24. Januar 2024
Tarifrunde Holz und Kunststoff 2023/2024
Holz und Kunststoff: mehr Geld - auch in Thüringen
5 Prozent mehr Geld ab Herbst, weitere 3 Prozent mehr im Sommer 2025: In neun Tarifgebieten der Holz- und Kunststoffindustrie hat die IG Metall bisher ein Tarifergebnis erreicht, jetzt auch in Thüringen. Dort gibt es noch einmal 1,5 Prozent extra obendrauf - als kleinen Schritt zur Angleichung.

In der Tarifrunde für die Holz und Kunststoff verarbeitende Industrie hat die IG Metall nun in neun von elf Tarifgebieten ein Ergebnis erzielt: Ab Herbst 2024 steigen die Löhne und Gehälter um 5 Prozent, nächstes Jahr im Sommer um weitere 3 Prozent. Dazu kommen Inflationsausgleichsprämien (IAP) von bis zu 2300 Euro netto im Jahr 2024.

Arbeitgeber und Betriebsrat können auch andere Auszahlungszeitpunkte und Stückelungen vereinbaren, jedoch muss die komplette Inflationsausgleichsprämie (IAP) bis November 2024 ausgezahlt sein.

Auszubildende erhalten in der Regel die halbe IAP, in einigen Tarifgebieten auch die volle.

Die Ausbildungsvergütungen erhöhen sich gleichermaßen jeweils zum Ausbildungsbeginn – je nach Tarifgebiet im August oder September.

Die Tarifverträge haben eine Laufzeit von 23 Monaten und können erstmals zum 31. Oktober 2025 gekündigt werden. Ab dann sind wieder weitere Entgelterhöhungen drin.
 

Kleine Angleichungsschritte in Thüringen

Auch in Thüringen hat die IG Metall am Dienstag einen Tarifabschluss erreicht, der allerdings etwas von den anderen Tarifgebieten abweicht. Die Löhne und Gehälter steigen im Oktober um 5 Prozent. Die nächste Erhöhung um 3 Prozent kommt dann bereits im Mai 2025. Und: Im August 2025 steigen die Entgelte dann um weitere 1,5 Prozent.

Dadurch konnte ein kleiner Angleichtungsschritt Richtung Sachsen-Anhalt erzielt werden.

Auch in Thüringen gibt es 2300 Euro Inflationsausgleich (IAP), für Auszubildende 1150 Euro.

Die monatlichen Ausbildungsvergütungen werden am 1. August 2024 um 100 Euro in Ausbildungsjahren erhöht. Im vierten Ausbildungsjahr gibt es dann 1200 Euro.

Die Entgelttarife laufen abweichend 25 Monate bis zum 31. Dezember 2025.
 

Regionale Verhandlungsergebnisse

Anders als etwa in der Metall- und Elektroindustrie gibt es in der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie keinen Pilotabschluss, der in den anderen Tarifgebieten in allen Facetten übernommen wird. Dazu ist die Zusammensetzung der Betriebe in den einzelnen Tarifgebieten zu unterschiedlich (mehr Möbelindustrie in Niedersachsen, viele Caravanhersteller in Baden-Württemberg). Gleichzeitig existiert kein starker Arbeitgeber-Gesamtverband. Die regionalen Arbeitgeberverbände sind autonomer.

Details zu den bisherigen regionalen Verhandlungsergebnissen:

Niedersachsen/Bremen

Baden-Württemberg

Bayern

Rheinland-Pfalz

Sachsen-Anhalt

Westfalen-Lippe

Hamburg

Hessen

Thüringen

Nun stehen noch Tarifabschlüsse in Sachsen und Berlin-Brandenburg aus.
In Berlin-Brandenburg, wo andere Laufzeiten gelten und die bisherigen Tarifverträge noch länger laufen, gehen die Verhandlungen am 5. März weiter.
 

Warnstreiks in Sachsen

In Sachsen stocken die Verhandlungen. Die Arbeitgeber wollen deutliche Abstriche durchsetzen. Dabei liegen die Entgelte in Sachsen bereits jetzt 14 Prozent unter den Löhnen und Gehältern in Sachsen-Anhalt. Letzte Woche haben die Beschäftigten mit Warnstreiks in Sachsen den Druck erhöht. Ein neuer Verhandlungstermin steht noch nicht fest. Die Beratungen über weitere Warnstreiks laufen.

Warnstreiks können die Wende in den Verhandlungen erzwingen, das zeigen Erfahrungen aus anderen Tarifgebieten: Auch in Westfalen-Lippe wollten die Arbeitgeber deutlich weniger zahlen, als es die bisherigen Tarifergebnisse vorsehen. Daher hat die IG Metall in Westfalen-Lippe noch einmal eine zweite Warnstreikwelle gestartet. 650 warnstreikende Beschäftigte aus 12 Betrieben kamen zur entscheidenden Verhandlung in Herford (NRW), um dort noch einmal für einen Tarifabschluss zu demonstrieren.

14 000 Beschäftigte haben sich bislang bundesweit an den Warnstreiks der IG Metall in der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie beteiligt.

 

 


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