PRESSESTATEMENT
Stabilität und Verlässlichkeit bei der Rente!

Vorschläge der Alterssicherungskommission erfordern Debatte +++ Die heute vorgelegten Vorschläge der Alterssicherungskommission bewertet die IG Metall:


23. Juni 202623. 6. 2026


Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall:
„Die Empfehlungen der Kommission enthalten einzelne Ansätze, die wir ausdrücklich unterstützen. Dazu gehört insbesondere der Vorschlag, die gesetzliche Rentenversicherung langfristig zu einer Erwerbstätigenversicherung weiterzuentwickeln. Dass künftig alle Erwerbstätigen – Beschäftigte, Selbständige, Politikerinnen und Politiker sowie Beamtinnen und Beamte – in die Alterssicherung einbezogen werden sollen, entspricht einer langjährigen Forderung der IG Metall.

Aus Sicht der IG Metall ist es allerdings falsch, bewährte Möglichkeiten für einen flexiblen und sozial abgesicherten Übergang in den Ruhestand infrage zu stellen. Die Abschaffung der Rente nach 45 Beitragsjahren wäre ein falsches Signal. Wer deutlich länger als andere Beiträge gezahlt und zum wirtschaftlichen Erfolg dieses Landes beigetragen hat, muss sich darauf verlassen können, dass diese Lebensleistung auch im Rentensystem anerkannt wird.

Ebenso wichtig bleibt die Altersteilzeit. Ein Ende des Blockmodells würde ein wichtiges Instrument sozialverträglicher Transformation schwächen. Gerade in Zeiten tiefgreifender industrieller Umbrüche brauchen Beschäftigte und Betriebe verlässliche Möglichkeiten, den Übergang zwischen Erwerbsarbeit und Ruhestand zu gestalten.

Offen bleibt zudem die Frage, wie die betriebliche Altersversorgung deutlich stärker verbreitet werden kann. Gerade hier besteht seit Jahren erheblicher Handlungsbedarf. Eine verlässliche und tarifvertraglich abgesicherte betriebliche Altersvorsorge muss ein zentraler Baustein einer modernen Alterssicherung sein.

Die Alterssicherung weiterzuentwickeln, ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Sie verdient eine sorgfältige Debatte und tragfähige Lösungen. Die DGB-Rentenkommission wird hierzu eigene Vorschläge für eine solidarische Reform vorlegen. Unser Ziel bleibt eine sichere Rente, eine breite solidarische Finanzierung und ein Sozialstaat, der Lebensleistung anerkennt und soziale Sicherheit gewährleistet.“

 

Hans-Jürgen, Sozialvorstand der IG Metall:
„Das gesetzliche Rentenniveau ist die zentrale Messlatte für eine verlässliche Alterssicherung der Menschen. Sollten das Rentenniveau und Leistungen der gesetzlichen Rente heruntergeschraubt und den Turbulenzen der Kapitalmärkte überlassen werden, wäre das ein gefährliches Spiel mit dem Alterseinkommen von mehr als 20 Millionen Menschen. Mit Beitragsgeldern der Versicherten darf nicht spekuliert werden und Verluste am Aktienmarkt dürfen die gesetzliche Rente nicht kürzen!

Die Pläne sind ein Angriff auf das solidarische Umlagesystem der gesetzlichen Rentenversicherung, das uns mit hoher Stabilität und Verlässlichkeit durch die Wiedervereinigung und viele Wirtschaftskrisen getragen hat. Die Kehrseite einer wie auch immer gearteten Aktienrente, wird kaum beleuchtet. Sie kann toxisch werden. Vor allem wenn die Kapitalmärkte nicht performen; wenn neue Krisen- und Kriege die Kurse durcheinanderwirbeln; wenn die Anleger den Versprechungen der Tech-Unternehmen nicht mehr vertrauen. Die IG Metall hat schon einmal den Versuch der FDP verhindert, Roulette mit der Rente zu spielen. Wir werden uns auch einem zweiten Anlauf entgegenstellen.“

 

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