PRESSESTATEMENT
IG Metall zur E-Auto-Förderung

+++ Statement von Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall +++

19. Januar 202619. 1. 2026


Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall: „Der Umstieg auf ein Elektroauto muss für mehr Menschen möglich werden. Die neue E-Auto-Förderung ist dazu ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Privatleute mit kleinen und mittleren Einkommen profitieren von der Förderung und es ist genau richtig, dass Menschen mit niedrigen Einkommen eine höhere Förderung bekommen! Es ist auch gut, dass die Förderung rückwirkend zum 1. Januar gilt. Abwarten lohnt sich nun nicht mehr. Sinnvoll wäre auch, dies bald auf Gebrauchtwagen auszuweiten.

Die Beschränkung auf Fahrzeuge „Made in EU“ muss nun schnellstmöglich geprüft werden. Hersteller, die anderswo teils zu schlechten Arbeits- und Umweltstandards fertigen, sollten nicht von deutschen Steuergeldern profitieren. Diese Fördergelder müssen in den deutschen Werken ankommen und in Beschäftigung umgemünzt werden!“

 

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Ausführliche Bewertung der neuen E-Auto Förderung

Die neue E-Auto-Förderung ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Neben den bisherigen Förderinstrumenten für den Dienstwagenmarkt werden nun Privatleute mit kleinen und mittleren Einkommen profitieren und niedrigere Einkommen und Familien mit Kindern bekommen höhere Zuschüsse. Neben dem Kauf wird auch das Leasing gefördert. Die soziale Komponente ist also deutlich ausgeprägt. So bekommen noch mehr Bürgerinnen und Bürger Zugang zur Elektromobilität. Die Einkommensgrenzen sind gut gewählt. Kleine und mittlere Einkommen kommen in den Genuß der Förderung, dadurch kann die Förderung zu einem neuen Schub der Durchdringung des Marktes für private Autokäuferinnen und Autokäufer führen. Es ist auch gut, dass die Förderung rückwirkend zum 1. Januar gilt. Abwarten lohnt sich nun nicht mehr.

Wir begrüßen die neue Förderung, sie entspricht in vielen Punkten den Vorschlägen der IG Metall. Sie kann ein wichtiger Baustein werden, die deutsche Automobilindustrie und ihre Beschäftigten in der aktuell schwierigen Lage zu unterstützen.

In einigen Punkten sehen wir allerdings Nachbesserungsbedarf.
Es ist bedauerlich, dass Gebrauchtwagenkäufe vorerst nicht gefördert werden. Aufgrund des stärkeren Verfalls der Restwerte von Elektroautos könnte eine (ggf. niedrigere) Gebrauchtwagenprämie helfen, auch beim Neuwagenkauf Schwellenängste zu überwinden. Sie würde es noch mehr Menschen ermöglich, elektrisch zu fahren, gute Fahrzeuge zu geringeren Preisen zugänglich machen, Akzeptanz stärken und CO2 reduzieren. Die baldige Ausweitung auf Gebrauchte wäre sinnvoll.

Außerdem muss die Beschränkung auf Fahrzeuge „Made in EU“ schnellstmöglich geprüft werden. Förderung aus deutschen Steuergeldern muss auch in den deutschen Werken als erhöhte Nachfrage ankommen. Die Lage der Industrie und der Beschäftigung (Hersteller und Zulieferer) ist hoch prekär. Die Prämie muss daher auch für bessere Auslastung an deutschen Automobilstandorten sorgen. Gemessen an heutigen Marktanteilen wird ein substantieller Anteil der zusätzlichen Nachfrage bei europäischen Herstellern landen, doch garantiert ist das nicht. Hersteller, die anderswo teils zu schlechten Arbeits- und Umweltstandards fertigen, dürfen nicht von deutschen Steuergeldern profitieren.

Und schließlich ist zentral, dass die Preise für Ladestrom an öffentlichen Ladepunkten sinken. Die Bundesregierung hat im Masterplan Ladeinfrastruktur wichtige Maßnahmen für Preistransparenz und mehr Wettbewerb an den Ladesäulen angekündigt. Die müssen nun schnellstmöglich umgesetzt werden.

 

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