6 Leserinnen und Leser meinen metall 3/4 2026 metall Dein Magazin Jobabbau stoppen! Der Industriestandort Deutschland muss raus aus der Krise. Wir machen Druck bei der Politik und kämpfen in den Betrieben. SEITE 10 Jahrgang 78 | 1/2026 | D 4713 | D E R I G M ETA L L- P O D C A ST igmet all .de/maloche-malibu Enteignungsfantasien metall 1/2 2026 »Wie machen wir Deutschland gerechter?« Frau Reichinnek will, dass alle, die mehr als 7000 Euro im Monat verdienen, künftig mehr Steuern zahlen, da sie nach ihrer Ansicht »mehr als genug« verdienen. Das ent- spricht einem Jahreseinkommen von 84 000 Euro, das man in Baden-Württemberg bei einer 40-Stunden-Woche in EG 11 bei durchschnittlichen 15 Prozent Leistungszu- lage bereits heute überschreitet. Das entspricht ungefähr dem Niveau einer Techni- kerstelle, nicht dem eines (Top-)Managers. Leider eröffnet die Autorin nicht, wie viel mehr Steuern diese Kollegen, die bereits heute den Spitzensteuersatz und Höchstbei- träge in die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung bezahlen, ihrer Auffassung nach konkret entrichten sollten. So bleibt nur qualitativ abzuleiten, dass diese Forde- rungen Weiterbildung gleichermaßen unattraktiver machten und zum Beispiel die Investition in eine Eigentumswohnung zu Vermietungszwecken. »Gerechter« würde durch derartige Enteignungsfantasien sicher nichts! Ich sähe es gern, wenn metall solchem Unsinn künftig keine Plattform mehr bieten würde. Hannes König, per E-Mail Dokument der Schönfärberei metall 1/2 2026 »Wie machen wir Deutschland ...« Dienstzeit hat nicht geschadet metall 1/2 2026 »Musterung wird wieder Pflicht« Der Text von NRW-Arbeitsminister Lau- mann ist ein eindrucksvolles Dokument der Schönfärberei. Da blickt ein wohlha- bender Mensch auf die industrielle Ar- beitswelt und charakterisiert unser Land als »Erfolgsmodell«, »perfektes System« und preist das »soziale Miteinander«. Eigenartig nur, dass die Vermögensvertei- lung immer ungleicher wird, die Mieten rasant ansteigen, Kinderarmut zunimmt, Tariflöhne keineswegs selbstverständlich sind und es Sozialhilfeempfänger gibt, die sich kein zweites Paar Schuhe leisten können. Jochen Loreck, per E-Mail Ich kann diese Haltung der IG Metall Jugend nicht verstehen. Ich selbst, Jahr- gang 1965, habe vier Jahre gedient. Für unsere heutige Jugend gilt nur eins: Was bekomme ich für mich, egal von wem. Und diese Dienstzeit hat mir nicht geschadet, im Gegenteil: Sie lehrte mich Kameradschaft, Befehl und Gehorsam. Ich wünsche mir eher, die Menschen, auch IG Metaller, würden sich an den Ausspruch von John F. Kennedy halten: »Ask not what your country can do for you – ask what you can do for your country.« Jürgen Hoffmann, Apelern l l a t e M G I : o t o F Rat für Tat Bleibt am Monatsende mehr übrig? Wir erklären, was sich 2026 gesetzlich ändert und was es Euch kostet 18 Politik & Gesellschaft Wie wird Deutschland gerechter? Heidi Reichinnek und Karl-Josef Laumann machen Vorschläge 20 Herzlich willkommen! Die IG Metall stellt sich vor Hier 昀ndest Du wichtige Infos rund um die IG Metall 32 Ausgabe 1/2026 » Ich war lange Vertrauens- mann der IG Metall Salz- gitter (MAN), Jugendwart bei der freiwilligen Feuer- wehr, Trainer einer Fußball- mannschaft. Ich habe auch den Wehrdienst geleistet – in Zeiten des Kalten Krieges. Ich frage mich: Was ist eigentlich los in diesem Land? Immer nur ›ich‹, immer nur meine persönliche Freiheit, nur nehmen, aber nicht geben. So funktioniert aber eine freie Gesellschaft nicht. In einer Demokratie gibt es nicht nur Rechte, son- dern auch Pflichten.« Rolf Hoffmann, Wendeburg Dividenden hinterherjagen metall 1/2 2026 »Wir kämpfen um unsere Industrie« Als IG Metall-Mitglied hat mich der Bericht ziemlich aufgewühlt. Ja, die Empathie von Managern in unseren Betrieben, in denen sie Verantwortung haben, ist sehr ge- ring einzuschätzen. Ich bin Jahrgang 61. Damals wurde jeder im Betrieb von seinem Chef noch wertgeschätzt, begrüßt, sogar vom Betrieb gefördert – aber auch gefor- dert. Wenn ich den Artikel zu Jungheinrich lese, bin ich sprachlos: Trotz hoher Gewinne Entlassungen. Wie passt das zusammen? In diese Zeit leider schon. Denn der Druck auf Manager und Arbeitnehmer ist gewaltig: die Konkurrenz in Asien, die hohen Energiekosten, die Zölle, die je nach Laune mal erhöht und mal gesenkt werden. Und dann haben wir heute Geschäftsführer, Manager und CEOs, die den Dividenden hinterherjagen und keinen Plan haben. Sie denken in kurzen Zeitzyklen, meist nicht mal mehr in mehreren Jahren für die ihnen anvertrauten Unternehmen, für die sie volle Verantwortung tragen. Mario Frey-Ritter, Schwaigern-Stetten Frieden, Entspannung, Abrüstung metall 1/2 2026 »Musterung wird wieder Pflicht« Erfreulich, dass die IG Metall Jugend die Wiedereinführung der Wehrpflicht und alle Pflichtdienste für junge Menschen entschieden ablehnt und stattdessen bessere Ausbildungs- und Zukunfts - perspektiven fordert. Nicht Kriegs - tüchtigkeit, Zwang, Drill und Militarisie- rung müssen das Ziel der Politik sein, sondern Frieden, Entspannung und Abrüstung. Klaus Stampfer, per E-Mail