PRESSEMITTEILUNG NR. 13/2021
Tarifbewegung Metall- und Elektroindustrie: Mehr als 800.000 Beschäftigte im Warnstreik

Diese Woche rund 123.000 Metallerinnen und Metaller im Ausstand +++ Trotz Annäherung bei qualitativen Themen weiter kein Ergebnis


Frankfurt am Main – Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie haben sich in der vierten Woche nach Ende der Friedenspflicht im Durchschnitt täglich mehr als 24.000 Beschäftigte an Warnstreiks beteiligt. Somit haben in dieser Woche bis heute Mittag rund 123.000 Beschäftigte die Arbeit zeitweise niedergelegt. Seit Ende der Friedenspflicht am 1. März, 24 Uhr, waren mehr als 800.000 Beschäftigte zeitweise im Ausstand, um so ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen und gegen das ungenügende Angebot der Arbeitgeber zu protestieren.

Die Warnstreiks sind aus Sicht der IG Metall nötig, weil die Verhandlungen von Anfang an stockten. Auch die sechste Verhandlung im IG Metall-Bezirk Nordrhein-Westfalen ist in der Nacht zum heutigen Freitag nach rund 12 Stunden trotz eines neuen Angebots der Arbeitgeber ohne Ergebnis beendet worden. Die Verhandlungspartner haben sich bei einigen qualitativen Forderungen zwar angenähert, insbesondere das finanzielle Angebot bewertet die Verhandlungskommission der IG Metall aber als völlig unzureichend.

Der Verhandlungsstand wird im Verlauf des heutigen Freitags in der Tarifkommission Nordrhein-Westfalen und im Vorstand der IG Metall bewertet. Der Vorstand entscheidet dann, ob vor Ostern ein weiterer Lösungsversuch in Nordrhein-Westfalen unternommen wird.

Die IG Metall will für die mehr als 3,8 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in dieser Tarifbewegung drei Ziele erreichen: Beschäftigung sichern, Zukunft gestalten, Einkommen stabilisieren. Konkret fordert die IG Metall ein Volumen von vier Prozent, das je nach Situation der Betriebe zur Stärkung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen oder zur Finanzierung von Maßnahmen der Beschäftigungssicherung eingesetzt werden kann. Mit Zukunftstarifverträgen sollen passgenaue betriebliche Lösungen gefunden werden, die Zusagen für Investitionen, Standorte, Beschäftigung und Qualifizierung enthalten.

Bis zum vergangenen Freitagmittag hatten sich mehr als 600.000 Beschäftigte an Warnstreiks beteiligt. Diese Zahl hatte sich im Verlauf des Wochenendes weiter erhöht. Auch am heutigen Freitag schließen sich noch große Teile von Belegschaften aus Spät- und Nachtschichten an. Für die kommende Woche sind weitere Warnstreikaktionen geplant.

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