Presse-Statement
Klimaziele im Gebäudesektor dürfen nicht am Fachkräftemangel im Handwerk scheitern

Ralf Kutzner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall


Ralf Kutzner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, zum heute beschlossenen Milliardenprogramm für Gebäudesanierung:

Die IG Metall begrüßt die Erhöhung der Fördermittel zur Erreichung der Klimaziele im Gebäudebestand. Allerdings muss die Fördersumme auch in den kommenden Jahren auf mindestens 12 Milliarden Euro verstetigt werden, damit insbesondere das Handwerk eine verlässliche Planungsgrundlage zum Aufbau der erforderlichen Fachkräfte hat.

Der Fachkräftemangel im Handwerk droht zum Nadelöhr für die Klimawende im Gebäudesektor zu werden. Rund 100.000 Fachkräfte fehlen in den sanierungsrelevanten Handwerken. Neben den klassischen Baugewerken, sind dies insbesondere die im Zuständigkeitsbereich der IG Metall liegenden Gewerke Heizung-Klima-Sanitärhandwerk, Elektrohandwerk, Tischlerhandwerk, Metallbau, sowie Rollladen- und Sonnenschutztechniker.

Zur Sicherung des Fachkräftebedarfs im Handwerk müssen die Arbeitsbedingungen attraktiver werden. „Gute Arbeit“ muss als Förderkriterium für energetische Sanierungsmaßnahmen festgelegt werden. In diesem Zusammenhang muss auch die Tarifbindung von Handwerksbetrieben deutlich gesteigert werden. Darüber hinaus muss Ausbildung im Handwerk attraktiver werden. Passgenaue Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote für die Handwerkerinnen und Handwerker sind Voraussetzung für motivierte und innovative Mitarbeiter*innen und müssen allen zugänglich sein. Hierfür müssen Berufsschulen und handwerkliche Bildungsstätten modernisiert werden. 

Es liegt in der Verantwortung der Sozialpartner und der Politik diese Mängel jetzt schnell abzustellen und für bessere Arbeitsbedingungen im Handwerk zu sorgen. Die Klimaziele im Gebäudesektor dürfen nicht am Fachkräftemangel im Handwerk scheitern.

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