PRESSEMITTEILUNG NR. 19/2021
Branchenreport Textilmaschinenbau: Mehr in Ausbildung investieren, attraktiver werden für Fachkräfte

Premiere: Erstmals detaillierte Branchenuntersuchung aus Arbeitnehmersicht veröffentlicht +++ Produktion in Deutschland sichern +++ Wolfgang Lemb: „Die qualifizierten Beschäftigten der Branche sind das Rückgrat für Innovationen und die Herstellung der High-Tech-Produkte“


Frankfurt am Main – Der Textilmaschinenbau steht unter starkem Veränderungsdruck, der durch die Coronakrise noch verschärft wird. Nur mit motivierten und gut ausgebildeten Belegschaften wird es gelingen, die Branche gestärkt durch die Krise zu bringen und zukunftsfähig aufzustellen. Das ist ein Ergebnis des Branchenreports „Textilmaschinenbau in Deutschland“, den die IG Metall gemeinsam mit der Hans-Böckler-Stiftung und der PCG-Project Consult erstmals herausgebracht hat. Die IG Metall ruft daher Arbeitgeber und Politik auf, die Aus- und Weiterbildung in der Branche zu stärken, die betriebliche Mitbestimmung und damit attraktive Arbeitsbedingungen zu fördern sowie gemeinsam mit den Betriebsräten an tragfähigen Lösungen für die Zukunft des Standorts Deutschland zu arbeiten.

„Die Krise hat gezeigt, dass der Textilmaschinenbau essentieller Teil der Wert-schöpfungskette zur Produktion kritischer Güter, wie beispielsweise Schutzmasken, ist. Diese Wertschöpfung muss in Deutschland und Europa gesichert werden“, sagte Wolfgang Lemb, als geschäftsführendes Vorstandsmitglied unter anderem zuständig für den Maschinen- und Anlagenbau, anlässlich der Vorstellung des Branchenreports am Dienstag in Frankfurt am Main. Die Betriebe des Textilmaschinenbaus verlagern bei einer Exportquote von über 80 Prozent seit Jahren ihre Produktionen in der Nähe der Zielmärkte. Daher sind die Branche und vor allem die Produktionsarbeitsplätze in Deutschland durch die Abhängigkeit von Märkten außerhalb der EU unter Druck. „Forschung und Produktion muss weiterhin zusammengedacht werden, denn gerade die Coronakrise hat gezeigt, wie wichtig stabile Wertschöpfungsketten sind“, so Lemb.

Angesichts des zuletzt zurückgegangenen Ausbildungsangebots appelliert Lemb: „Um den Fachkräftebedarf zu decken, braucht es im Textilmaschinenbau wieder deutlich mehr Ausbildungsplätze. Der aktuelle Abbau muss umgekehrt werden, um die Zukunftsfähigkeit der Branche zu sichern.“

Mit dem Branchenreport zeichnet die IG Metall erstmals ein detailliertes Bild des Textilmaschinenbaus in Deutschland aus Arbeitnehmersicht. Der Report untersucht Struktur und Entwicklung der Branche, analysiert Trends sowie künftige Herausforderungen und richtet Forderungen an die Politik.

Als zentrale Herausforderungen identifiziert der Report vier Megatrends, die die gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen der Branche maßgeblich bestimmen: Globalisierung, demographischer Wandel und Fachkräftesicherung, Digitalisierung und Automatisierung sowie umweltfreundliche Produktion und Ressourceneffizienz.

Aus Sicht der befragten Betriebsräte ergibt sich angesichts dieses umfassenden Arbeitsprogramms ein dringender Handlungsbedarf in der betrieblichen Personalplanung, da gerade junge Fachkräfte zunehmend schwieriger zu finden sind. Weitere wichtige Zukunftsthemen sind aus ihrer Sicht die Altersversorgung, Digitalisierung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, um die Attraktivität der Branche für Mitarbeitende dauerhaft zu erhöhen. Die IG Metall fordert die Arbeitgeber auf, gemeinsam mit ihren Betriebsräten und der IG Metall im Sinne der Beschäftigten an diesen Herausforderungen zu arbeiten.

 

weitere Informationen und Pressebilder von Wolfgang Lemb

Branchenreport „Textilmaschinenbau in Deutschland“ 

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