Prüfungstage – eine megacoole Sache
Entspannter in die Prüfung gehen

Celine steht kurz vor ihrer letzten Abschlussprüfung zur Industriemechanikerin. Zur Vorbereitung nutzt sie freie Tage, die die IG Metall in der letzten Tarifrunde durchgesetzt hat. „Eine megacoole Sache“, sagt Celine. „Damit gehe ich entspannter und konzentrierter in die Prüfung.“


Celine Müller, 21, ist Auszubildende bei MTU Rolls Royce in Friedrichshafen. Noch. Denn am 30. Januar hat Celine ihren mündlichen Teil der Abschlussprüfung – ihre definitiv letzte Prüfung nach dreieinhalb Jahren Ausbildung. Dann ist sie fertige Industriemechanikerin. Eine Übernahmezusage für die Zeit danach hat sie schon in der Tasche. Sie wird in der Motorenmontage eingesetzt, wo sie auch jetzt schon arbeitet.

In der letzten Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall ganz schön was rausgeholt für Celine und ihre Kollegen, die jetzt in der Prüfungsphase sind. Mit dem neuen Tarifvertrag haben alle Auszubildenden bundesweit Anspruch auf mindestens einen freien Tag vor der Prüfung. Die Auszubildenden müssen freigestellt werden ohne Kürzung der Ausbildungsvergütung. Die Regelung gilt für die Abschlussprüfung Teil 1 und Teil 2 in der dualen Ausbildung.


Freie Tage sind großer Fortschritt

Celine hat schon eine klare Vorstellung, wie sie den Vorbereitungstag nutzen wird. „Ich schaue mir am Tag vor der Prüfung noch mal meine Unterlagen an und versuche mich zu entspannen und runterzukommen“, sagt Celine. Das hat bereits gut geklappt, als sie im November die Theorieprüfung ablegte. Da hatte sie auch einen freien Tag genommen, auf den sie seit dem letzten Tarifabschluss Anspruch hat. Viele ihrer Kollegen finden die Regelung megacool. Nicht allen ist klar, dass diese tarifliche Leistung von Metallerinnen und Metallern erkämpft wurde. „Ich bin bei uns stellvertretende Vorsitzende der Jugend- und Auszubildendenvertretung versuche rüberzubringen, das das keine Selbstverständlichkeit ist“, sagt Celine. „Ohne die IG Metall gäb’s das nicht.“

„Die freien Tage sind wichtig und ein großer Fortschritt, weil Auszubildende fokussierter und entspannter in die Prüfung gehen können, um ein besseres Ergebnis zu erzielen“, betont Manuel Michniok von der IG Metall. Die Prüfungstage sind nicht dafür gedacht, sich auf den letzten Metern noch mal alles einzutrichtern. Kurz vor der Prüfung sollte man nichts Neues lernen, sondern Gelerntes nur wiederholen, damit es richtig sitzt. Ganz falsch wäre, die Nacht davor noch zu büffeln. Ausgeschlafen und konzentriert sein, ist das A und O. Sinnvoll ist es jedenfalls, den Stoff rechtzeitig zu strukturieren und anhand von früheren Prüfungsaufgaben zu üben. Manche tun sich leichter, wenn sie sich mit anderen in einer Lerngruppe zusammentun. Das motiviert und macht einfach mehr Spaß.