PRESSEMITTEILUNG Nr. 16/2019
Jörg Hofmann: Mit der Grundrente wird Lebensleistung anerkannt

+++ Komplette Steuerfinanzierung wäre der bessere Weg +++ IG Metall weist Kritik an der Grundrente zurück


 

Frankfurt am Main - Die IG Metall begrüßt die Pläne von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil für eine Grundrente. „Die Grundrente ist ein Gebot der Gerechtigkeit. Es ist auch gut und richtig, dass sie ohne Bedürftigkeitsprüfung gezahlt werden soll. Damit wird Lebensleistung anerkannt. Wir wünschen uns allerdings eine vollständige Steuerfinanzierung“, sagte Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, am Mittwoch in Frankfurt.

Die Kritik, die Grundrente sei ungerecht, weist die IG Metall zurück. „Es ist schon verwunderlich, wenn Neoliberale das Thema soziale Gerechtigkeit für sich entdecken und ausgerechnet die Grundrente ungerecht nennen. Ich nenne es ungerecht, wenn Beschäftigte nach 35 Jahren Beitragsjahren in der gesetzlichen Rentenversicherung im Alter nicht mehr haben als die Grundsicherung, die auch ohne eigene Beiträge gewährt wird. Ich nenne es gerecht, wenn die Benachteiligung im Erwerbsleben nicht auch zu einer Benachteiligung im Alter führt“, sagte Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall und für Sozialpolitik zuständig. Urban weist darauf hin, dass oftmals Niedriglöhne die Ursache für geringe Renten und Altersarmut sind. „Die Kosten für die Grundrente könnten geringer ausfallen, wenn auf den Arbeitsmärkten Löhne gezahlt würden, die im Alter zu auskömmlichen Renten führen.“   

In der Bevölkerung findet die Grundrente breite Unterstützung. 80 Prozent der Deutschen befürworten, dass Beschäftigte, die 35 Jahre oder länger gearbeitet haben, einen Zuschlag zur Rente bekommen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar von Ende April im Auftrag der IG Metall.

 

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