PRESSEMiTTEILUNG NR. 23/2019
Betriebsräte und Gewerkschaften im Maschinenbau kooperieren über Grenzen hinweg

+++ Unternehmen müssen allen Beschäftigten eine Perspektive bieten +++ Gute Arbeit und Mitbestimmung dürfen nicht unter die Räder kommen +++ Wachstumsmärkte verschieben sich


Stuttgart – Der Maschinenbau steht vor einem tiefgreifenden Wandel. „Digitalisierung und der ökologische Umbau werden die Branche in besonderer Weise herausfordern. Wir sehen es als unsere Aufgabe, negative Folgen dieser Transformation für die Beschäftigten abzuwenden. Dazu braucht es einen funktionierenden Dialog zwischen Unternehmen, Gewerkschaften und Beschäftigten weltweit. Für uns steht der Mensch im Mittelpunkt“, sagte Valter Sanches, Generalsekretär von IndustriALL Global Union, anlässlich der Weltkonferenz Maschinenbau am Mittwoch in Stuttgart.

Auf dieser Konferenz, die von IndustriALL Global Union veranstaltet wird, diskutieren 86 Frauen und Männer aus 19 Ländern über die globalen Perspektiven für den Maschinenbau. IndustriALL Global Union ist die weltweite Föderation der Gewerkschaften aus der Metall-, Chemie-, Pharma- und der Textilindustrie sowie dem Bergbau.

„Sichere Arbeit, gute Arbeitsbedingungen und Mitbestimmung dürfen in der Transformation und in der Globalisierung nicht unter die Räder kommen“, forderte Wolfgang Lemb, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall. Die Transformation dürfe nicht genutzt werden, um Kosten zu senken und einen Unterbietungswettbewerb auf dem Rücken der Beschäftigten zu entfachen. Lemb verlangte eine Stärkung der Industriepolitik, um Investitionen in klimafreundliche Technologien zu fördern.

Die Internationalisierung im Maschinenbau wird weiter an Fahrt gewinnen. Die Wachstumsmärkte verschieben sich. Vor allem die USA und China werden als Absatzmärkte für Maschinenbauer wichtiger.

„Die Globalisierung vollzieht sich in einem unsicheren Umfeld. Risiken erwachsen aus Handelskonflikten und dem Brexit. Die Unternehmen müssen die Transformation bewältigen, klimafreundlich produzieren und dabei allen Beschäftigten eine Perspektive bieten. Diese Herausforderungen treffen Baden-Württemberg als Exportregion besonders stark“, sagte der baden-württembergische IG Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger. Mit der Digitalisierung und dem Auftreten von E-Commerce-Plattformen verändern sich Geschäftsmodelle und Kundenbeziehungen. Der Wettbewerb wird intensiver, erfolgreiche Maschinenbauer geraten ins Visier ausländischer Investoren.

Neben Betriebsräten aus traditionellen Maschinenbaustandorten wie Österreich, Deutschland, USA oder Japan sind auch Arbeitnehmervertreter aus Ländern wie Indonesien, Indien oder Brasilien vertreten. „Unternehmen agieren in immer größerem Umfang global. Daher ist es notwendig, dass wir uns auch als Gewerkschaften und Betriebsräte weltweit vernetzen und solidarisch über Ländergrenzen hinweg zusammenarbeiten. Die Globalisierung müssen wir im Interesse der Beschäftigten gestalten“, erklärte Rainer Wimmer, Sektorenvorsitzender für den Maschinenbau bei IndustriALL Global Union und Bundesvorsitzender der Produktionsgewerkschaft Pro-Ge in Österreich.

In Deutschland sind 1,1 Millionen Frauen und Männer im Maschinenbau beschäftigt. Der Marktanteil deutscher Maschinenbauer am Umsatz weltweit liegt bei elf Prozent. Der Anteil Chinas beträgt 36 Prozent, 14 Prozent entfallen auf Nordamerika, 20 Prozent auf Europa (ohne Deutschland) und 17 Prozent auf Asien (ohne China). Der globale Umsatz im Maschinenbau liegt bei 2,555 Billionen Euro.

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