altersteilzeit gehen.

In anderen Tarifgebieten steigt der Demografiebetrag erst ein Jahr später an. Dafür gibt es dann dort beispielsweise mehr Corona-Beihilfe oder die Entgelterhöhung um 2,7 Prozent einen Monat früher.

Der Demografiefonds wächst dann tarifdynamisch mit den Entgelterhöhungen mit. Beispiel: Bei einer Tariferhöhung um 2,7 Prozent steigt dann auch die Einzahlung in den Demografiefonds um 2,7 Prozent.
 

Extraplus für Auszubildene

Für die Auszubildenden gibt es überall ein Extraplus. In Sachsen-Anhalt erhöhen sich die Ausbildungsvergütungen ab Juli 2022 je nach Ausbildungsjahr zwischen 30 und 50 Euro auf dann 930 bis 1120 Euro im Monat. Ab Juli 2023 steigen die Ausbildungsvergütungen dann weiter auf 960 bis 1170 Euro.

Josef Windpassinger, Verhandlungsführer für die holz- und kunststoffverarbeitende Industrie der IG Metall Mitte, sieht im Tarifabschluss einen wichtigen Schritt zur Steigerung der Attraktivität der Branche für junge Menschen. „Ob Schulabgänger eine Ausbildung in der Holz- und Kunststoffindustrie beginnen, ist von guten Arbeits- und Leistungsbedingungen abhängig. Wer schlecht zahlt wird den Wettbewerb um junge Fachkräfte verlieren.“

Die Laufzeit der Tarifverträge zu Löhnen, Gehältern und Ausbildungsvergütungen: 36 Monate, bis zum 30. November 2023. Dann kann die IG Metall die Tarifverträge kündigen und wieder über weitere Entgelterhöhungen verhandeln.


14 000 Beschäftigte machten mit Warnstreiks Druck

Bundesweit beteiligten sich rund 14 000 Beschäftigte an den Warnstreik-Aktionen der IG Metall.

„Erst mit unseren Warnstreiks haben wir die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber durchbrochen“, erklärt Michael Pfeiffer, Verhandlungsführer der IG Metall Bayern. „Mit dem aufgestockten Demografiefonds können künftig mehr Beschäftigte in die dringend benötigte Altersteilzeit gehen. Mit dieser Entgelterhöhung profitieren die Beschäftigten angemessen von der guten wirtschaftlichen Lage der Branche. Die erhöhten Azubi-Vergütungen helfen den Unternehmen auch, attraktiver für junge Fachkräfte zu werden.“

Morgen steht nun noch die dritte Verhandlungsrunde in der Holz und Kunststoffindustrie in Sachsen an.


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