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Digitale Pressemappe zur Pressemitteilung Nr. 35/2018

Die Digitalisierung im Maschinenbau braucht die Beteiligung der Beschäftigten

27.09.2018 Ι

 

  • Betriebsräte sind eine zentrale Voraussetzung für den Erfolg von Digitalisierungsstrategien
  • Handlungsmöglichkeiten der Betriebsräte müssen gestärkt werden


Berlin - Die IG Metall hat auf ihrer Maschinenbaukonferenz Anforderungen für die digitale Zukunft des Maschinen- und Anlagenbaus formuliert. "Der Maschinenbau darf den Anschluss an die digitale Transformation der Industrie nicht verpassen.Internet-Giganten und IT-Konzerne stehen bereits in den Startlöchern, um sich mit ihren Plattformen zwischen den Maschinenbau und seine Kunden zu drängen", sagte Wolfgang Lemb, für die Branche zuständiges geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, am Donnerstag in Berlin. Die Branche müsse in Zeiten der digitalen Transformation ihre Rolle als weltweiter Lieferant technologischer Industrielösungen behaupten. Deshalb sei es notwendig, sich in der Plattformökonomie strategisch aufzustellen und stärker miteinander zu kooperieren.

Es gehe längst nicht mehr nur darum, die innovativsten Hardware-Lösungen bereitzustellen. In Zeiten der Plattformökonomie und zunehmend vernetzter Produktion gehe es für den Maschinenbau darum, selbst die Hoheit über die Kundenbeziehungen zu behaupten. Das Beispiel des Marktes von Mobiltelefonen habe gezeigt, wie schnell es dazu kommen kann, dass auf einmal Internetkonzerne und nicht mehr Hardware-Produzenten die Bedingungen der Wertschöpfung diktieren - mit negativen Folgen für Beschäftigte.

"Für die IG Metall geht es um die Gestaltung der Digitalisierung im Sinne der Beschäftigten. Eine gute Mitbestimmungskultur und ein starker Betriebsrat ist eine wesentliche Voraussetzung hierfür", sagte Lemb. Für die erfolgreiche Bewältigung der Transformation müssten aber auch die Handlungsmöglichkeiten der Betriebsräte verbessert werden - gerade in den kleineren Betrieben des Maschinenbaus, um mit den Arbeitgebern auf Augenhöhe über die Transformationsprozesse verhandeln zu können.

"Betriebsräte müssen auch bei Fragen der Plattformentwicklung und neuesten Trends bei der Prozess- und Produktdigitalisierung beteiligt werden", sagte Lemb. Dies erfordere allerdings erweiterte Beteiligungs- und Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte.

Dr. Jürgen Dispan, Sozialwissenschaftler am IMU Institut, der auf der Konferenz seine im Auftrag der IG Metall erstellte Studie zur Digitalisierung im Maschinenbau vorstellte, bestätigte diese Einschätzung: "Der deutsche Maschinenbau mit seinen über eine Million Beschäftigten ist Anwender und Anbieter digitaler Produkte und Lösungen. Digitalisierungsstrategien sollten sowohl digitale Lösungen und Geschäftsmodelle als auch die interne digitale Vernetzung der Unternehmens-prozesse unter Beteiligung der Beschäftigten beinhalten."

Im Zuge der digitalen Transformation werde es einen Wandel der Beschäftigung geben, der im Maschinenbau in den kommenden Jahren nicht zu einer Bedrohung von Arbeitsplätzen führen werde. "Neue digitale Angebote und damit erreichbares Wachstum bieten die Chance, dass sich die Beschäftigung in der Branche in den nächsten Jahren neutral bis positiv entwickelt. Längerfristig sind jedoch durchaus starke Rationalisierungseffekte zu erwarten", sagte der Wissenschaftler. Davon werde neben der Produktionsarbeit insbesondere die Büro- und Informationsarbeit stark betroffen sein. "Um mit dem strukturellen Wandel in den Betrieben umzugehen, bedarf es starker Interessenvertretungen im Betrieb, die die Digitalisierung im Sinne der Beschäftigten mitgestalten, Qualifizierung einfordern und gesunde Arbeitsbedingungen im Blick behalten", sagte Dispan.

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