1. Januar 2019
Tarifbindung
Daimler-Dienstleister Lorel übernimmt Leiharbeiter
Lorel-Beschäftigte erkämpfen Tarifvertrag: mehr Geld und Leiharbeiter an Bord.

Drei bis fünf Prozent mehr Geld im letzten Jahr, 2019 noch einmal so viel, zwei Tage mehr Urlaub, mehr Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Für die Beschäftigten des Daimler-Dienstleisters Lorel in Bremen hat es sich gelohnt, dass sie mit der IG Metall einen Tarifvertrag durchgesetzt haben.

Auch die Leiharbeiter bei Lorel profitieren. Sie erhalten die Branchenzuschläge der IG Metall für die Metall- und Elektroindustrie, wodurch ihre Löhne in wenigen Monaten auf das Niveau der Stammbeschäftigten steigen. Das ist nicht selbstverständlich: Viele industrienahe Dienstleister zahlen die Zuschläge nicht, obwohl sie das laut Bundesarbeitsgericht müssten. Bei Lorel gibt es die Zuschläge sicher nach Tarif.

Zudem sind gemäß Tarifvertrag gerade rund 80 Leiharbeiter übernommen worden. „Von Beginn an war für uns klar, dass wir nur unterschreiben, wenn die Leiharbeiter mit drin sind“, erklärt der Betriebsratsvorsitzende Christian Walter-Tschersich. „Wir sitzen alle in einem Boot. Wir arbeiten täglich zusammen. Und auch die Leiharbeiter standen bei unseren Warnstreiks mit vor dem Tor.“


Solidarisch vernetzt 

All das konnten die Lorel-Beschäftigten nur erreichen, weil sie sich in der IG Metall organisierten. Die Warnstreiks wurden von anderen Metall-Betrieben unterstützt.

Zudem treffen sich die Lorel-Betriebsräte regelmäßig mit Betriebsräten anderer Daimler-Dienstleister und von Daimler selbst im „Just-in-Time“-Arbeitskreis der IG Metall Bremen. „Wir sind sehr gut vernetzt. Wir kennen die Zahlen, die Anforderungen von Daimler und die Situation der Mitbewerber um die Aufträge“, erklärt Lorel-Betriebsrat Walter-Tschersich. „Das ist für uns überlebenswichtig, um bei Gesprächen kompetent mitreden zu können.“


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